Warum Kinder auf Bäume klettern sollten

Kind klettert auf Baum
Wenn Kinder auf Bäume klettern: unnötige Gefahr oder wichtige Erfahrung? © Fotolia

Eine Studie zeigt: Kinder brauchen riskante Spiele, um sich gesund zu entwickeln. Was hilft, wenn sie sich dabei das Knie aufgeschürft oder eine Beule geholt haben, erklärt Apothekerin Daniela Haverland.

Durch Wälder streifen, auf Mauern balancieren und selber Höhlen bauen. Das war lange Zeit wichtiger Teil einer fröhlichen Kindheit. Heute hat sich das geändert. Viele Kinder spielen fast nur noch zu Hause. Zum einen, weil sie vor Computer und Spielkonsole hängen, zum anderen aber auch, da Eltern heute oft mehr Angst haben, dass sich ihre Kinder draußen verletzen.

 

Kinder brauchen gefährliche Spiele

Doch anscheinend erweisen sie ihren Kindern damit einen Bärendienst – zu diesem Schluss kommt zumindest eine Untersuchung, die vor Kurzem in der Fachzeitschrift International Journal of Environmental Research and Public Health veröffentlicht wurde. Das Team um die Studienleiterin Mariana Brussoni fasste darin die Ergebnisse von 21 Studien zusammen. Ihr Ziel: Eine Antwort darauf zu geben, ob sogenannte „riskante Kinderspiele“ schlecht oder gut für die Gesundheit der lieben Kleinen sind.

„Wir konnten herausfinden, dass Umgebungen, in denen Kindern riskant spielen können, soziale Interaktionen fördern, die Kreativität stärken, zum Bewegen anregen und eine wichtige Rolle in der Persönlichkeitsbildung spielen“, sagt Brussoni. „Die Ergebnisse zeigen zudem sehr deutlich, dass solche Spiele die Gesundheit der Kinder stärken.“ Sie schützten zum Beispiel vor Übergewicht und in der Folge vor Krankheiten wie Diabetes oder Herzproblemen, aber auch vor psychischen Problemen wie zum Beispiel Depressionen.

 

Klettern nicht gefährlich  

Beruhigend für Eltern: Selbst Aktivitäten wie Klettern an Mauern oder Bäumen stand nicht mit einem größeren Risiko von Knochenbrüchen oder anderen schweren Verletzungen in Verbindung.

Der Hinweis, den die Forscher aus ihren Erkenntnissen ziehen konnten: Kinder sollten die Möglichkeit haben, in wilder Umgebung zu spielen. Dabei sollten Eltern natürlich besonders jüngere Kinder im Blick behalten – aber auch eben nicht mehr tun. Das heißt, sie sollten die Kinder alleine spielen lassen und nur hinzukommen, wenn diese Hilfe bräuchten. Insgesamt wurden in den 21 untersuchten Studien der Gesundheitszustand und das Spielverhalten von über 50 000 Kinder erfasst.

 

Interview: Was hilft bei Schrammen und Beulen?

Wie behandle ich kleinere Verletzungen richtig?

Im Interview:

Daniela Haverland,

Apothekerin in Reinbek bei Hamburg

„Stark verschmutzte Wunden müssen auf jeden Fall gereinigt werden. Es ist ganz wichtig, den Sand, den Dreck, die Erde heraus zu bekommen. Das geht am besten mit Wasser. Wenn ich kleine Splitter in der Wunde habe, macht es Sinn, eine Pinzette einzusetzen, um sie rauszuziehen. Danach können Sie die Wunde noch desinfizieren und dann ein Pflaster draufkleben. Was ich für den Spielplatz auch noch immens wichtig finde, ist Arnika. Arnika ist ein homöopathisches Mittel, was es in Form von Globuli und Salben gibt. Ich halte es für ein ganz wichtiges Mittel in der Soforthilfe.“      

Wie wirkt Arnika?

„Arnika ist ein Mittel für die äußerliche und innerliche Anwendung. Es wirkt blutstillend und wundheilungsfördernd. Ich finde besonders die innerliche Anwendung sehr sinnvoll, weil die Kinder dann erst mal abgelenkt sind, wenn sie auf den Kügelchen vor sich hin lutschen. Äußerlich lässt es sich als Salbe anwenden. Die sollte man auf Spielplätzen immer dabeihaben.“

Was sollte ich auf dem Spielplatz als Unfallset dabeihaben?                

„Wasser ist nicht nur zum Trinken gut sondern auch um Wunden auszuwaschen. Es sollte immer dabei sein. Dazu noch ein Desinfektionsspray, Pflaster und die besagten Arnikakügelchen zur Soforthilfe. Das ist das A und O. Ganz wichtig finde ich auch Calendula. Das würde ich dann zu Hause als Folgemittel einsetzen, weil es auch wundheilungsfördernd und desinfizierend wirkt.“

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