Wann ist die Fruchtwasseruntersuchung sinnvoll?

Michelle Kröger Medizinredakteurin
Fruchtwasseruntersuchung
Eine Fruchtwasseruntersuchung wird nicht immer von der Krankenkasse bezahlt © Steve Debenport/iStock
Inhalt
  1. Was ist eine Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese)?
  2. Wann ist eine Fruchtwasseruntersuchung sinnvoll?
  3. Wie läuft eine Fruchtwasseruntersuchung genau ab?
  4. Was kann man durch eine Fruchtwasseruntersuchung erfahren?
  5. Ist eine Fruchtwasseruntersuchung schmerzhaft?
  6. Welche Risiken gibt es bei einer Fruchtwasseruntersuchung?
  7. Video: Diese Anzeichen verraten eine Schwangerschaft

Ein gesundes Kind zur Welt bringen – das ist sicherlich der größte Wunsch einer schwangeren Frau. Die Fruchtwasseruntersuchung kann einiges über die Gesundheit des Babys verraten: Unter anderem lässt sich so in Erfahrung bringen, ob das Kind an einer Krankheit wie Trisomie 21 leidet. Wir verraten Ihnen, was Sie über die Pränataluntersuchung wissen sollten.

 

Was ist eine Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese)?

Die Fruchtwasseruntersuchung (auch Amniozentese genannt) ist eine spezielle Untersuchung im Rahmen der Pränataldiagnostik. Sie ist nicht Bestandteil der normalen Schwangerschaftsvorsorge. Bei einer Fruchtwasseruntersuchung wird Fruchtwasser aus der Fruchtblase entnommen und die darin enthaltenen Zellen werden auf Erbkrankheiten, Fehlbildungen oder Chromosomen-Abweichungen wie Trisomie 21 untersucht. Im Regelfall wird die Fruchtwasseruntersuchung zwischen der 16. und der 18. SSW durchgeführt.

Fruchtwasseruntersuchung
Durch eine Fruchtwasseruntersuchung sollen mögliche Erbkrankheiten frühzeitig erkannt werden © PhonlamaiPhoto/iStock
 

Wann ist eine Fruchtwasseruntersuchung sinnvoll?

Die Fruchtwasseruntersuchung zählt nicht zu den gesetzlich vorgesehenen Vorsorgeuntersuchungen, die in jedem Fall von der Krankenkasse übernommen werden. Dennoch können die Kosten übernommen werden, wenn einer der folgenden Gründe vorliegt

  • Die Schwangere ist 35 oder älter
  • Das Ersttrimesterscreening zwischen SSW 11 und 13 war auffällig
  • Es liegen bereits Erbkrankheiten wie Trisomie 21 in der engen Familie vor
  • Komplikationen in früheren Schwangerschaften
Wie hoch sind die Kosten für eine Fruchtwasseruntersuchung?

Gibt es aus ärztlicher Sicht keinen Anlass für eine Fruchtwasseruntersuchung, muss die Schwangere die Kosten dafür selbst tragen, wenn sie das Screening trotzdem durchführen lassen möchte. Die Kosten schwanken je nach Arzt, betragen aber oft bis zu 1.400 Euro.

 

Wie läuft eine Fruchtwasseruntersuchung genau ab?

Für eine Fruchtwasseruntersuchung macht der Arzt einen kleinen Schnitt in die zuvor örtlich betäubte Bauchdecke. Dort wird dann die Punktionsnadel angesetzt, mit der der Arzt durch das Gewebe hindurch bis zur Fruchtblase sticht – natürlich stets unter Ultraschallkontrolle. Er saugt einige Milliliter des Fruchtwassers ab, denn in diesem befinden sich die Zellen des Babys. Das Erbmaterial wird im Labor vermehrt und die Chromosomen auf Anzahl und Struktur hin untersucht. Erste Erkenntnisse sind schon nach etwa zwei Tagen verfügbar und geben Aufschluss über die Anzahl der Chromosomen 13, 8 und 21 des Babys sowie dessen Geschlecht. Alle anderen Ergebnisse gibt es meist nach rund 14 Tagen.

 

Was kann man durch eine Fruchtwasseruntersuchung erfahren?

Folgende Diagnosen sind infolge einer Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) möglich:

  • Down-Syndrom (Trisomie 21)
  • Offener Rücken (Spina bifida)
  • Muskel- und Stoffwechselerkrankungen
  • Apert-Syndrom (führt zu Fehlbildungen)
  • Trisomie 8, 9, 13, 18
 

Ist eine Fruchtwasseruntersuchung schmerzhaft?

Wer Angst vor Schmerzen hat, kann beruhigt sein, denn eine Fruchtwasseruntersuchung ist durch die Betäubung in der Regel nicht schmerzhaft. Allerdings kann es in den Tagen nach der Amniozentese zu leichten Schmerzen und / oder Blutungen kommen. Die Schwangere sollte sich nach der Untersuchung daher gut ausruhen.

Fruchtwasseruntersuchung
Da die Fruchtwasseruntersuchung nicht ganz risikofrei ist, sollte sich die Schwangere danach erholen © stevanovicigor/iStock
 

Welche Risiken gibt es bei einer Fruchtwasseruntersuchung?

Werdende Eltern, die über eine Fruchtwasseruntersuchung nachdenken, sollten sich der möglichen Risiken bewusst sein. Diese spezielle Pränataluntersuchung ist nicht ganz ungefährlich. Sie sollten also Nutzen und Risiko genauestens gegeneinander abwägen und mit dem Arzt darüber sprechen. Zu den Risiken gehören:

  • Fehlgeburt
  • vorzeitiger Blasensprung
  • Gebärmutterkontraktionen
  • Blutungen
  • Infektionen
  • Verletzungen des Babys
 

Video: Diese Anzeichen verraten eine Schwangerschaft

 

 
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