Warum Duschen VOR dem Schwimmbadgang so wichtig für Ihre Gesundheit ist

Schwimmer
Vor dem Eintauchen in den Pool zu duschen, ist nicht nur rücksichtsvoll gegenüber anderen Badegästen – es ist auch gesünder für den eigenen Körper © Fotolia

Wolkenloser Himmel, knallender Sonnenschein – zur Abkühlung im heißen Sommer gibt es kaum etwas Schöneres, als im Schwimmbad sofort in den Pool zu springen. Aber Moment, ein entscheidender Schritt fehlt noch: Erst muss sich geduscht werden. Das hat aber nicht nur hygienische Gründe für die anderen Schwimmbadbesucher, es spielt auch eine Rolle für Ihre eigene Gesundheit, wie eine neue Studie jetzt herausfand.

Forscher der University of South Carolina haben untersucht, wie sich Desinfektionsmittel in Pools und Schwimmbecken auf unsere Gesundheit auswirken. Sie stellten fest, dass diese Mittel besonders empfindlich  mit Schweiß, Körperpflegeprodukten oder Urin reagieren. Vermischen sich im Wasser die Desinfektionsmittel mit diesen Stoffen, entstehen gefährliche chemische Nebenprodukte (genannt "disinfection byproducts" oder auch DBPs). In Labortests stellte sich heraus, dass einige dieser DBPs schädliche Auswirkungen auf unsere DNA haben können.

„Obwohl Desinfektion wichtig ist, um schädliche Erreger auszulöschen, wurden in epidemiologischen Studien im Zusammenhang mit dem Kontakt mit DBPs negative Gesundheitseffekte wie Asthma und Blasenkrebs festgestellt“, so die Studie. Insgesamt analysierten die Forscher der Studie insgesamt 28 Wasserproben von privaten wie auch öffentlichen Schwimmbädern in den Vereinigten Staaten – jeweils sowohl vor als auch nach Benutzung der Bäder. In den mit Chlor desinfizierten Pools wurden nach Kontakt mit Schweiß oder Urin mehr als 100 potentiell erbschädigende DBPs gemessen.

In Schwimmbädern sind die chemischen Beiprodukte für Besucher als extremer Chlorgeruch erkennbar. Dieser Geruch wird durch die DBPs verursacht, die sich aus dem Wasser in die Luft übertragen. Je stärker der Geruch, desto größer ist der Nebenproduktgehalt im Wasser.

 

Alternativen für einen sicheren Badbesuch

Noch ist nicht eindeutig bestimmbar, wie schädlich diese chemischen Nebenprodukte wirklich für unser Erbgut sein können. Trotzdem empfiehlt die Studie dringend, sich vor dem Schwimmen gründlich zu duschen und auf das Auftragen von Körperpflegeprodukten zu verzichten.

Außerdem sollte das Wasser in den Pools und Bädern von den Badbetreibern möglichst oft gesäubert und ausgewechselt werden. Für private Pools empfiehlt Susan Richardson, Co-Autorin der Studie, Silberfilter zu installieren. Diese seien eine sinnvolle und sichere Alternative für einen gefahrlosen Schwimmgang, da sie Krankheitserreger abtöten ohne dabei DBPs zu produzieren.

Auch die Desinfektion durch Ozon sei möglich. Wichtig sei aber grundsätzlich, dass Pools, die sich nicht an der frischen Luft befinden, gut durchgelüftet werden, da dies ebenfalls Einfluss auf die Produktion von DBPs habe, so Richardson.

Hamburg, 6. Juni 2016

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.