Warum die „Biggest Loser“-Diät dick macht

Frau mit Maßband um den Bauch
Crash-Diäten wirken oft nur kurzfristig © Fotalia

Die meisten Teilnehmer der TV-Show „The Biggest Loser“ nehmen im Verlauf der Sendung stark ab. Was kann daran schlecht sein? Tatsächlich ist die Freude meist nur von kurzer Dauer und dramatische Veränderungen im Hormonhaushalt begünstigen eine stärkere Gewichtszunahme als vor der Diät.

Es gibt eigentlich kaum eine schönere Erfolgsgeschichte, als die eines stark übergewichtigen Couch-Potatoes, der innerhalb weniger Wochen durch Sport und gesunde Ernährung sein Gewicht halbiert. Das ist auch ein Grund warum die Reality-Show „The Biggest Loser“ in mehr als 20 Ländern erfolgreich im TV läuft.

Doch die TV-Show hat eine traurige Schattenseite, die nicht von den Kameras eingefangen wird. Eine kürzlich veröffentlichte Studie hat gezeigt, dass fast alle Teilnehmer der achten Staffel der US-Ausgabe von „The Biggest Loser“ ihr altes Gewicht inzwischen nicht nur zurückgewonnen haben, sondern sogar noch mehr wiegen, als vor der Teilnahme.

 

Die Teilnehmer wiegen mehr als vorher

Dr. Kevin Hall vom National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases in den USA untersuchte 14 Teilnehmer der Show über einen Zeitraum von sechs Jahren. Er stellte fest, dass der menschliche Körper einem Mechanismus folgt, der die verlorenen Kilos schnell wieder aufbaut und zu diesem Zweck den Stoffwechsel verlangsamt. Hatten die Mitspieler der Show vor ihrer Teilnahme einen normal arbeitenden Stoffwechsel, war ihr Körper nach der Diät kaum noch in der Lage, genug Kalorien zu verbrennen, um das niedrigere Körpergewicht zu halten. Die Folge: Die Teilnehmer nahmen zu, auch wenn sie weniger aßen, als vorher. Selbst sechs Jahre nach der Show hatte sich der Stoffwechsel nicht wieder reguliert. So wog einer der Teilnehmer zum Start der Sendung 222 Kilo und schaffte es, sein Gewicht auf 144 Kilo zu senken. Heute wiegt er sogar 225 Kilo und leidet unter einem dramatisch verlangsamten Stoffwechsel.

 

Heißhungerattacken durch "Biggest Loser"-Diät

Ein weiterer gefährlicher Nebeneffekt der 13-wöchigen Radikal-Abspeckkur von „The Biggest Loser“ ist eine veränderte Hormonproduktion. Besonders Leptin, ein Hormon, das Heißhungerattacken unterdrückt, wurde nach der Gewichtsabnahme kaum noch produziert. Vor der Teilnahme hatten die Mitspieler normale Leptin-Level, nach der Show litten sie durch den Hormon-Mangel unter ständigen Heißhungerattacken.

Übergewicht ist einer der häufigsten Gründe für Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes. Wer sein Gewicht auf gesunde, stoffwechselschonende Weise reduzieren möchte, sollte keine Radikaldiät machen, sondern kalorienreduziert aber ausgewogen essen und ausreichend körperliche Aktivitäten in seinen Alltag integrieren.

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Hamburg, 03. Mai 2016

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