Vorsicht, Kälte: So schützen Sie sich vor Erfrierungen

Bei Frost, aber auch bei feuchter Kühle über null Grad ist die Haut in Gefahr: Es kann leicht zu Erfrierungen kommen, vor allem an Händen und Füßen. Praxisvita verrät Ihnen, wie Sie sich am besten vor Kälte schützen.

Rodeln, Schlittschuhlaufen, Spaziergänge in der Winterlandschaft – bei schneidender Kälte, scharfem Wind oder bei Nässe kühlt die unbedeckte Haut schnell aus. Auch die Füße werden schnell kalt. Grund: Verringerte Durchblutung. Die Gefahr: Es drohen Erfrierungen oder Unterkühlung.

 

Erfrierungen schädigen das Gewebe

In Nordeuropa haben zwei von drei Menschen schon mal Erfrierungen gehabt. Anders als bei der Unterkühlung (der ganze Körper leidet, die Innentemperatur sinkt unter 35 Grad) sind bei Erfrierung einzelne Körperteile (vor allem Zehen, Finger, Nase und Ohren) betroffen. Eine Erfrierung bedeutet, dass Gewebe (zum Beispiel die obere Hautschicht) geschädigt ist. Ärzte unterscheiden bei Erfrierungen drei Schweregrade:

1. Grad: Blässe, kalte Haut, vorübergehende, leichte Taubheit, Frostbeulen (bläulich-blasse Schwellungen). Im Warmen verstärkt sich die Durchblutung, die gerötete Haut kann jucken oder schmerzen.

2. Grad : Durch oberflächliche Zellzerstörung bilden sich Blasen, die Haut kann sich auch abschälen – manchmal erst nach Stunden. Im Warmen reagiert die Haut mit starken Schmerzen.

3. Grad: Durch Eiskristalle und verklumpende Blutzellen sterben auch tiefere Gewebeschichten ab (,,Nekrose", zum Beispiel im Zeh). Es entstehen Narben.

 

So beugen Sie Erfrierungen vor

  • Essen und Trinken: Der Körper muss viel Wärme produzieren. Im Winter nicht auf die tägliche warme Mahlzeit verzichten. Viel Flüssigkeit: Trinken Sie auch im Winter mindestens 2,5 l täglich (zum Beispiel Tee, zimmerwarmes Mineralwasser), damit die Durchblutung optimal ist.
  • Warm anziehen: Dicke Wollstrümpfe, nicht zu enge, warme Schuhe oder Stiefel, Handschuhe und Schal sind selbstverständlich.
  • Wichtig sind aber auch Ohrenschützer – sonst kann es leicht zur Auskühlung und Mittelohrentzündung kommen (besonders bei Kindern).
  • Gel-Handwärmer (Drogerie, Supermarkt, ab ca. 2 Euro) mitnehmen.
  • Halten Sie den ganzen Körper warm, aber Sie dürfen nicht schwitzen: Durch die Feuchtigkeit drohen Erfrierungen. Gut sind atmungsaktive, winddichte, nicht zu enge Langjacken oder Mäntel.
  • Gut für die Haut: Fetthaltige Hautcreme (zum Beispiel mit Bienenwachs) schützt das Gesicht vor Wärmeverlust. Keine Feuchtigkeitscreme nehmen! Die kühlt die Haut zu sehr ab (zum Beispiel im Wind).
  • Kein Alkohol: Der Alkohol erweitert die Hautgefäße (Wärmeverlust), hemmt das wichtige Kältezittern der Muskeln, das Wärme erzeugt.
Ohrenschützer beugen Erfrierungen vor
Ohrenschützer sind vor allem bei Kindern wichtig, da die Kälte sonst leicht eine Mittelohrentzündung begünstigen kann© Fotolia
 

Erste Hilfe bei Erfrierungen

Grundsätzlich wichtig: Betroffene Stellen müssen erwärmt werden, aber nicht zu schnell und nicht zu stark – zum Beispiel Hände oder Füße in lauwarmes Wasser (nicht mehr als 38 Grad) tauchen. Nach einigen Minuten vorsichtig bewegen. Wichtig: Nicht massieren oder reiben, niemals mit Schnee einreiben! Das kann die durch die Kälte sehr empfindliche Haut schädigen.

Bei stärkerer Erfrierung die Stelle anschließend mit Mullverband bedecken und zum Arzt gehen. Bei schweren Erfrierungen oder bei Unterkühlung: So schnell wie möglich zum Arzt oder ins nächste Krankenhaus!

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