Vorsicht vor dem Sommerinfekt!

Redaktion PraxisVITA
Mädchen mit Sommergrippe am Strand
Eine Grippe im Sommer – das muss wirklich nicht sein. Kleidung, Klima, Ernährung und körperliche Verfassung spielen sowohl bei der Entstehung als auch bei der Vermeidung von Sommerinfekten eine wichtige Rolle © Fotolia

Sie können uns gerade jetzt schwer zu schaffen machen: Viren, Bakterien und Pilze sind gefährliche Krankheitsüberträger. Und die Wärme lässt sie explosionsartig vermehren. Erfahren Sie hier, wie Sie den typischen Sommerinfekt vermeiden können.

25 Grad, 60 Prozent Luftfeuchtigkeit – herrliches Sommerwetter. ,,Und Idealbedingungen für Krankheitskeime, die sich jetzt explosionsartig vermehren”, erklärt Professor Hans Wilhelm Doerr, Direktor des Instituts für medizinische Virologie, Uni Frankfurt. Denn Tatsache ist: Die Zahl der typischen Sommerinfekte steigt. Wohl auch deshalb, weil vielen Menschen nicht klar ist, wo die Gefahren lauern. Und wie sich jeder selbst schützen kann.

 

Problem 1: Feuchtwarme Luft

Rhino-Viren (Sommergrippe) können in feuchtwarmer Luft deutlich länger überleben als sonst. Wer zum Sommerinfekt neigt, sollte jetzt auf jeden Fall sein Immunsystem stärken, z.B.: mit Sonnenhut-Präparaten (zweimal die Woche zehn bis 20 Tropfen in ein Wasserglas geben und trinken). Zinktabletten (eine pro Woche) erschweren die Viren-Vermehrung im Körper.

 

Problem 2: Sonnencreme

Bakterien aber auch viele Viren-Arten stecken in Hautcremes und Sonnenschutzmitteln. Erst recht seit aus allergologischen Gründen weitgehend auf Konservierungsstoffe verzichtet wird. Vor allem abgelagerte Cremes bilden idealen Nährboden für Keime, die sich bei Wärme rasant vermehren. Die Folge: Hautreizungen bis Augenentzündungen. In Italien wurde beobachtet, dass sich das Sandfliegen-Virus (erzeugt hohes Fieber) in Sonnenmilch einnistet. Tipp: angebrochene Packungen (gar aus dem Vorjahr) wegwerfen, um den Sommerinfekt zu vermeiden. Am sichersten sind Tuben-Produkte.

 

Problem 3: Die Lippen

Mädchen hat Lippenherpes im Sommer
Herpes-Viren lieben feuchte Wärme, daher bricht Lippenherpes meist im Sommer aus© Fotolia

Auch Herpes-Viren lieben feuchte Wärme. Über 80 Prozent der Deutschen tragen den Erreger bereits in sich. Im Sommer bricht er meist aus. Und: Es kommt verstärkt zu gefährlichen Augenentzündungen – verursacht durch Lippenherpes, der meist aus Unachtsamkeit mit den Fingern in die Augen gerieben wird. Das hilft: Sobald es in der Lippe leicht kribbelt, nicht reiben, stattdessen aciclovirhaltige Paste auftragen. Und oft die Hände waschen.

 

Problemzone 4: Sommerinfekt durch Milchprodukte

Der bekannteste Sommerinfekt wird durch Salmonellen ausgelöst. Bakterien, die sich in Ei- und Milchprodukten vermehren. Durch Aussehen oder Geschmack lässt sich salmonellenverseuchtes Essen nicht erkennen. Was kaum jemand weiß: Ob man tatsächlich erkrankt, ist eine Frage des Immunstatus. Im Klartext: Wer gute Abwehrkräfte hat, übersteht Salmonelleninfekte oft, ohne es zu merken. Das hilft: Vitamin C stärkt die Abwehrkraft, die durch Salmonellen massiv angegriffen wird. Täglich 2 Liter Wasser trinken hilft, die Erreger aus dem Körper zu schwemmen.

 

Problem 5: Sommerpilze

Alles was feucht ist, schimmelt im Sommer dreimal so schnell: Säfte, Früchte, Brot, Käse. Der beste Tipp ist auch der älteste: genau gucken und alles, was leicht befallen ist, wegwerfen. Aber keine Panik, wenn man doch mal Angeschimmeltes gegessen hat. Schimmel löst keine akuten Erkrankungen oder Vergiftungen aus. Erst über einen längeren Zeitraum wird Schimmel zur Gesundheitsgefahr.

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