Warum Lungenentzündungen das Herz zerstören

Redaktion PraxisVITA
Verletzungen des Herzens nach einer Lungenentzündung
Die Bakterien, die eine Lungenentzündung auslösen, verursachen kleine Verletzungen am Herzen – hier zu sehen an einem Mäuseherz © Dr. Carlos Orihuela, UT Health Science Center at San Antonio

US-amerikanische Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, warum so viele Patienten mit Lungenentzündung an Herzversagen sterben – und nach einem Mittel dagegen geforscht. Praxisvita hat die Fakten.

Laut Expertenschätzungen erliegen in Deutschland jährlich rund 35.000 Menschen einer Lungenentzündung (Pneumonie). Doch die Dunkelziffer könnte noch höher sein, denn viele Patienten sterben nach einer überstandenen Lungenentzündung an Herzversagen. Wissenschaftler haben darum schon lange einen Zusammenhang zwischen beidem vermutet. Erst jetzt haben US-amerikanische Forscher einen Beweis dafür gefunden.

 

Bakterien schädigen das Herz

In einer aktuellen Studie untersuchten sie Gewebeproben von Menschen und Tieren, die nach einer Lungenentzündung an Herzversagen gestorben waren. Dabei fanden sie Narben von winzigen Verletzungen am Herzmuskel.

Sie stellten fest, dass diese Verletzungen von Pneumokokken verursacht wurden. Diese Bakterien sind die häufigsten Erreger von Lungenentzündungen.

Die Forscher konnten nachweisen, dass die Pneumokokken bei Patienten mit Lungenentzündung durch das Blut zum Herzen wandern und dort die Verletzungen am Herzmuskel herbeiführen.

 

Wirkstoff verhindert Herzversagen

Erst diese Erkenntnisse ermöglichten es den Medizinern nach einem Wirkstoff zu suchen, das dem Herzversagen vorbeugt. Und sie scheinen bereits fündig geworden zu sein: Ein neu entwickeltes Mittel konnte in Tierversuchen die Wanderung der Bakterien zum Herzen aufhalten und das Herzversagen verhindern.

Hamburg, 26. September 2014

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