Wacholder - der Baum des Jahres 2002

Die Wirkung von Wacholderbeeren, um Verdauungsbeschwerden zu lindern, ist wissenschaftlich bewiesen. Sie werden auch bei Harnwegsproblemen und Rheuma eingesetzt.

Der Gemeine Wacholder wird auch Heide-Wacholder genannt
Der Gemeine Wacholder wird auch Heide-Wacholder genannt © Fotolia
 

Wacholder: Anwendung und Heilwirkung

Definition Wacholder

Bezeichnung: Juniperus communis    Familie: Zypressengewächse             Gattung: Wacholder

Die Beeren des Wacholders wirken harntreibend. Anwendungsbereiche in der Volksmedizin sind Verdauungsbeschwerden, Infekte der ableitenden Harnwege sowie rheumatische Beschwerden.

Die Kommission E (BGA/BfArM) bewertet die Anwendung von Wacholderbeeren zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden grundsätzlich positiv.

Als harntreibendes Mittel sollte Wacholder möglichst in Kombination mit anderen Mitteln verwendet werden, um das Risiko für eine Nierenschädigung gering zu halten. Die Anwendung erfolgt in Form von Aufgüssen und Abkochungen, Extrakten sowie weinigen Auszügen.

 

Im Wacholder enthaltene Wirkstoffe

Ätherisches Öl, Gerbstoffe, Flavonoide

 

Botanik

Die Beeren des Wacholder geben Gin seinen typischen Geschmack
Die Beeren des Wacholder geben Gin seinen typischen Geschmack© Fotolia

Der Wacholder ist ein getrenntgeschlechtlicher Strauch oder kleiner Baum von bis zu 12 Metern Höhe mit nadelförmigen, blaugrünen Blättern. Die grünen Blüten sind unscheinbar, die Beeren sind klein, rund und blau-schwarz. Der Wacholder blüht im April und Mai. Die junge Rinde ist glatt und rotbraun, später wir sie graubraun und schuppig. Der Baum kann mehrere hundert Jahre alt werden.

 

Verbreitung

Wacholder wächst in den gemäßigten Regionen der nördlichen Halbkugel, ist aber generell sehr anpassungsfähig und kommt wärmeren bzw. kälteren Temperaturen zurecht. Er bevorzugt trockenen Boden und kommt in Heiden und in lichten Wäldern vor.

 

Andere Namen für den Wacholder

Gemeiner Wacholder, Heide-Wacholder, Machandelbaum, Kranewitt, Weihrauchbaum, Feuerbaum

Wissenswertes über den Wacholder

Der deutsche Name stammt von dem althochdeutschen Wort wecholter ab, das lebensfrisch, immergrün bedeutet. Im Mittelalter galt Wacholder auch als Aphrodisiakum. Daneben sah man ihn als vorbeugendes Mittel gegen Pest und andere Seuchen.

Im Allgemeinen ist Wacholder sehr vielseitig einsetzbar. Das feine Holz eignet sich sehr gut für Ziergegenstände und wird daher häufig für Schnitzarbeiten verwendet. Die Beeren werden in kleinen Dosen Speisen zugegeben oder zu Schnaps (z.B. Gin) verarbeitet.

Der Wacholder war Baum des Jahres 2002.

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