Vorsicht vor Pilz-Infektionen!

Die einen leiden immer wieder unter Pilz-Infektionen, anderen bleiben sie ihr ganzes Leben lang erspart. Grund: Fehlen bestimmte Rezeptoren (Andockstellen) an Haut- und Schleimhautzellen, ist man immun. Interessant: Pilzgeplagte erkranken seltener an Krebs. Und wer weiß, was Pilze nicht mögen, kann gezielt vorbeugen und sogar langwierige Erkrankungen in den Griff bekommen.

Nagelpilz ist die häufigste Form der Pilzerkrankungen. Er befällt meist die Füße. Die Nägel verdicken sich, werden gelb, bröckelig und lösen sich stellenweise ab. Nagelpilz verschwindet niemals von allein und sollte unbedingt behandelt werden. Sonst droht die vollständige Zerstörung aller Nägel. Nagelpilz gehört, wie der Fußpilz, zu den "echten Hautpilzen" (Dermatophyten).

Fußpilz zeigt sich durch gerötete, juckende und brennende Zehenzwischenräume. Fuß- und Nagelpilz lieben es feucht, kühl und "gut verpackt". Winterliche Temperaturen mit kalten Füßen, dicken Socken und festem Schuhwerk sind daher eine Steilvorlage.

Auch Durchblutungsstörungen, Venenleiden und Diabetes erhöhen das Erkrankungsrisiko; ebenso wie zu kleines, enges Schuhwerk und Sportarten, bei denen die Fußnägel immer wieder an den Schuh anstoßen, wie beispielsweise Joggen, Squash oder Fußball.

  • Kaufen Sie Sportschuhe deswegen lieber eine Nummer größer.
  • Tragen Sie in Sauna, Schwimmbad und Hotelzimmern stets Badelatschen, um sich und andere vor Ansteckung zu schützen.
  • Sie möchten sich Schuhe ausleihen - etwa zum Schlittschuhlaufen oder Bowling? Tragen Sie ein Paar mitgebrachte Extrasocken darin.
  • Föhnen Sie Ihre Füße nach jedem Duschen und Baden trocken.
  • Ziehen Sie Ihre Strümpfe immer als Erstes an und als Letztes aus. So können keine Pilzsporen an die Kleidung geraten. Das schützt Sie und Ihre Familienmitglieder vor Ansteckung.
  • Tragen Sie Strümpfe aus Naturmaterial. Wechseln Sie sie täglich und waschen Sie sie bei 60 Grad. Ist das nicht möglich (etwa bei Wolle), besorgen Sie sich einen speziellen Hygienespüler aus der Apotheke.

Ein vorhandener Nagelpilz sollte von einem medizinischen Fußpfleger abgeschliffen werden. Es gibt auch Spezialpflaster, die die verpilzte Schicht ablösen. Dabei gilt aber: einige Tage bis Wochen Geduld haben. Und Geduld ist auch im Anschluss gefragt. Denn jetzt sollten Sie den befallenen Nagel mit einem Anti-Pilz-Lack (rezeptfrei, Apotheke) behandeln. Der wird - je nach Produkt - täglich oder wöchentlich aufgetragen. Und zwar regelmäßig, bis der Nagel vollständig gesund nachgewachsen ist. Am großen Zeh kann das bis zu einem Jahr dauern! Fußpilz werden Sie dagegen schneller wieder los - mit Anti-Pilz-Cremes. Die erhalten Sie ebenfalls rezeptfrei in Apotheken. Sie sollten die Salbe zwei Wochen lang täglich auftragen. Produkte zur Einmal-Anwendung sind unter Experten umstritten.

Drei von vier Frauen machen im Laufe ihres Lebens Bekanntschaft mit dem typischen Jucken und Brennen im Intimbereich - verbunden mit geruchlosem, weißlich krümeligem Ausfluss: Scheidenpilz wird durch Antibiotika-Behandlungen begünstigt - z. B. im Falle einer Blasenentzündung. Behandeln können Sie den Pilz mit (rezeptfreien) Ein- bis Drei-Tages-Sets aus Zäpfchen und Salbe. Trifft es Sie öfter, fragen Sie Ihren Frauenarzt, ob für Sie eine Vaginalcreme mit Milchsäurebakte zur Vorbeugung empfehlenswert ist. Ungeeignet ist der berühmte Joghurttampon - auch, wenn viele Ärzte dazu raten.

Für die Unterwäsche gelten dieselben Tipps wie für die Strümpfe bei Fuß- und Nagelpilz.

  • Waschen Sie sich täglich, aber bitte ohne Seife. Verzichten Sie auf Intimsprays.
  • Reinigen Sie sich nach dem Stuhlgang von vorne nach hinten.
  • Meiden Sie Whirlpools. Das sind echte Pilzbrühen. Denn im Gegensatz zu Fuß- und Nagelpilz wird Vaginalpilz von Hefepilzen verursacht. Und die mögen es warm!
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