Warum eine schmutzige Küche dick macht

Schmutzige Küche macht dick
Wer sein Gewicht halten möchte, der sollte nicht Kalorien zählen, sondern Ordnung halten © alamy

Eine chaotische Umgebung kann nicht nur Stress verursachen – sie verleitet uns auch dazu, mehr zu essen. Wie Ihre Küche Ihnen beim Abnehmen hilft, erfahren Sie hier.

Die Studie, die kürzlich an der Cornell Food and Brand Lab durchgeführt und im Fachmagazin "Environment and Behavior" veröffentlicht wurde, beweist, dass unordentliche Küchen echte Übergewichts-Pusher sein können. Demnach griffen gestresste Frauen, die sich in einer chaotischen Küche aufhielten, doppelt so oft zu Keksen wie diejenigen in einer ordentlichen Kochstube.

„Eine chaotische Umgebung, in der man die Kontrolle zu verlieren droht, gefährdet eine Diät. Es scheint, als würden sich die Leute denken ‚Alles andere ist außer Kontrolle geraten, warum sollte ich diszipliniert sein’“, erklärt der Leiter der Studie, Lenny Vartanian, Lehrbeauftragter für Psychologie an der Universität von New South Wales in Australien. Und fügt an: „Ich vermute, auch Männer verfallen in dieses Denkmuster.“

An dem Experiment nahmen 98 Frauen teil. Schauplatz waren zwei Küchen, die verschieden eingerichtet waren: Während sich in der einen Abfälle, Papierberge und dreckiges Geschirr stapelten, war die andere bis ins kleinste Detail aufgeräumt. In beiden Räumen wurden Schalen mit Karotten, Keksen und Crackern platziert. Einige der Teilnehmerinnen wurden gebeten, sich an eine Zeit zu erinnern, in der sie starken Belastungen und Anforderungen ausgesetzt waren. Die anderen Kandidatinnen sollten an die Phase im Leben zurückdenken, in der sie die komplette Kontrolle über ihr Leben hatten. Danach betraten beide Gruppen nacheinander die unaufgeräumte Küche. Das Ergebnis: Die zweite Gruppe nahm insgesamt 100 Kalorien weniger zu sich als die Kontrollgruppe. Der Grund: Unordnung stresst zusätzlich, denn sie verursacht Gefühle von Frustration und Hilflosigkeit über die scheinbar unlösbaren Probleme.

„Wenn Sie mehr Zeit zum Meditieren verwenden, werden Sie Stress abbauen, dadurch weniger essen und damit auch weniger Kalorien konsumieren. Der einfachere Weg wäre allerdings, wenn Sie Ihre Küche immer aufgeräumt und sauber halten“, so Co-Autor Brian Wansink.

 

Küche aufräumen und schlank bleiben

Die Küche sollte niemals ein Ort sein, in dem sich wichtige Post, Zeitschriften oder Zeitungen der vergangenen Monate stapeln. Wer nämlich nach Feierabend erst aufräumen muss, bevor er ausreichend Platz findet, um Gemüse zu schneiden, wird häufig auf ungesunde Tiefkühlware zurückgreifen oder sich bereits auf dem Nachhauseweg einen Burger o.Ä. kaufen.

Küchenutensilien, die Sie nicht mehr brauchen, z.B. kaputtes oder altes Geschirr, oder Töpfe, die nie oder nur selten verwendet werden, gehören aussortiert. Ein ordentliches und übersichtliches Umfeld sorgt für ein klar definiertes Wohn- und Lebensgefühl wie zum Beispiel einen festen Essplatz, der geregelte Mahlzeiten erst möglich macht.

Je sichtbarer Nahrungsmittel für uns sind, desto häufiger greifen wir danach. Darum sollten Zuckerbomben in verschlossenen Behältern oder Schränken aufbewahrt werden, Obst und Gemüse sollten dagegen gut sichtbar gelagert werden. Für Süßigkeiten gilt außerdem: Portionsweise in kleine Behälter umfüllen. So wächst die Wahrscheinlichkeit, dass Sie sich beim Naschen auf eine kleine Portion beschränken.

Weitere Tipps, wie Ihnen Ihr Haus beim Abnehmen helfen kann, finden Sie hier.

Hamburg, 3. Februar 2016

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