Wanderschuhe einlaufen: Tipps gegen Schmerzen und Blasen

Redaktion PraxisVITA

Man muss seine Wanderschuhe einlaufen, heißt es da immer. Doch wie gelingt das und welche Tipps helfen?

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Es gibt Unterschiede, wie lange man Wanderschuhe einlaufen sollte Foto:  iStock/eclipseimages
Inhalt
  1. Warum muss man Wanderschuhe einlaufen?
  2. So entstehen Blasen in den Wanderschuhen
  3. Wie und wie lange Wanderschuhe einlaufen?
  4. Wanderschuhe einlaufen in mehreren Schritten
  5. Wanderschuhe richtig tragen

Dass man Wanderschuhe einlaufen sollte, ist nicht nur ein gut gemeinter Rat von erfahrenen Outdoor-Kennern. Einfach Schuhe kaufen und losmarschieren – so stellen sich das zwar viele Laien vor, doch schon nach kurzer Zeit kommt dann die böse Überraschung.

Es ist praktisch unerlässlich, wenn man Blasen, Druckstellen und Schmerzen an den Zehen vermeiden möchte. Hier gibt es Hinweise und Möglichkeiten, Schuhwerk und Füße aneinander zu gewöhnen.

 

Warum muss man Wanderschuhe einlaufen?

Vielleicht lässt sich der offensichtlichste Grund, warum man Wanderschuhe einlaufen sollte, mit einer Jeans vergleichen: Die ist anfangs auch oft noch sehr steif und eng, sprich, nicht wirklich bequem. Ein robuster Schuh ist natürlich insgesamt deutlich fester, aber trotzdem passt sich das Material im Laufe der Zeit den Füßen des Trägers an – dazu gehört das gesamte Obermaterial wie auch das Fußbett.

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Insgesamt weitet sich die Passform ein wenig. Bis dahin trifft ein relativ sensibles Körperteil wie der Fuß auf ein wenig flexibles, dem Laufgefühl nicht vertrautes Produkt – und zusammen sollen beide Faktoren direkt über mehrere Stunden den Belastungen einer Wanderung standhalten, die logischerweise zu Reibung und Druck führt. Das kann eigentlich kaum ohne unangenehme Nebenwirkungen ablaufen.

 

So entstehen Blasen in den Wanderschuhen

Blasen gehören zu den unangenehmsten dieser besagten Nebenwirkungen. Vor allem ab dem Moment, in dem die Haut aufreißt und die wunde Stelle immer wieder ans Material reibt. Doch wie entstehen Blasen eigentlich – nicht nur beim Wandern, sondern auch bei allen anderen Laufaktivitäten? Die Haut teilt sich in mehrere Hautschichten auf.

Reibt die Haut, meist an der Ferse oder den Zehen, zu lange gegen einen Widerstand, löst sich die obere Hautschicht an der Druckstelle von der unteren Schicht ab und der Hohlraum füllt sich mit Flüssigkeit. Dieser körpereigene Schutz sorgt aber für noch mehr Druck, wenn der Schuh nicht ausgezogen wird. Irgendwann platzt die Haut auf und es tut noch mehr weh.

Ein warmes, leicht feuchtes Klima begünstigt die Blasenbildung. Im schlimmsten Fall können sogar unter den Fußnägeln Blasen entstehen. Etwa dann, wenn ein zu langer Nagel beim langen Bergablaufen immer wieder gegen eine zu harte Schuhspitze drückt. So oder so sollten Wanderer immer Blasenpflaster sowie Socken zum Wechseln auf einer Tour dabeihaben.

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Leider können solche Hautreaktionen bei neuen Schuhen selten ganz vermieden werden, selbst wenn das Einlaufen der Wanderschuhe ernst genommen wurde. Und auch ohne Blasen können die Füße auf langen Wanderungen schmerzen, wenn die Zehen oder Gelenke zu wenig Platz haben, das Abrollen in dem harten Material noch nicht optimal klappt oder der Fußballen mit der Zeit schmerzt.

 

Wie und wie lange Wanderschuhe einlaufen?

Zunächst einmal: Es gibt Unterschiede, wie lange man Wanderschuhe einlaufen sollte, damit Schmerzen und Fußprobleme möglichst gering ausfallen. Dabei kommt es auch auf das Material an: Hartes Leder, oft bei Wanderstiefeln für das Hochgebirge verarbeitet, muss in der Regel deutlich länger weich- und eingelaufen werden als ein Synthetikschuh, dessen Materialien schon beim Kauf flexibler sind.

Wanderschuhe einlaufen sollte man aber allemal, und das bedeutet: Bevor es in die Natur geht und eine feste, lange Route ansteht, sollten verschiedene Etappen in den Schuhen gelaufen werden.

 

Wanderschuhe einlaufen in mehreren Schritten

  1. Die nagelneuen Schuhe erstmal mehrere Stunden an mehreren Tagen zu Hause oder im Büro tragen – auch im Sitzen.
  2. Kürzere Strecken vor der Tür zurücklegen – die können nach und nach gesteigert werden, von 30 Minuten auf etwa zwei Stunden und circa fünf Kilometer. Wichtig: Am besten dazwischen immer einen Tag Pause machen, damit die Füße sich entspannen können.
  3. Wenn sich die Wanderschuhe nach diesem ersten Einlaufen gut anfühlen und sich keine Blasen mehr bilden, geht es ins Gelände.
  4. Ideal sind zwölf bis 15 Kilometer mit verschiedenen Untergründen, um die Wanderschuhe wirklich auf ihre Funktionalität zu testen.

Erst wenn auch längere Spaziergänge und kleinere Wanderungen ohne große Schmerzen und Blasen an den Füßen klappen, ist die Mission “Wanderschuhe einlaufen” erfüllt. Und die erste größere Tour kann geplant werden.

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Tipp: Vor allem Leder kann hartnäckig drücken. Hier kann Feuchtigkeit von außen helfen, um das Material etwas weicher zu machen, etwa beim Laufen über eine nasse Wiese.

 

Wanderschuhe richtig tragen

Mit dem Einlaufen von Wanderschuhen ist es aber nicht getan. Es gibt weitere wichtige Tipps, um das lange Laufen angenehm zu gestalten und Schmerzen an den Zehen, den Gelenken und der Ferse zu vermeiden. Dazu gehören:

  • Die richtigen Socken: Ideal sind relativ dicke, weiche Socken, die den Druck an den richtigen Stellen abfedern und meist auch unter dem Label Wandersocken verkauft werden – die Dicke muss bei der Suche nach der passenden Schuhgröße mit eingeplant werden.
  • Richtig schnüren: Wander- und Outdoorschuhe müssen fest am Fuß sitzen und dürfen nicht schlackern, vor allem an der Ferse nicht; lassen Sie sich am besten beim Kauf beraten, was beim Schnüren zu beachten ist.
  • Keine Falten, kein Knittern: Socken, Schnürsenkel und Zunge dürfen nicht schief sitzen und keine Falten werfen – das würde für zusätzliche Reibung sorgen.
  • Einlegesohlen: Wenn Wanderschuhe auch nach dem Einlaufen noch schmerzen, kann eine Einlegesohle helfen – hier können ebenfalls Experten beraten.

 

Quellen:

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