Warum kalte Füße krank machen können – und wie Sie gesund durch den Sommer kommen

Festes Schuhwerk gegen kalte Füße
Um einer Erkältung durch kalte Füße vorzubeugen, sollten sie bis in den Ende Mai festes Schuhwerk tragen © Fotolia

Lesen Sie hier, wie Sie die Erkältungsgefahr, die bis Ende Mai erhöht ist, effektiv vermindern können.

Herrlich, wenn die Sonne endlich wieder Gemüt und Herz erwärmt. Aber Vorsicht, warnen Immunforscher: So schön es auch ist, leichter bekleidet die ersten warmen Sonnenstrahlen zu genießen, sie können schnell eine Erkältung anlocken. Im Sommer ist die Zeit, in der sich viele Menschen schon wieder eine Erkältung einfangen. Ausgerechnet zu dem Zeitpunkt? Warum? Die Erklärung der Experten: Die ungewohnte Einwirkung der Sonne – genauer gesagt: ihres UV-Lichts – macht unserem Körper ganz schön zu schaffen. Und der hat sich sowieso noch nicht so richtig vom Winter erholt – es droht die sogenannte Frühjahrserkältung. Doch auch andere Risiken spielen eine wichtige Rolle. Was Sie jetzt wissen müssen, damit Sie den Sommer ohne Schnupfen genießen können.

 

Zugluft kühlt das Gewebe aus

Wärme gehört zur Abwehrleistung des Körpers. Das Immunsystem arbeitet umso effektiver, je höher die Körpertemperatur ist. Deshalb entsteht manchmal sogar Fieber. Erkältungsviren mögen mehr als 37 Grad nicht. Umgekehrt heißt das: Überall, wo der Körper kühler ist, können sich Viren besser ausbreiten. Und wie schnell geraten wir im Sommer doch noch in die Kältefalle: Leicht verschwitzt vom Sonnenspaziergang setzen wir uns auf eine Parkbank. Wenn dann auch nur ein wenig Wind geht, kann das schon reichen: Stellenweise oder sogar überall sinkt die Temperatur der äußeren Gewebeschichten zu sehr ab.

Der Zwiebel-Look ist am besten, kann auch bei 20 Grad noch nötig sein. Tragen Sie draußen einen Pulli unter Jacke oder Mantel. Unter der Bluse ist ein Shirt nie verkehrt, eine Hose ist besser als ein Rock, und für den Hals sollten Sie einen dünnen Schal dabeihaben. Außerdem gut: eine Thermo-Unterlage für die Rast auf der Parkbank. Auf der Restaurant-Terrasse: Bitten Sie um ein Kissen oder eine Decke, falls nicht greifbar. Abends stärkt ein warmes Vollbad die Abwehrkraft. Auch langes warmes Duschen ist eine gute Vorbeugung.

 

Licht lenkt die Abwehr ab

Das Immunsystem vernichtet nicht nur Krankheitserreger, es beseitigt auch andere schädliche Stoffe. Und deshalb ist unsere Abwehr auch in der Haut aktiv. Dann nämlich, wenn Sonnenschein auf die entwöhnte Winterhaut trifft. Denn die UV-Strahlen im Sonnenlicht lassen in der Haut viele aggressive freie Radikale entstehen. Sie können Hautzellen schädigen – Stichwort Sonnenbrand und Hautkrebs. Wenn wir den Sonnenschein zu lange genießen, tobt in der Haut ein Kampf. Der beschäftigt unser Immunsystem so, dass ein Gutteil der Abwehrkräfte fehlt. Erkältungsviren werden nicht mehr abgewehrt.

Die richtige Dosis: Man sollte jetzt höchstens 10 Minuten pro Tag ungeschützt in die Sonne. In dieser Zeit bildet die Haut das wichtige Abwehr-Vitamin D. Zusätzlich an Sonnenschutz denken, am besten mit Lichtschutzfaktor 15 oder höher. Das verhindert nicht nur Sonnenbrand. Da dann kein UV-Licht mehr eindringt, kann die Abwehr ihre Kraft in den Atemwegen gegen Erkältungsviren konzentrieren. Clevere Ergänzung: Trinken Sie täglich ein Glas Bio-Karottensaft. Er liefert viele Carotinoide. Sie bewahren die Haut vor Schäden – und stärken die Abwehr der Atemwege.

 

Vorsicht, kalte Füße

An unserem Immunsystem ist die lange feucht-nasse Zeit nicht spurlos vorübergegangen. Viele merken, dass sie im Sommer anfällig für Erkältungen sind. Eines der Risiken sind zu kühle Füße. Dazu muss man wissen: Das Gewebe in den Füßen ist über Nervenbahnen mit dem Nasen-Rachen-Raum verbunden. Der Effekt: Sind die Füße kalt, sinkt auch die Temperatur in Nase und Hals. Das schwächt dort in den Schleimhäuten die Abwehrkraft. Denn sie sind schlechter durchblutet, und deshalb kommen weniger Abwehrzellen an die vorderste Front in den Schleimhäuten, um Erkältungsviren zu bekämpfen.

Alkohol in Maßen

Den lauen Frühlingsabend mit einem Glas Bier oder einem guten Rotwein genießen – das kann herrlich sein. Nichts dagegen, sagen Ärzte, wenn es bei einem Glas Alkohol bleibt. Zu viel davon weitet die Adern in Haut und Schleimhäuten, der Körper kühlt rapide ab. Und das bedeutet freie Bahn für Erkältungsviren.

Es wird wärmer – endlich kommen die Sandalen wieder zum Einsatz? Lieber nicht. Tragen Sie bis Ende Mai geschlossene Schuhe. Die halten die Füße warm. Denn der Boden ist bis in den Frühsommer hinein noch deutlich kälter als die Luft. Deshalb auch gut: Wer im Park oder Garten in der Sonne liegen möchte, sollte sich unbedingt eine dicke Wolldecke unterlegen.

 

Viren dringen ein

Die über 200 Viren-Arten, die eine Erkältung auslösen können, haben eins gemeinsam: Sie gelangen meist über unsere Hände in den Körper. Sie sitzen zum Beispiel an Türgriffen. Auf der Haut überleben sie stundenlang. Greifen wir uns ins Gesicht, dringen sie durch die Nase, aber auch über die Tränenkanäle der Augen bis in die Atemwege vor. Stehen dort nicht genug Abwehrzellen bereit, können die Viren in Schleimhautzellen eindringen und sie zwingen, neue Viren zu produzieren – eine Kettenreaktion.

Für den Kampf gegen die Viren braucht unser Körper enorm viel Vitamin C und Zink. Trinken Sie Sanddornsaft, und essen Sie viel Vollkornbrot und Haferflocken. Wenn es Sie trotzdem erwischt, hilft der Naturstoff Cineol aus den Blättern des Eukalyptusbaums (aus der Apotheke). In einer neuen Studie wurde gerade nachgewiesen, dass Erkältungserreger damit umfassend bekämpft werden.

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