Warum Frauen mehr Sonnenlicht brauchen, wenn sie die Pille absetzen

Stephanie Pingel Medizinredakteurin

Laut einer neuen Studie kann die Einnahme von östrogenhaltigen Verhütungsmitteln wie der Pille einem Vitamin-D-Mangel vorbeugen. Praxisvita erklärt, was Frauen deshalb beachten sollten, wenn sie die Pille absetzen wollen.

Amerikanische Forscher haben in einer neuen US-Studie eine Verbindung zwischen dem Vitamin-D-Spiegel und dem Hormon Östrogen gefunden: Das Östrogen, das unter anderem in Verhütungsmitteln wie der Pille oder der Hormon-Spirale enthalten ist, kann den Vitamin-D-Spiegel um bis zu 20 Prozent erhöhen. Generell ist das sehr positiv, da gerade hierzulande viele Menschen unter einem chronischen Vitamin-D-Mangel leiden. Besonders interessant sind diese Ergebnisse allerdings für Frauen, die schwanger werden möchten – denn ein Vitamin-D-Mangel kann die gesunde Entwicklung des Kindes gefährden. Die Studie wurde im „Endocrine Society's Journal of Clinical Endorocrinology & Metabolism“ veröffentlicht.

 

Vitamin-D-Mangel ist besonders bei Schwangeren gefährlich

Für die Untersuchung wurden insgesamt 1.700 US-Amerikanerinnen zwischen 23 und 34 Jahren getestet. Bei den Frauen wurde der Vitamin-D-Spiegel gemessen. Außerdem mussten sie Fragen darüber beantworten, ob und wenn ja, welche Verhütungsmethoden sie nutzen, wie viel sie bei Tageslicht unterwegs sind und ob sie Nahrungsergänzungsmittel verwenden. Dabei stellten die Forscher fest, dass die Frauen, die östrogen-basierte Verhütungsmittel verwenden, einen erhöhten Vitamin-D-Spiegel hatten. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Verhütungsmittel, die Östrogen enthalten, den Vitamin-D-Spiegel erhöhen. Wird das Verhütungsmittel allerdings abgesetzt, sinkt auch der Spiegel wieder“, erklärt Quaker E. Harmon, einer der Studienautoren.

Anhand der Ergebnisse sprechen die Forscher nun eine Warnung aus: Frauen, die durch ihr Verhütungsmittel überhaupt erst einen normalen Vitamin-D-Spiegel haben, merken oft gar nicht, dass sie durch das Absetzen des Mittels in eine Unterversorgung rutschen. „Die Studie lässt vermuten, dass Frauen das Risiko für einen Vitamin-D-Mangel ausgerechnet dann ungewollt erhöhen, wenn sie schwanger werden möchten“, so Harmon. Die Wissenschaftler raten Frauen daher, ihren Vitamin-D-Spiegel untersuchen zu lassen, wenn sie planen, das Verhütungsmittel abzusetzen.

Vitamin-D-Mangel
Laut einer neuen Studie erhöhen östrogenhaltige Verhütungsmittel den Vitamin-D-Spiegel bei Frauen. Der Körper produziert Vitamin D durch direkte Sonneneinstrahlung auf der Haut© Alamy
 

Wofür braucht der Körper Vitamin D?

Ausreichend Vitamin D ist für den menschlichen Körper sehr wichtig: Davon abgesehen, dass es die Entwicklung von Embryonen unterstützt ist, sorgt es auch für gesunde Knochen und stärkt die Muskelkraft. Der Körper kann das Vitamin am besten produzieren, wenn wir unsere Haut direktem Sonnenlicht aussetzen. In den Sommermonaten reicht schon tägliche eine halbe Stunde Aufenthalt im Freien, um den Tagesbedarf an Vitamin D zu decken. In den Wintermonaten kann eine zusätzliche Zufuhr des Vitamins durch Tabletten helfen, einem Mangel vorzubeugen. Auch bestimmte Lebensmittel wie Fisch, rotes Fleisch und Eier enthalten geringe Mengen von Vitamin D und können den Spiegel erhöhen.

Hamburg, 17. März 2017

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