Wann lohnt sich Vorsorge, die die Kasse nicht bezahlt?

Wenn eine erblich bedingte Blutgerinnungs-Störung vorliegt, ist eine Thrombose-Untersuchung sinnvoll
Wenn eine erblich bedingte Blutgerinnungs-Störung vorliegt, kann der Arzt gemeinsam mit dem Patienten sinnvolle Vorsorge-Maßnahmen, zum Beispiel eine Thrombose-Untersuchung, auswählen © shutterstock

Ärzte empfehlen immer häufiger teure Zusatz-Therapien – aber nicht alle sind immer sinnvoll. Praxisvita gibt einen Überblick über die wichtigsten iGe-Leistungen.

Sogenannte individuelle Gesundheits-Leistungen (iGeL) gehören in vielen Praxen mittlerweile zum Alltags-Geschäft. Denn jeder fünfte Deutsche nimmt sie in Anspruch, obwohl die gesetzlichen Kassen die Kosten dafür nur in Ausnahme-Fällen übernehmen. Neue Post fasst die gängigsten Selbstzahlertherapien zusammen und erklärt, wann sie notwendig sind:

 

Thrombose-Untersuchung

Dieser Check ist nur sinnvoll, wenn sie zu einer Risiko-Gruppe gehören: stark Übergewichtige, Krebs-Kranke und Menschen mit Herz-Problemen. Die Untersuchung verrät, ob ihr Blut zu leicht gerinnt – dafür wird die Protein-C-Aktivität gemessen. Wenn eine erblich bedingte Blutgerinnungsstörung vorliegt, kann der Arzt gemeinsam mit dem Patienten sinnvolle Vorbeugungs-Maßnahmen auswählen. Kosten: etwa 150 Euro.

 

Licht-Therapie

Diese Zusatz-Leistung wird vom unabhängigen iGeL-Monitor positiv bewertet: Bei einer Winter-Depression kann das Licht die Stimmung aufhellen. Kosten: rund 10 Euro pro Behandlung.

 

Augen-Innendruck messen

Viele Fachärzte empfehlen vor allem über 50-Jährigen eine Augen-Innendruck-Messung. Damit kann der grüne Star (Glaukom) frühzeitig erkannt werden. Diese Selbstzahler-Leistung wird in Deutschland am häufigsten in Anspruch genommen. Wichtig ist dabei allerdings, dass der Check mit einer Sehnervuntersuchung, Messung der Hornhaut-Dicke und Gesichtsfeld-Bestimmung kombiniert wird. Kosten: rund 120 Euro. Sinnvoll ist diese Untersuchung vor allem für extrem kurzsichtige Menschen.

 

Zahn-Reinigung

Die Entfernung von Zahnstein ist einmal jährlich eine Kassen-Leistung. Die vorbeugende Zahn-Reinigung muss der Patient jedoch selbst bezahlen. Hierbei werden auch Plaque und Ablagerungen entfernt. Empfohlen wird die Reinigung auf alle Fälle für Menschen, die an Parodontitis leiden – einer bakteriellen Entzündung, die das Zahnfleisch schädigt. Für alle anderen ist der Nutzen umstritten. Der iGeL-Monitor gibt keine klare Empfehlung. Es wird hingegen angegeben, dass eine Anleitung für richtige Mund-Hygiene mehr bringen würde. Achtung: Vor einer Zahn-Reinigung unbedingt Angebote vergleichen. Die Kosten liegen zwischen 50 und 250 Euro.

 

Vitamin-Check

Grundsätzlich sind die meisten Menschen in Deutschland ausreichend mit Vitaminen versorgt. Doch in bestimmten Lebenssituationen ist ein Mehr-Bedarf an Vitalstoffen nötig: zum Beispiel bei chronisch Kranken oder bei hoher Belastung. Der Hausarzt bespricht beim Check die Essgewohnheiten und führt einen Bluttest durch. Kosten: bis zu 90 Euro.

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