Wechselwirkungen bei Medikamenten: Diese Mittel nicht gleichzeitig einnehmen!

Redaktion PraxisVITA

Darf man das Antibiotikum Amoxicillin und Ibuprofen zusammen einnehmen oder besteht zwischen den Medikamenten eine Wechselwirkung? Und wie sieht es mit der gleichzeitigen Einnahme von Schmerzmitteln wie Diclofenac und Antibiotika aus? Medikamente sollen uns beim Gesundwerden helfen. Doch nimmt man bestimmte Arzneien gleichzeitig ein, kann es zu gefährlichen Komplikationen kommen. Welche Mittel besser nicht miteinander kombiniert werden sollten.

 

Wann treten Wechselwirkungen bei Medikamenten auf?

Wechselwirkungen treten immer dann auf, wenn zwei oder mehrere Medikamente sich gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken oder abschwächen. Das Risiko ist besonders für ältere Menschen groß, weil sie oft verschiedene Medikamente einnehmen. Das Problem: Die meisten Präparate wurden aber nie mit mehr als einem oder zwei anderen Medikamenten zusammen getestet. Und auch der beste Arzt kann nicht jede denkbare Nebenwirkung im Kopf haben. Zudem kaufen sich viele Menschen verschreibungsfreie Präparate hinzu, von denen der Arzt nichts weiß.

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Bei diesen Medikamenten können Wechselwirkungen auftreten

Diese Kombinationen von Arzneimtteln können mitunter schwere Wechselwirkungen verursachen:

Acetylsalicylsäure (ASS) und Diclofenac

Kombiniert man diese beiden Schmerzmittel, riskiert man unter anderem die Entstehung eines Magengeschwürs: Zusammen eingenommen, können sich die Nebenwirkungen beider Arzneien verstärken.

Heuschnupfenmittel und Antibiotika

Das Heuschnupfenmittel Terfenadin (z. B. Terfenadin AL) kann, kombiniert mit Antibiotika wie Erythromycin (das besonders Menschen bekommen, die gegen Penicillin allergisch sind!) oder Trimethoprim, zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen führen. Auch Antipilzmittel (Ketoconazol) und Antidepressiva sollten nicht gleichzeitig mit Terfenadin eingenommen werden.

Asthmaspray und Betablocker

Betablocker vermindern die Wirkung des Asthmasprays Fenoterol und können gefährliche Verengungen der Bronchien hervorrufen.

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Cholesterinsenker und Antibiotika

Gegen hohe Blutfettwerte verschreibt der Arzt Fettsenker wie Simvastatin (z. B. Zocor). In Kombination mit immununterdrückenden Medikamenten (Ciclosporin), Antibiotika (Erythromycin, Clarithromycin) oder Herzmitteln (Amiodaron, Diltiazem, Verapamil) drohen schwere Muskel- und Nierenschäden. Gleichzeitiger Alkoholkonsum kann Muskelschmerzen und Fieber sowie Unwohlsein auslösen.

Blutverdünner und ASS

Phenprocoumon (z. B. Marcumar) soll bei Menschen mit künstlicher Herzklappe das Blut verdünnen. Nimmt man es aber zusammen mit Schmerzmitteln wie ASS oder Diclofenac, die einen ähnlichen Effekt haben, kann es zu lebensgefährlichen Blutungen kommen. Auch das Gichtmittel Allopurinol, Fettsenker (Statine), Antibiotika, Antipilzmittel, Schilddrüsenhormone und Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol haben diesen Effekt.

Kalziumblocker und Betablocker

Blutdrucksenkende Betablocker wie Metoprolol (z. B. Beloc-Zok, Lopresor) oder Bisoprolol (z. B. Concor) dürfen nicht mit anderen Herzmitteln wie Digitalis oder dem Kalziumblocker Verapamil sowie dem H2-Blocker Cimetidin kombiniert werden. Es kann nämlich zu einem Kreislaufzusammenbruch kommen. Der Blutdrucksenker Spironolacton kann zusammen mit ACE-Hemmern durch Verschiebungen im Mineralhaushalt tödliche Herzrhythmusstörungen auslösen.

Diclofenac und ASS

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie ASS (zum Beispiel Aspirin, Thomapyrin) begünstigen in Verbindung mit dem Schmerzmittel Diclofenac (z. B. Voltaren, Diclofenac-ratiopharm) die Entstehung eines Magengeschwürs. Dasselbe gilt für die gleichzeitige Einnahme von Kortisonpräparaten und ASS oder Diclofenac. Zusammen mit dem Blutverdünner Phenprocoumon (z. B. Marcumar) kann es zu lebensgefährlichen Blutungen kommen.

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Diclofenac und Antibiotika

Das Breitspektrum-Antibiotikum Amoxicillin (z. B. InfectoMox, Amoxicillin-ratiopharm) wird bei Bronchitis eingesetzt. Wenn jemand das Gichtmittel Allopurinol und gleichzeitig Diclofenac einnimmt, kann es zu lebensbedrohlichen Allergiereaktionen kommen. Die Antibiotika Levofloxacin (z. B. Tavanic) oder Moxifloxacin (z. B. Avalox) können zusammen mit den Entzündungshemmern Diclofenac oder Ibuprofen epileptische Krampfanfälle auslösen.

Amoxicillin und Ibuprofen

Bei bakteriellen Infektionen, die mit Schmerzen einhergehen, werden Antibiotika wie Amoxicillin und das Schmerzmittel Ibuprofen zusammen eingenommen. Für diese Kombinationen sind keine Wechselwirkungen bekannt – das gilt auch für Amoxicillin und Paracetamol. Doch andere Antibiotika können, zusammen mit eines der beiden Schmerzmittel eingenommen, sehr wohl gefährliche Nebenwirkungen verursachen. Zu den Wechselwirkungen der Medikamente gehören Krampfanfälle und Nierenprobleme.

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Asthma-Spray und Betablocker

Das Asthma-Spray Fenoterol (z. B. Berotec) soll verengte Bronchien erweitern. Doch bei gleichzeitiger Anwendung von Betablockern zur Blutdrucksenkung heben sich die Wirkungen der Medikamente gegenseitig wieder auf: Beide wirken genau gegensätzlich.

Wassertabletten und Antidepressiva

Wer dauerhaft Wasser in den Beinen hat, bekommt Entwässerungsmittel verschrieben. Doch Furosemid (z. B. Lasix, Furosemid-ratiopharm) oder Hydrochlorothiazid (z. B. Accuzide, Esidrix) kann zusammen mit dem Antidepressivum Lithium verstärkt zu Händezittern und Benommenheit führen, mit ACE-Hemmern zu starkem Blutdruckabfall.

Herzglykoside und Kalzium-Tabletten

Millionen Deutsche nehmen Nahrungsergänzungsmittel ein. Besonders beliebt: Kalziumpräparate, die Vitamin D enthalten. Gepaart mit dem Herzmittel Digitoxin (z. B. Digimerck, Digitoxin AWD) oder Digoxin (z. B. Digacin, Lanicor) kann es zu gefährlichen Nebenwirkungen kommen: Herzrhythmusstörungen, Halluzinationen und Sehstörungen.

Diabetes-Medikament und Blutverdünner

Eines der bei Diabetes am häufigsten eingesetzten Medikamente heißt Metformin (z. B. Glucophage, Competact). Wer gleichzeitig den Blutverdünner Phenprocoumon (z. B. Marcumar) einnimmt, hat ein erhöhtes Schlaganfallrisiko. Grund: Die Wirkung des Blutverdünners wird eingeschränkt, es können sich gefährliche Blutgerinnsel bilden.

Schnupfenmittel + Betablocker

Die Wirkung von blutdrucksenkenden Medikamenten kann aufgehoben werden, wenn der Patient ein Erkältungsmedikament mit der Substanz Ephedrin nimmt. Das steigert den Blutdruck und erhöht dadurch das Infarktrisiko.

Gichtmittel und Rheumamittel

Allopurinol (z. B. Zyloric) ist ein vorbeugendes Mittel gegen Gicht. Es sollte nicht zusammen mit dem Rheumamittel Azathioprin (z. B. Azafalk, Imurek) genommen werden. Das Gichtmittel führt dazu, dass das Rheumamittel nicht mehr abgebaut wird. Es häuft sich an und kann das Knochenmark vergiften, was zu einer lebensgefährlichen Blutarmut führt.

Wechselwirkung aus dem Kühlschrank

Die meisten Medikamente werden geschluckt. Bevor sie wirken, müssen sie durch den Magen. Im Dünndarm werden sie dann von der Darmschleimhaut aufgenommen, gelangen über den Blutkreislauf zu Niere oder Leber. An all diesen Stationen kann es auch durch Nahrungsmittel und sogar Getränke zu gefährlichen Wechselwirkungen kommen, genau wie bei Medikamenten.

In unserer Bildergalerie finden Sie die wichtigsten Lebensmittel, die Sie kennen sollten, um Wechselwirkungen zu vermeiden.

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