Vorsicht, Lebensmittelvergiftung!

Lebensmittelvergiftung
Gerade im Sommer empfiehlt sich ein sorgsamer Umgang mit Eierspeisen. Kalte Desserts, die aus rohen Eiern gemacht werden, sind hochempfindlich gegenüber Wärme und können schnell zu einer Salmonellen-Vergiftung führen © Fotolia

Warmes Wetter lässt das Essen leicht zum Risiko werden: bei Hitze verderben besonders tierische Produkte wie Eier, Fisch und Fleisch sehr schnell. Erfahren Sie hier, wie Sie sich vor einer Lebensmittelvergiftung schützen können.

Es war ein lustiger Sommerabend. Sophie Merkstein saß mit ihren Freundinnen bis in die späten Abendstunden im Garten. Sie servierte Brötchen, später ein leckeres Tiramisu und einen guten Tropfen Rotwein – auch Musik durfte nicht fehlen.

Doch als die Gäste sich verabschiedet hatten, fühlte sich die Sekretärin nicht gut. Sie konnte nicht schlafen, musste sich mehrmals übergeben. Ob das Essen verdorben war? Zum Glück hatte sie Tabletten für den Akutfall zu Hause.

Gerade im Sommer können Lebensmittel gefährlich werden. Das Problem: Bakterien kann man weder sehen noch fühlen, sie machen sich erst wenige Stunden nach dem Essen bemerkbar. Und im Sommer vermehren sich die Keime besonders schnell. Bei 20 Grad dauert es nur drei Stunden, bis aus zehn Salmonellen 5 000 geworden sind. Die gute Nachricht: Wenn Sie ein paar Regeln beachten, können Sie das Erkrankungsrisiko deutlich minimieren:

 

Beim Kauf von Fisch auf die Kühl-Kette achten

Wenn Sie frischen Fisch kaufen, transportieren Sie diesen unbedingt gekühlt. Entsprechende Trage-Taschen gibt es in jedem Supermarkt. Lagern Sie den Fisch im Kühlschrank unten auf der Glasplatte. Um mögliche Erreger abzutöten, muss er bei der Zubereitung mindestens zehn Minuten lang erhitzt werden.

 

Fleisch-Gerichte immer gut durchbraten

Vorsicht bei Mett-Brötchen und Tatar – ab 20 Grad können sich auf ihnen viele Bakterien verstecken. Deshalb in der warmen Jahreszeit lieber darauf verzichten und Fleisch nur gut durchgebraten essen. Hack vom Kühlschrank direkt in die Pfanne geben und nach der Zubereitung sofort verzehren.

 

Eier-Speisen nie lange in der Wärme stehen lassen

Für Nachtische nur Eier verwenden, die Sie vor maximal drei Tagen gekauft haben. Kalte Desserts, die aus rohen Eiern gemacht werden, sind hochempfindlich gegenüber Wärme. Nicht länger als fünf Minuten auf den Tisch stellen. Danach sofort in den Kühlschrank.

 

Verpackte Pilze faulen oft unmerklich

Kaufen Sie keine in Plastik eingeschweißten Pilze. Denn Champignons und Co. faulen so schneller – was Sie aber häufig nicht mit bloßem Auge erkennen können. Dabei entstehen gefährliche Gift-Stoffe.

 

Achtung bei fertig abgepacktem Salat

Fertig-Salate im Handel und in Restaurants werden oft zu warm gelagert und nicht richtig gewaschen. Dann können sich zahlreiche gefährliche Bakterien auf ihnen ansammeln. Deshalb lieber Salat im Ganzen kaufen und selbst zubereiten. Zusatz-Tipp: Dressings mit Essig töten die meisten Keime ab.

 

Symptome erkennen, richtig handeln

Meist kommt es innerhalb von ein bis zwei Stunden nach dem Verzehr verunreinigter Nahrungsmittel zu Bauch-Krämpfen, Durchfall und Erbrechen. Das können Sie selbst tun: Bei Durchfall verliert Ihr Körper viel Wasser und Salze. Deshalb sollten Sie viel trinken. Hervorragend eignen sich hier Tees, zum Beispiel aus Pfefferminze oder Kamille. Nehmen Sie außerdem medizinische Kohle-Tabletten aus der Apotheke ein. Diese können Keime, die sich im Körper befinden, binden. Essen Sie nur, wenn Sie Appetit haben. Greifen Sie am besten zu kohlehydratreichen Lebensmitteln, zum Beispiel Toast-Brot. Probiotischer Joghurt hilft dabei, die Symptome zu lindern

Halten die Beschwerden jedoch länger als 48 Stunden an, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. In schweren Fällen können hohes Fieber, Schüttelfrost, Glieder-Schmerzen, nachlassender Harn-Drang und sogar Lähmungs-Erscheinungen hinzukommen. Dann lassen Sie sich umgehend in eine Klinik bringen. Denn es droht akutes Nieren-Versagen und damit Lebensgefahr!

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