Vorzeitige Wehen – was sollte ich beachten?

Michelle Kröger
Vorzeitige Wehen
Wie lassen sich vorzeitige Wehen von Übungswehen unterscheiden – und was muss ich dann tun? © Milkos/iStock
Inhalt
  1. Übungswehen: Training der Gebärmutter
  2. Vorzeitige Wehen – die Anzeichen
  3. Vorzeitige Wehen erkennen
  4. Vorzeitige Wehen – die Gründe
  5. Vorzeitige Wehen – was hilft dagegen?

Sie haben einen harten Bauch oder leichte Schmerzen, aber es ist noch viel zu früh für eine Geburt? Bei vielen werdenden Müttern kommt schnell der Gedanke an vorzeitige Wehen und eine eventuelle Frühgeburt auf. Vorzeitige Wehen lassen sich jedoch häufig nur schwer von Übungswehen unterscheiden. Wir erklären, wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten, wie vorzeitige Wehen entstehen und was Sie dagegen tun können. 

 

Übungswehen: Training der Gebärmutter

Ein harter Bauch, Bewegungen des Bauches und sogenannte Übungswehen sind ganz normal. Sie kommen häufig ab der zweiten Schwangerschaftshälfte und verstärkt um die 31. und 32. Schwangerschaftswoche vor. Man spricht dabei auch von Wachstumswehen. Dabei dehnt sich die Gebärmutter aus und zieht sich häufiger zusammen. Ursächlich dafür ist meist ein Wachstumsschub des Babys.

 

Vorzeitige Wehen – die Anzeichen

Vorzeitige Wehen
Vorzeitige Wehen sind von Übungswehen nicht leicht zu unterscheiden – echte Wehen kommen aber in Intervallen zwischen fünf und 20 Minuten und dauern mindestens 30 Sekunden an © fotostorm/iStock

Vorzeitige Wehen werden als solche bezeichnet, wenn sie vor der Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche auftreten. Leider lassen sie sich nicht so leicht von Übungswehen unterscheiden. Anzeichen dafür, um welche Wehen es sich handelt, geben die Länge und der Intervall der Kontraktionen.

  • Geburtswehen erkennen: Sie dauern mindestens 30 Sekunden und treten rhythmisch auf, anfangs oft in Intervallen zwischen fünf und 20 Minuten. Sie sind außerdem deutlich schmerzhafter als Übungswehen. Wenn Sie unsicher sind, um welche Kontraktionen es sich handelt, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder der Hebamme.
Wann sollte ich bei vorzeitigen Wehen umgehend zum Arzt?

Auch wenn die Wehen in Kombination mit stärkerem Ausfluss, Blutungen oder starken Unterleibsschmerzen auftreten, können es vorzeitige Wehen sein. In diesem Fall sollten Sie definitiv umgehend den Arzt oder die Hebamme kontaktieren.

 

Vorzeitige Wehen erkennen

Äußert sich der Verdacht auf vorzeitige Wehen, so schreibt der Arzt oder die Hebamme ein 30-minütiges Wehendiagramm, auch bekannt als Kardiotokogramm oder CTG. So kann er feststellen, ob es sich bei den Kontraktionen um Geburtswehen handelt. Zusätzlich prüft der Arzt durch Tasten, ob der Muttermund weich oder der Gebärmutterhals verkürzt ist.

 

Vorzeitige Wehen – die Gründe

Wodurch genau vorzeitige Wehen ausgelöst werden? Das ist noch nicht ausreichend erforscht. Jedoch vermuten Experten, dass folgende Risikofaktoren eine Rolle spielen:

  • Stress
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • Ungesunde Lebensweise (Alkohol, Zigaretten, Drogen)
  • Vorzeitiger Blasensprung (Platzen der Fruchtblase)
  • Harnwegsinfektionen
  • Infektionen im Genitalbereich
  • Erkrankungen der Gebärmutter
  • Plazentainsuffizienz (Unterversorgung des Babys)
  • Diabetes
  • Asthma
  • Hormonstörungen
  • Erkrankungen des Babys

 

Schwangere Frau

© iStock/AleksandarNakic

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Vorzeitige Wehen – was hilft dagegen?

Liegen tatsächlich vorzeitige, echte Wehen vor, wird die schwangere Frau an ein Krankenhaus überwiesen und dort stationär aufgenommen. Die Ärzte geben ihr dann wehenhemmende Medikamente, um die Geburt noch aufzuhalten. Wenn das nicht möglich ist, wird die Geburt zumindest soweit es geht hinausgezögert. In einigen Fällen bekommt die Schwangere ein Mittel zur Lungenreifung des Kindes verabreicht, um dem Baby nach der Geburt die eigenständige Atmung zu ermöglichen. Aber das ist eher die Ausnahme. In den meisten Fällen reichen strikte Bettruhe und wehenhemmende Medikamente aus.

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