Warum Dezemberbabys Glückskinder sind

Verena Elson Medizinredakteurin

Den Geburtstag im Dezember empfinden viele „Betroffene“ als nervig – denn der eigene große Tag steht dann im Schatten des ganzen Weihnachtstrubels. Doch es gibt viele Gründe, sich über einen Geburtstag im Dezember zu freuen, zeigen Studien.

Winterkinder haben bessere Chancen, über 100 zu werden
Winterkinder haben bessere Chancen, über 100 zu werden Foto:  romrodinka/iStock

Sie bekommen Ihr Baby mitten im stressigen Dezember? Glückwunsch! Ein besseres Geschenk könnten Sie ihm kaum machen. Denn ein Geburtstag im Dezember bringt dem Nachwuchs gesundheitliche Vorteile und erhöht seine Chancen auf ein längeres Leben.

 

Geringeres Risiko für Herzerkrankungen

Wissenschaftler der Columbia University in New York City konnten zeigen, dass von September bis Dezember geborene Kinder ein geringeres Risiko haben, später an einer Herzerkankungen zu leiden, als von Januar bis Juni geborene Kinder.

 

Bessere Chancen auf ein langes Leben

Eine 2011 veröffentlichten Studie von US-Forschern ergab, dass Dezemberkinder die besten Chancen haben, 105 Jahre oder älter zu werden.

 

Häufiger Frühaufsteher

Menschen, die in den Wintermonaten geboren sind, gehören häufiger zu den sogenannten Lerchen: Sie stehen früh auf und gehen früh zu Bett. Wie Studien zeigen, bringt das zahlreiche gesundheitliche Vorteile: Weibliche Lerchen erkranken beispielsweise seltener an Brustkrebs als weibliche „Eulen“, also Langschläferinnen. Eine US-Studie zeigte zudem, dass Lerchen im Schnitt ein geringeres Risiko haben, frühzeitig zu sterben.

Menschen, die abends früh müde werden und morgens gut aus dem Bett kommen, haben ein geringeres Risiko, frühzeitig zu sterben
Service Wer früher aufsteht, lebt länger

 

Fitter und sportlicher

Laut einer in dem Fachblatt International Journal of Sports Medicine veröffentlichten Studie sind von Oktober bis Dezember Geborene häufiger körperlich fit und sportlich als Menschen, die in anderen Monaten Geburtstag haben.

 

Häufiger Linkshänder

Diese Tatsache hat keine gesundheitlichen Auswirkungen, aber dennoch einen medizinischen Hintergrund: Im Spätherbst und frühen Winter geborene Jungen sind häufiger Linkshänder, wie eine 2016 veröffentlichte Studie Wiener Forscher zeigt. Der Grund ist der höhere Testosteronspiegel der Mutter im Sommer, wie die Autoren vermuten: Er beeinflusst die Gehirnentwicklung und fördert die Entstehung der Linkshändigkeit bei ihrem Nachwuchs.

Quellen:
Boland, Mary Regina, et al. (2015): Birth month affects lifetime disease risk: a phenome-wide method, in: Journal of the American Medical Informatics Association.

Gavrilov, Leonid A., and Natalia S. Gavrilova. (2011): Season of birth and exceptional longevity: comparative study of American centenarians, their siblings, and spouses, in: Journal of aging research 2011.

Sandercock, G.R. et al. (2014): Athletic performance and birth month: is the relative age effect more than just selection bias?, in: International Journal of Sports Medicine.

Knutson, Kristen L., and Malcolm von Schantz (2018): Associations between chronotype, morbidity and mortality in the UK Biobank cohort, in: Chronobiology international.

Tran, Ulrich S., Stefan Stieger, and Martin Voracek (2014): Latent variable analysis indicates that seasonal anisotropy accounts for the higher prevalence of left-handedness in men, in: Cortex.

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