Warum Fruchtzucker das Herz krank macht

Redaktion PraxisVITA
Smoothies
Von wegen gesund: Forscher haben jetzt einen bislang unbekannten Nebeneffekt des Fruchtzuckers auf das Herz entdeckt © Fotolia

Smoothie, Honig, Broccoli – die Lebensmittel klingen so gesund, haben es aber in sich. Noch immer hält sich der Glaube, Fruchtzucker sei besser als der normale Zucker. Wie sehr er dem Körper tatsächlich schadet, haben Forscher jetzt herausgefunden.

Gesunde Ernährung heißt vor allem: viel Obst und Gemüse essen. Fünf Portionen am Tag (650 g) lautet die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Wem die Zeit dazu fehlt, der püriert das Obst und Gemüse rasch in einem Mixer zu einem cremigen Smoothie. Natürlich sind Banane, Apfel und Co. ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Der darin enthaltene Fruchtzucker ist aber schädlicher für unsere Gesundheit als bisher angenommen: Er lässt das Herz gefährlich wachsen. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich in dem Fachmagazin „Nature“.

 

Fruktose lässt das Herz wachsen

Mithilfe von Tierversuchen und anhand der Gewebeproben von Menschen haben die Forscher einen Mechanismus entdeckt, bei dem der Fruchtzucker eine krankhafte Vergrößerung des Herzmuskels verursacht. Im schlimmsten Fall führt dieser Prozess sogar zu einem Herzversagen. Verantwortlich machen die Forscher dafür ein vom Fruchtzucker freigesetztes Enzym, das ein unkontrollierbares Wachstum des Herzmuskels vorantreibt: die sogenannte Ketohexokinase-C (KHK-C). Besonders gefährdet sind Patienten, die unter Bluthochdruck leiden.

 

Enzym setzt Kettenreaktion in Gang

Um einen Bluthochdruck auszugleichen, wächst der Herzmuskel. Die dafür notwendige Energie gewinnen die Herzmuskelzellen aus der Glykolyse („Spaltung des Zuckers“). Wenn genügend Fruktose vorhanden ist, entsteht das Enzym KHK-C. Kann der Körper bei der Energiegewinnung auf Fruktose zurückgreifen, verselbstständigt sich der Prozess und es wird immer mehr Energie hergestellt. Die Forscher konnten beobachten, wie das Enzym das Wachstum des Herzmuskels so immer weiter antreibt.

 

Fruktose in Lebensmitteln

Fruktose ist in nahezu allen Obst- und Gemüsesorten enthalten. In Fruchtsäften ist der Fruktosegehalt meist sogar etwas höher. Trockenfrüchte, Sirup und Honig weisen ebenfalls sehr hohe Fruktoseanteile auf. In Anbetracht der neuen Erkenntnisse raten die Wissenschaftler besonders von Fertiggerichten sowie stark gezuckerten Fruchtsäften und Limonaden ab. Der Verzehr einer Tagesration Früchte sei aber unbedenklich, betont Studienautor Peter Mirtschink.

Hamburg, 19. Juni 2015

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