Vorhofflimmern – warum Frauen besonders aufpassen sollten

Eine ältere Frau ist müde und erschöpft
Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit können auf Vorhofflimmern hindeuten – Frauen schieben solche Symptome häufig auf ihren stressigen Alltag © Fotolia

Vorhofflimmern, die häufigste Form von Herzrhythmusstörungen, scheint für Frauen gefährlicher zu sein als für Männer, zeigt eine aktuelle Studie britischer Wissenschaftler.

Beim sogenannten Vorhofflimmern zittern die Vorhöfe des Herzens unkoordiniert, statt sich in regelmäßigen Abständen zusammenzuziehen. Als Konsequenz wird der Herzmuskel schlechter mit Blut versorgt. Die Folge können Herzrasen, Herzstolpern, Herzschwäche und schwere Komplikationen wie Schlaganfälle und Herzinfarkte sein. Das Schlaganfall-Risiko wird durch Vorhofflimmern besonders stark erhöht – bleibt die Herzrhythmusstörung unbehandelt, sogar um das Fünffache.

Bei Frauen mit Vorhofflimmern kommen solche Komplikationen häufiger vor als bei betroffenen Männern. Das zeigt eine aktuelle Metastudie von Wissenschaftlern des George Institute for Global Health an der Oxford University. Das Forscherteam wertete darin 30 Untersuchungen mit insgesamt 4,3 Millionen Patienten aus.

Die Auswertung ergab: Frauen mit Vorhofflimmern haben ein doppelt so hohes Schlaganfall-Risiko wie betroffene Männer. Ihr Risiko, an einer Herzerkrankung zu sterben, liegt um 93 Prozent höher als das der Männer. Einen Herzinfarkt erleiden sie mit 55 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit und ihr allgemeines Risiko, frühzeitig zu sterben, ist um zwölf Prozent höher als das betroffener Männer.

 

Mögliche Ursachen der Geschlechterunterschiede

Welche Ursachen hinter diesen Unterschieden stecken, ist bisher nicht geklärt. So könnte es sein, dass das Vorhofflimmern bei Frauen meist einen schwereren Verlauf nimmt als bei Männern, oder dass betroffene Frauen häufiger Begleiterkrankungen haben, die ihren Zustand zusätzlich verschlechtern und einen schwerwiegenden Verlauf begünstigen.

Die Studienleiter vermuten außerdem, dass die Anzeichen des Vorhofflimmerns bei Frauen weniger ausgeprägt auftreten und Symptome wie Müdigkeit von weiblichen Patienten eher ignoriert und auf Stress geschoben werden. In jüngeren Jahren sind zudem Männer häufiger von dem Leiden betroffen, weshalb die Diagnose bei Frauen häufig weniger naheliegend erscheint als bei Männern. Und eine frühzeitige Diagnose und medikamentöse Behandlung ist der sicherste Weg, um das Risiko schwerwiegender Folgeerkrankungen zu senken.

 

Vorhofflimmern – diese Symptome sollten Sie kennen

Typische Anzeichen von Vorhofflimmern sind Kurzatmigkeit, Herzrasen und Herzstolpern. Dazu kommt eine verminderte Belastungsfähigkeit: Betroffene sind schneller erschöpft und außer Atem als gewöhnlich. Weitere mögliche Symptome sind vermehrte Müdigkeit, Schwindel, Angstgefühle, Übelkeit und Erbrechen. Auch Patienten, die keinerlei Symptome wie Herzrasen verspüren, sondern sich über längere Zeit schlapp, müde und weniger leistungsfähig fühlen, sollten einen Arzt aufsuchen und die Möglichkeit von Herzrhythmusstörungen ansprechen.

Hamburg, 20. Januar 2016

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.