Vorsicht, Zerrung! – Natürlich gesund nach Sportverletzungen

Naturmedizin hilft bei Zerrungen
Majoran dämmt die Schmerzen bei einer Zerrung ein und beugt Entzündungsprozessen vor © Fotolia

Sport hält fit, ist gesund und beugt Erkrankungen vor. Es gibt aber auch Schattenseiten – ein falscher Tritt auf unwegsamem Gelände und schon ist es passiert: Rund zwei Millionen Sportunfälle gibt es in Deutschland jedes Jahr. Meist kommt es dabei zu schmerzhaften Zerrungen, Prellungen und Verstauchungen.

 

Akute Hilfe

Blutergüsse und Schwellungen, Schmerzen und Entzündungen sind auch bei Hobby-Sportlern keine Seltenheit. Muskeln, Bänder oder Gelenke werden überdehnt, können der hohen Belastung nicht standhalten. Bei starken Verletzungen kommt es zu Bewegungseinschränkungen wie Zerrungen.

 

Kräuteranwendung

Majoran enthält ätherisches Öl, das bei Prellungen, Verstauchungen und Zerrungen die Schmerzen eindämmt und Entzündungsprozessen vorbeugt. Drei Teelöffel pulverisierten Majoran auf ein Schnapsglas möglichst hochprozentigen Alkohol geben, abgedeckt zwei Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen, dann durch ein Tuch abseihen. Den Ansatz in 250 Gramm Quark rühren und diesen etwa fingerdick auf die verletzte Stelle auftragen. Mit kaltem Wasser abspülen, sobald der Quark getrocknet ist. Drei bis fünf Mal täglich anwenden.

 

Eisauflagen

Erste Maßnahme bei einer Sportverletzung sollte stets sein, verletzte Körperteile ruhig zu halten und nicht weiter zu belasten. Schmerzlindernd und Schwellungen vorbeugend wirken Eisauflagen. Eiswürfel mit einem harten Gegenstand klein stoßen, in ein Tuch wickeln und auflegen. Aber nie länger als fünf Minuten auf einer Stelle halten, da es schon nach sieben Minuten zu Gewebeerfrierungen kommen kann. Die Auflage deshalb nach fünf Minuten abnehmen, 15 bis 20 Minuten warten, dann wiederholen. Wirksam sind auch Umschläge mit Eiswasser, um einer Erfrierungsgefahr vorzubeugen. Eine Schüssel halb mit kaltem Leitungswasser, halb mit Eis füllen. Ein Tuch darin eintauchen, etwas auswringen und um die betroffene Stelle legen. Nach zehn Minuten erneuern.

 

Essigsaure Tonerde, Franzbranntwein

Kühlend, abschwellend und schmerzlindernd wirken auch essigsaure Tonerde und Franzbranntwein (beides aus der Apotheke). Einen Esslöffel essigsaure Tonerde auf 200 Milliliter kaltes Wasser geben, gut verrühren und eine Mullbinde darin tränken. Um die verletzte Körperstelle wickeln. Ist der Umschlag trocken, braucht er nicht abgenommen, sondern lediglich erneut mit essigsaurer Tonerde beträufelt werden. Mit Franzbranntwein wird ebenso verfahren: Mullbinde darin tränken, umwickeln und nach dem Trocknen erneut beträufeln. Wichtig ist bei beiden Maßnahmen, die Auflagen nicht weiter abzudecken, so dass stets Luftkontakt besteht – nur so kommt Verdunstungskälte auf.

 

Homöopathie

Zur Unterstützung der Heilung können ergänzend homöopathische Mittel angewandt werden. Die ersten zwei Stunden jede halbe Stunde ein Kügelchen (Globuli) Arnica D6 einnehmen. Dann alle zwei Stunden ein Kügelchen. Am nächsten Tag morgens, mittags und abends eines. Haben Sie nach zwei Tagen noch immer Schmerzen, bis zum Abklingen dreimal täglich ein Globuli Ruta D6 nehmen.

 

Vorbeugung

  • Aufwärmen: Kaltes Gewebe ist nicht sehr elastisch, bei hohen Belastungen wird es außerdem zu wenig mit sauerstoffhaltigem Blut versorgt. Deshalb vor jeder größeren Belastung den Körper erst mal warmtrainieren, zum Beispiel durch Kniebeugen, auf der Stelle laufen oder zügiges Gehen. Dabei auch leichte Dehnübungen durchführen.
  • Warnsignale ernst nehmen: Schmerz – auch leichter – ist stets das Zeichen einer beginnenden Über- oder Fehlbelastung. Deshalb bereits beim ersten Auftreten von Beschwerden die Anstrengung deutlich reduzieren.
  • Schwachstellen schützen: Besonders empfindliche Körperstellen, wie vor allem die Gelenke, sollten beim Sport immer durch elastische Verbände unterstützt werden.
 

Sanfte Mittel

  • Petersilie mit Eischnee: Die frischen Blätter eines halben Bundes Petersilie klein schneiden und in das geschlagene Eiweiß von drei Eiern rühren. Diese Mischung wird behutsam auf verletzte Körperteile aufgetragen. Mit einem Tuch umwickeln. Nach zwei Stunden mit kaltem Wasser abwaschen und den Umschlag erneuern.
  • Johanniskraut-Öl: Johanniskraut ist besonders innerhalb von 48 Stunden nach einer Muskelzerrung ratsam. Es wirkt angenehm kühlend und schmerzlindernd. Alle zwei Stunden sollten Sie es in die betroffenen Stellen einmassieren.
  • Arnika: Umschläge mit Arnika wirken schmerzlindernd, abschwellend und beschleunigen den Heilungsprozess. Drei Teelöffel getrocknete Blüten mit einem Viertelliter heißem Wasser übergießen. Das Ganze 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen, dann abseihen. Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Ein Tuch in der Flüssigkeit tränken und für 15 Minuten auflegen. Diese Behandlung dreimal täglich durchführen.
 

Wann zum Arzt?

In jedem Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden, wenn die Schmerzen länger als 3 Tage anhalten oder man den Eindruck hat, dass aus verletzten Gelenken Flüssigkeit austritt. Das gilt auch, wenn die Beschwerden abgeklungen sind, aber bei Bewegung in den Gelenken das Gefühl einer Reibung besteht. Sofort nach der Verletzung sollte ein Arzt hinzugezogen werden, wenn der Verdacht eines Bruchs besteht, Übelkeit, Schwindelgefühl oder Lähmungen auftreten. Im Übrigen sind Routine-Checks ratsam.

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