Warum ist mir besonders morgens schwindelig?

Frau ist morgens schwindelig
Wenn Ihnen besonders morgens schwindelig wird, können z.B. ein niedriger Blutdruck oder ein Lagerungsschwindel dahinterstecken. Betroffene sollten sich beim Aufstehen etwas Zeit lassen © Fotolia

Viele kennen das unschöne Gefühl: Man liegt ganz entspannt, doch in dem Moment, in dem man aufsteht, scheint es, als würde der Raum sich bewegen, drehen oder schwanken. Praxisvita erklärt, warum das so ist und was Sie tun können, wenn Ihnen morgens schwindelig ist.

Manchmal, wenn man sich nachts von einer Seite auf die andere dreht oder morgens die Füße aus dem Bett schwingt, scheint der Raum sich plötzlich rasend schnell zu drehen. Mediziner nennen das einen peripheren paroxysmalen Lagerungsschwindel oder kurz PPLS. Es ist die häufigste, intensivste, gleichzeitig aber auch harmloseste Form von Schwindel. Besonders typisch: Uns wird morgens schwindelig.

 

Lagerungsschwindel – deshalb wird uns morgens schwindelig

Im Innenohr befindet sich unser Gleichgewichtsorgan. Das wiederum besteht aus drei Bogengängen, die mit einer wässrigen Flüssigkeit gefüllt sind. In den Bogengängen befindet sich jeweils ein Messfühler, der die Bewegung der Flüssigkeit auswertet. Über Nervenbahnen werden die Informationen dann an das Gehirn geleitet – es kann aus dem Signal entschlüsseln, wie sich der Körper bewegt.

In der Flüssigkeit schwimmen jedoch auch kleine Gewebeteilchen. Liegen wir längere Zeit ruhig auf einer Seite – zum Beispiel beim Schlafen – sammeln sich diese Partikel an der jeweils tiefsten Stelle eines Bogengangs an. Verändern wir dann die Stellung des Kopfes, werden die Teilchen abrupt aufgewirbelt und sinken dann innerhalb von 10 bis 30 Sekunden wieder zurück. Das registriert der Messfühler, meldet die Veränderung an das Gehirn und gaukelt so eine Bewegung vor, die der Kopf in Wirklichkeit gar nicht macht. Diese widersprüchlichen Sinneseindrücke führen schließlich dazu, dass uns morgens schwindelig ist.

Aber der Lagerungsschwindel ist wie gesagt harmlos. Nur Vorsicht, Stürze während einer Schwindelattacke können Verletzungen verursachen! Betroffene sollten deshalb ruhig sitzenbleiben, bis der Schwindel vollständig abgeklungen ist. Sollte dies nach maximal 30 Sekunden nicht der Fall sein, ist eine Untersuchung durch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder Neurologen sinnvoll. Der Lagerungsschwindel wird durch gezielte Kopfbewegungen, sogenannte Befreiungsmanöver, behandelt, bei denen die überflüssigen Gewebeteilchen aus den Bogengangsbereichen herausgeschleudert werden.

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