Warum bin ich morgens immer müde?

Könnte sich eine Blutarmut hinter der morgendlichen Erschöpfung verbergen? Praxisvita erklärt, wodurch chronische Müdigkeit zustande kommt und wie wir sie behandeln können.

Nachts tankt der Körper neue Energie, nach rund acht Stunden ist der Speicher voll und man startet ausgeruht in den Tag – so sollte es zumindest sein. Fühlt man sich jedoch schon am Morgen erschöpft und muss sich müde aus dem Bett und über den Tag quälen, stimmt etwas nicht. Praxisvit klärt über die häufigsten Ursachen auf.

 

Blutarmut

Sind auch die Innenseiten der Lippen und das Zahnfleisch auffällig blass oder sind Haare und Fingernägel sehr brüchig, ist eine Blutarmut wahrscheinlich: Das Blut kann nicht genügend Sauerstoff binden. Der Körper und vor allem das Gehirn werden unterversorgt. In den meisten Fällen ist ein Eisenmangel daran schuld, der durch eine Blutuntersuchung schnell festgestellt werden kann. Vor allem tierische Produkte wie Fleisch, Eier und Milch sind gute Eisenlieferanten. Bei schwerwiegendem Mangel ist die Einnahme von Eisenpräparaten sinnvoll.

 

Diabetes

Störungen im Blutzuckerstoffwechsel werden meist erst sehr spät erkannt, weil die anfänglichen Symptome schwer zuzuordnen sind. Auch Müdigkeit, Antriebslosigkeit und vermehrter Durst gehören zu diesen unspezifischen Anzeichen. Bei einem bereits diagnostizierten und behandelten Diabetes kann Müdigkeit auf eine schlechte Einstellung des Blutzuckerspiegels deuten. Eine Kontrolluntersuchung beim Hausarzt bringt schnell Aufschluss.

 

Medikamente

Auch Arzneimittel können müde machen. So zählt etwa Erschöpfung zu den häufigsten Nebenwirkungen von Migränemedikamenten. Hat die Müdigkeit erst mit Einnahme oder Wechsel eines Präparats begonnen, sollten Sie darüber mit dem Arzt sprechen.

 

Niedriger Blutdruck

Sind die Blutdruckwerte zu niedrig (unter 105 zu 60 mmHg), macht sich das durch lang anhaltende Müdigkeit bemerkbar. Oft kommen auch kalte Füße und Hände hinzu. Im Gegensatz zum Bluthochdruck ist ein zu niedriger Druck zwar lästig, aber in vielen Fällen nicht behandlungsbedürftig. Schon einfache Rituale am Morgen wie Wechselduschen, Morgengymnastik oder frische Luft bringen den Kreislauf in Schwung und helfen den Blutdruck zu regulieren.

 

Schilddrüsenunterfunktion

Produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone, laufen viele Körperfunktionen wie Stoffwechsel und Verdauung auf Sparflamme. Man fühlt sich schlapp, oft nimmt man trotz Appetitmangels an Gewicht zu. Eine ausreichende Jodaufnahme (etwa durch Fisch) stimuliert die Schilddrüse. In schwereren Fällen hilft aber nur die Einnahme von Schilddrüsenhormonen in Tablettenform.

 

Schnarchen

Kommt es durch Schnarchen nachts immer wieder zu kurzen Atemaussetzern, erhält das Gehirn zu wenig Sauerstoff. Der Schlaf ist nicht mehr erholsam. Die Betroffenen selbst merken oft nichts von ihrem Problem. Hinweise können Kopfschmerzen und Schwindel nach dem Aufstehen sein. Tipp: Ein Nasenpflaster (aus der Apotheke) weitet die Nase und kann so die Mundatmung verhindern.

 

Wie schläft man im Schlaflabor?

Zimmer: Gemütlich eingerichtete Einzelzimmer mit Fernseher. Oft besteht die Möglichkeit, eine Begleitperson mitzunehmen.

Verkabelung: Die Kabel werden so verbunden, dass die Bewegungsfreiheit im Bett nicht eingeschränkt ist. Technische Apparate und Personal sind im Nebenraum.

Ablauf: Man kann lesen oder fernsehen. Auch wenn man etwas anders als zu Hause schläft, sind die Werte trotzdem aussagekräftig.

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