Warum helfen Nasentropfen bei Ohrenschmerzen?

Frau mit Ohrenschmerzen
Bei Ohrenschmerzen können abschwellende Nasentropfen oder Nasensprays die Schmerzen deutlich lindern © shutterstoc

Wenn wir Ohrenschmerzen haben, bekommen wir oft den Rat, abschwellende Nasentropfen zu benutzen. Aber soll man sich jetzt Nasentropfen in die Ohren träufeln? Praxisvita klärt auf.

 

Wieso nimmt man Nasentropfen bei Ohrenschmerzen?

Haben wir einen dicken Schnupfen und bekommen kaum noch Luft, nehmen wir abschwellende Nasentropfen oder Nasenspray und nach kurzer Zeit können wir wieder befreit atmen. Der Wirkstoff in den Nasentropfen lässt unsere Schleimhäute abschwellen, dadurch können wir wieder frei atmen. Den gleichen Effekt haben abschwellende Nasentropfen bei Ohrenschmerzen.

 

Bei Schnupfen haben wir meistens auch Ohrenschmerzen

Der Nasen-Rachen-Raum ist über die sogenannte Eustachische Röhre – auch als Ohrtrompete bezeichnet – mit dem Ohr verbunden. Deswegen hat man bei Schnupfen oder entzündeten Nasennebenhöhlen auch meist zusätzlich noch Ohrenschmerzen. Das kommt daher, weil die Schleimhäute der Nase bzw. die der Eustachischen Röhre – das Verbindungsstück zwischen Ohr und Mund-Rachen-Raum geschwollen sind. Dagegen helfen am besten Nasentropfen oder ein Nasenspray mit abschwellender Wirkung. Dadurch wird die Verbindungsröhre zwischen Nase und Ohr vom Druck entlastet und wieder gut von innen belüftet und die Entzündung kann leichter abheilen. Häufig klingen die Beschwerden dann nach zwei bis drei Tagen ab.

 

Kinder neigen eher zu Ohrenentzündungen

Kinder bekommen meist noch eher Ohrenschmerzen oder Mittelohrentzündungen als Erwachsene, weil bei Ihnen die Eustachische Röhre noch nicht vollständig ausgebildet ist. Bei ihnen ist sie noch sehr kurz und liegt horizontal. Dadurch kommen Krankheitserreger leichter ins Ohr und können Entzündungen hervorrufen. Für Kinder gibt es spezielle Nasentropfen. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker danach, er wird Sie gerne beraten.

Eustachische Röhre
Abschwellende Nasentropfen können bei Schnupfen die Schleimhäute der Eustachische Röhre abschwellen lassen und dadurch Ohrenschmerzen lindern© Fotolia
 

Tipps für Druckausgleich bei Flugreisen

Viele werden das Problem kennen: Kaum hebt das Flugzeug ab oder der Anflug auf den Zielflughafen beginnt, schon bekommt man einen starken Druck auf den Ohren. Bei vielen Menschen ist es nur ein kurzer Moment, dann ist der Druckausgleich zum Nasen-Rachen-Raum wieder hergestellt und die Eustachische Röhre ist wieder gut belüftet.

Für Personen, die länger Probleme mit dem Druckausgleich haben, haben wir einige hilfreiche Tipps:

  • Kauen Sie Kaugummi oder bewegen Sie den Kiefer hin und her
  • Schlucken Sie regelmäßig, auch wenn Sie außer Spucke nichts im Mund haben
  • Führen Sie das sogenannte Valsalva-Manöver durch: Einatmen, Nase zu halten und dann bei geschlossenem Mund ausatmen. Sie werden das Gefühl haben, als würde Sie eine verstopfte Nase schnäuzen. Diese Übung ist besonders gut für einen Druckausgleich geeignet.
  • Leiden Sie während des Fluges unter einem akuten Schnupfen oder einer Mittelohrentzündung, sollten Sie von dem Valsalva-Manöver Abstand nehmen. Verwenden Sie stattdessen lieber abschwellende Nasensprays oder –tropfen. Diese lassen für einen gewissen Zeitraum die Schleimhäute abschwellen, sodass eine leichte Atmung wieder möglich ist und Ohrenschmerzen nachlassen.
  • Fragen Sie bei einer Erkältung oder Mittelohrentzündung im Zweifelsfall immer Ihren Hausarzt, ob Sie überhaupt fliegen sollten.
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