Warum die Zigarette zum Bier so gut schmeckt

Bier und Zigarette
Bier und Zigarette gehören zusammen – den Grund dafür haben Forscher jetzt herausgefunden © Fotolia

Viele Raucher kennen sie, die typische Party-Zigarette. Auch wenn man den ganzen Tag nicht geraucht hat – kaum ist das erste Bier geöffnet, wünscht man sich eine Zigarette dazu. Forscher haben nun die Gründe dafür herausgefunden.

Bisher wurde die gute alte Gewohnheit dafür verantwortlich gemacht, dass man in Verbindung mit Alkohol gerne raucht. Eben die typische Party-Zigarette oder die Zigarette, die zum Glas Rotwein ganz besonders gut schmeckt. US-Forscher haben nun herausgefunden, dass nicht die Konditionierung allein der Grund für das Verlangen nach einer Zigarette ist. Es ist vielmehr der Alkohol, der den Verzicht auf Zigaretten so schwer macht.

In einer kürzlich veröffentlichten  Studie untersuchte ein Team aus Medizinern vom Roswell Park Cancer Institute in New York und der University of California in San Francisco die Nikotinwerte von Probanden, die sich zur selben Zeit wegen Alkoholismus in Behandlung befanden. Die Werte wurden kurz nach dem ersten Verzicht auf Alkohol sowie vier und sieben Wochen nach dem Alkoholentzug gemessen. Es zeigte sich, dass Alkoholgenuss den Nikotinstoffwechsel beschleunigt und der Körper deshalb schnell nach mehr Nikotin verlangt.

 

Ohne Alkohol schmeckt die Zigarette nur halb so gut

„Unsere Studie hat gezeigt, dass chronischer starker Alkoholkonsum zu einer Beschleunigung des Nikotinstoffwechsels führen kann. Das könnte ein Grund für die niedrige Rate erfolgreicher Nikotin-Entzüge bei Alkoholikern sein,“ spekuliert Maciej Goniewicz, Senior-Autor der Studie. „Eine weitere wichtige Erkenntnis war, dass sich der Nikotinstoffwechsel verlangsamte, sobald der Raucher mit dem Trinken aufhört“, fügt Goniewicz hinzu. Die Erkenntnisse könnten in Zukunft wichtig sein, um zu verstehen, warum die Abgewöhnung so schwer ist.

So fügt Neal Benowitz, Co-Autor der Studie und Medizinprofessor an der University of California in San Francisco hinzu, dass die Untersuchung „wichtige Auswirkungen auf das Verständnis des Rauchverhaltens und die Verbesserung von Nikotin-Entzugsmaßnahmen für jetzige und frühere Alkoholiker haben kann“. „Es könnte auch eine Bedeutung für den Zeitpunkt und die Auswahl von Rauchentwöhnungs-Programmen bei genesenden Alkoholikern haben“, fügt er hinzu.

Die Studie erklärt auch, warum man auf Parties gern und viel raucht. Denn auch bei Nicht-Alkoholikern beeinflusst Alkoholkonsum den Stoffwechsel. Wer zwar auf Zigaretten aber nicht langfristig auf Alkohol verzichten mag, sollte nur etwas geduldig sein. Denn die Auswertungen der Wissenschaftler zeigten auch, dass sich bereits vier Wochen nach dem Verzicht auf Alkohol der Nikotinstoffwechsel wieder normalisiert hatte.

 

Wenn schon Detox, dann richtig

Was wir aus der Studie ziehen können: Wenn Sie Ihrem Körper etwas Gutes tun wollen, indem Sie mit dem Rauchen aufhören, machen Sie es doch gleich richtig und lassen Sie auch den Alkohol weg. Wenn sich der Nikotinstoffwechsel nach vier Wochen erholt hat, ist das eine oder andere Bier in Maßen auch wieder erlaubt.

Hamburg, 23. Mai 2016

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