Warum bin ich ständig erkältet?

Warum sind einige Menschen ständig erkältet? Forscher sind überzeugt, die Ursache jetzt gefunden zu haben. Welche das ist und wie Sie ihr entgegenwirken können, erfahren Sie hier.

 

Ständig erkältet – wenn ein Lymphstau dahintersteckt

Fünf Erkältungen hintereinander, dauerhaft entzündete Nasennebenhöhlen, ständige Infekte: Wenn Menschen ständig erkältet sind, ist das in 40 Prozent der Fälle auf einen gestörten Lymphfluss zurückzuführen, belegt eine aktuelle Untersuchung.

Das Lymphsystem ist noch immer ein großer Unbekannter in der Medizin. Wir merken erst dann etwas von ihm, wenn es uns Probleme bereitet. Dabei könnte unser Immunsystem ohne die Lymphe überhaupt nicht arbeiten. Sie zieht sich wie ein zweiter Blutkreislauf durch den ganzen Körper und funktioniert wie ein Abwasserkanal: Die Lymphgefäße transportieren all jene Stoffe ab, die sich im Gewebe sammeln – jeden Tag etwa zwei Liter.

Was passiert im Körper, wenn man ständig erkältet ist?

Gerät der Lymphfluss ins Stocken, staut er sich zum Beispiel in der Nase und in den Nebenhöhlen

Viren werden durch den langsameren Lymphfluss nicht mehr effizient vernichtet, sie setzen sich auf der gestauten Flüssigkeit ab

Die Lymphknoten unter den Achseln und am Hals schwellen an, die Abwehrzellen können die Erreger ohne intaktes Lymphsystem jedoch nicht vernichten

Unser Immunsystem kapituliert, Erreger breiten sich aus. Erkältungen, Husten und Bronchialerkrankungen brechen aus und solange die Lymphflüssigkeit nicht richtig zirkuliert, verschwinden sie auch nicht mehr.

 

Lymphknoten: Filter im Körper

Hierzu gehören Stoffwechselendprodukte, Zellreste und Fremdkörper. Zwischengeschaltete Lymphknoten wirken zusätzlich wie Filter: Knapp 600 von ihnen durchziehen den menschlichen Organismus. Jeder einzelne Knoten hat eine wichtige Immunfunktion: Dringen Erreger in den Körper, werden Abwehrzellen alarmiert, um die Feinde zu vernichten.

Damit diese Zellen wissen, wen sie bekämpfen müssen, werden im Inneren des Lymphknotens in Sekundenschnelle die Bestandteile der eingedrungenen Feinde analysiert und anschließend den Abwehrzellen präsentiert – die dann gegen die Eindringlinge vorgehen können.

 

Ständig erkältet, weil das Lymphsystem versagt

Das Problem bei diesem hervorragenden System: Fließt die Lymphflüssigkeit nicht richtig, können wir krank werden. Dann staut sie sich in der Nase, den Nebenhöhlen, den Bronchien. Gleichzeitig wird unser Gewebe nicht mehr von Fremdstoffen gereinigt. Bakterien, Viren und Erreger breiten sich aus. Das Gleichgewicht aus Nährstoffen und Abfallprodukten im Blut gerät ins Ungleichgewicht. Die Folge: Betroffene sind ständig erkältet.

 

Ständig erkältet? So beugen Sie vor

Eine Mutter spielt mit ihrem Sohn im Watt fangen
Wer ständig erkältet ist, sollte sich viel bewegen: 30 Minuten täglich Spazierengehen oder Radfahren helfen, erneuten Infekten vorzubeugen© Fotolia

Experten haben fünf Faktoren identifiziert, die das Lymphsystem beeinflussen. Wer ständig erkältet ist, kann mit einigen Maßnahmen vorbeugen:

  1. Wasser stellt die Grundlage der Lymphe dar, denn sie hält die Flüssigkeit in Bewegung und hilft dem Gewebe, sich zu reinigen. Trinken wir zu wenig, staut sich der Lymphfluss. Deshalb: Täglich mindestens 30 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht trinken (bei einem Gewicht von 70 Kilogramm - mal 30 Milliliter – entsteht ein Bedarf von 2,1 Litern).
  2. Eiweiße haben die Eigenschaft, im Körper Wasser an sich zu binden. Gelangt zu viel Eiweiß über das Blut in das Zwischenzellgewebe, kann das daran gebundene Wasser nicht weiter transportiert werden. Die Lymphflüssigkeit kommt ins Stocken und setzt sich fest. Außerdem behindert das durch das Wasser vergrößerte Eiweißmolekül zusätzlich den Lymphfluss. Tipp der Forscher: Nur knapp ein Drittel der täglichen Nahrung sollte aus Eiweiß bestehen (besonders eiweißhaltige Lebensmittel sind zum Beispiel Geflügel, Quark, Joghurt, Eier, Fisch, Meeresfrüchte, magere Käsesorten).
  3. Bewegung ist einer der wichtigsten Faktoren für einen intakten Lymphfluss. Denn nur durch das rhythmische Zusammenziehen der Muskeln werden die Lymphgefäße entleert, und die Flüssigkeit kann durch den Körper transportiert werden. 30 Minuten lang spazieren gehen, Radfahren oder Schwimmen reichen.
  4. Da das Lymphsystem keine eigene Pumpe hat, benötigt es das Zwerchfell. Dieses sichert das Fortkommen der Lymphe. Durch eine gute Atemtechnik kann das Zwerchfell die Fließeigenschaft der Lymphe verbessern und eventuelle Staus beheben: Langsam durch die Nase bei geschlossenen Mund in den Unterbauch einatmen, die eingeatmete Luft drei Sekunden im Unterbauch festhalten, doppelt solang ausatmen. Zehnmal wiederholen.
  5. Der Lymphfluss kann auch direkt trainiert werden: Rechten Mittelfinger über den rechten Zeigefinger legen, diesen flach mit seiner ganzen Länge in die Grube oberhalb des linken Schlüsselbeins legen. Nun an dieser Stelle behutsam in die Tiefe drücken. Auf der rechten Seite genauso wiederholen. Die Übung pro Seite 30 Sekunden durchführen.

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