Warum ist dieses Mädchen erblindet?

Verena Elson

Die 15-jährige Jordyn Walker kann nichts mehr sehen, nichts mehr riechen und nichts mehr schmecken. Bis jetzt ist niemand in der Lage zu sagen, was hinter ihren mysteriösen Symptomen steckt.

Jordyn Walker
Jordyn Walker leidet an einer mysteriösen Erkrankung, die sie erblinden ließ Foto:  KSHB

„Ich hoffe, es passiert nie wieder“, sagt Jordyn nach dem letzten Schub ihrer mysteriösen Krankheit. „Ich weiß nicht, was ich noch verlieren soll.“ Ihr Leiden begann 2017 nach einer Kreuzfahrt mit ihrer Familie. Sie litt an Bauchschmerzen, Erbrechen, blutigem Durchfall und einer mysteriösen Schwellung ihres Gesichts. Die Schwellung klang wieder ab, doch seither kann Jordyn weder riechen noch schmecken. Jordyns Ärzte führten zahlreiche Tests durch, die alle negativ ausfielen. Als keine neuen Symptome auftraten, war die Familie des Mädchens zunächst erleichtert und glaubte, das Schlimmste sei überstanden.

 

Erneuter Schub lässt Jordyn erblinden

Am 12. Dezember 2018 wurde Jordyn in die Notaufnahme der Universitätsklinik in Kansas eingeliefert – wieder mit Schmerzen, Erbrechen und Blut im Stuhl. Während ihrer drei- bis vierstündigen Wartezeit in der Notaufnahme schwoll ihr Gesicht erneut an – diesmal deutlich heftiger als beim ersten Mal. Als Jordyn plötzlich nichts mehr sehen konnte, wurde sie in der Intensivstation aufgenommen, wo Ärzte einen alarmierend hohen Augeninnendruck feststellten: Ein normaler Augeninnendruck liegt bei 12-22 mmHg – bei Jordyn maßen die Ärzte einen Wert von 85 mmHg.

In einer Notoperation entfernten Chirurgen Teile von Jordyns Augenhöhlenknochen, um die Schwellung zu verringern und den Druck zu lindern. Der Eingriff war erfolgreich, die Schwellung ließ nach. Doch ihr Augenlicht kam nicht wieder – sie wird wohl für immer blind bleiben. Durch den extremen Druck in den Augen wurden die Sehnerven so stark gedehnt, dass der rechte Sehnerv komplett vom Auge getrennt und der linke irreparabel beschädigt wurde.

 

Quälende Ungewissheit

Für Jordyn bedeutet die plötzliche Erblindung den Abschied von ihrem Leben, wie sie es kannte. Viele ihrer damaligen Leidenschaften kann sie nun nicht mehr ausüben: Sie war leidenschaftliche Fotografin, las und schrieb gerne und nahm an Wettkämpfen im Bogenschießen teil.

Doch am schlimmsten ist für die Familie die Ungewissheit. Wird die Erkrankung wiederkommen? Und welche Folgen wird der nächste Schub haben? In ihrer Verzweiflung wenden sich die Eltern des Mädchens jetzt an die Öffentlichkeit. Auf der Onlineplattform gofundme rufen sie zu Spenden für die Suche nach einer Diagnose und für die Behandlung ihrer Tochter auf und bitten Mediziner um Unterstützung. Ihre Hoffnung: Irgendwo auf der Welt hat ein Arzt schon ähnliche Symptome gesehen, weiß, was sie bedeuten – und kennt eine wirksame Therapie.

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