Warum diese Matte Füße rettet

Verena Elson
Diese Fußmatte warnt Diabetiker vor entstehenden Fußwunden
Diese Fußmatte warnt Diabetiker vor entstehenden Fußwunden © Podimetrics

Diese Entwicklung eines US-Herstellers könnte Diabetiker vor Amputationen schützen: Eine Fußmatte erkennt Wunden am Fuß schon Wochen vor ihrer Entstehung.

Diabetiker sind besonders anfällig für Verletzungen an den Füßen. Das hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen: Dauerhaft erhöhter Blutzucker schädigt die Nerven und Gefäße im Fuß, in der Folge nimmt die Empfindsamkeit in den Füßen ab. Diabetiker spüren darum häufig nicht, wenn sie ihren Fuß falsch belasten – das begünstigt Druckstellen und Hornhautbildung. Schädigungen des vegetativen Nervensystems durch den Bluthochzucker führen außerdem dazu, dass die Schweißbildung vermindert ist und die Haut an den Füßen trockener und rissiger wird, was ebenfalls die Wundbildung fördert.

Kommt es zu kleinen Rissen oder Verletzungen, merken die Patienten das aufgrund der geschädigten Nerven häufig erst spät. Die Folge sind Wundinfektionen, die sich zu Geschwüren entwickeln können. Da auch die Wundheilung bei Diabetikern gestört ist, ist die Behandlung solcher Wunden häufig langwierig und problematisch – im schlimmsten Fall muss der Fuß amputiert werden. Wissenschaftler suchen darum kontinuierlich nach besseren Vorbeugemaßnahmen, um Patienten vor der Entstehung eines solchen „diabetischen Fußes“ zu schützen.

 

Fußmatte erkennt Wunde Wochen vor Entstehung

Mit der Entwicklung der US-Firma Podimetrics könnte das gelungen sein: In einer Studie mit Diabetikern konnte die Fußmatte SmartMat die Entstehung von Wunden an den Füßen um fünf Wochen vorhersagen.

Und so funktioniert sie: Der Patient nimmt die Fußmatte mit nach Hause und stellt sich jeden Tag barfuß für etwa 20 Sekunden darauf. Die Matte ermittelt die Temperatur in den Fußsohlen und vergleicht die beiden Seiten miteinander. Stellt sie in einem der Füße eine höhere Temperatur fest, ist das ein Hinweis auf eine sich entwickelnde Wunde. Die Fußmatte sendet die Ergebnisse an den behandelnden Arzt – der kann dann rechtzeitig Maßnahmen ergreifen, um die Entstehung größerer Wunden zu verhindern.

Deutsche Fachärzte fordern jetzt die flächendeckende Einführung der SmartMat für Risiko-Patienten – und die Kostenübernahme durch die Krankenkassen.
 

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