Von Grauer Star bis Gleitsichtbrille: Die große Augen-Sprechstunde

Kind bei Augenarzt
Wirkt Ihr Kind unkonzentriert, hat oft Kopfschmerzen oder schlechtere Schulnoten? Dann könnte eine Sehschwäche dahinterstecken © Fotolia

Grauer Star, Laser-OP, Kontaktlinsen – Praxisvita beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema Augengesundheit.

Allein mit unseren Augen können wir bis zu 80 Prozent der Informationen in unserer Umwelt aufnehmen. Ohne unser Augenlicht würden wir schon bei Alltäglichem wie dem Überqueren einer Kreuzung in Gefahr geraten. Erst wenn das Sehvermögen schwindet, bemerken wir wie wertvoll es ist. Umso wichtiger sind gesunde Augen. Doch worauf sollte man achten?

 

Sind geplatzte Äderchen schlimm?

In der Regel nicht. Manchmal können sie jedoch ein Hinweis auf erhöhten Blutdruck oder eine Gerinnungsstörung des Blutes sein. Meistens sind sie aber absolut harmlos und verschwinden nach ein paar Tagen ganz von selbst. Wer schlechter sieht als vorher, sollte aber einen Termin beim Augenarzt machen.

 

Ist altersbedingte Makula-Degeneration (AMD) erblich?

Bei Menschen über 40 ist AMD die Hauptursache schwerer Sehbehinderung bis zur Erblindung. Dabei geht zunächst die Sehkraft im Bereich des schärfsten Sehens, der Makula, verloren. Lesen, Autofahren oder das Erkennen von Gesichtern werden mit fortschreitender AMD immer schwieriger. Bei familiärer Vorbelastung sollten Risikofaktoren wie starkes UV-Licht vermieden werden. Gefäßverengungen sollte möglichst vorgebeugt werden – zum Beispiel durch Nikotinverzicht. Eine Augenhintergrund-Untersuchung wird alle zwei Jahre empfohlen. Die Kassen bezahlen sie allerdings nicht. Kosten: 25-60 Euro.

 

Muss Grauer Star immer operiert werden?

Der Graue Star ist eine altersbedingte Trübung der Augenlinse und weltweit die häufigste Augenerkrankung. Die Folge: Der Blick verschleiert sich. Grauer Star-Patienten haben das Gefühl, alles durch ein Milchglas zu sehen. Im Endstadium droht die Erblindung. Meist entwickelt sich die Krankheit ab dem 60. Lebensjahr. Sobald die Sehschärfe spürbar nachlässt, wird eine Laser-OP nötig. Heutzutage ist der Eingriff besonders schonend und unkompliziert.

 

Kontaktlinsen mit Wasser reinigen?

Das ist auf keinen Fall empfehlenswert. Denn speziell weiche Kontaktlinsen saugen sich mit der Flüssigkeit und darin enthaltenen Keimen voll und die Gefahr einer Augeninfektion steigt. Immer die handelsüblichen Lösungen verwenden!

 

Wie gefährlich ist eine Laser-OP?

Laser-Eingriffe am Auge gehören inzwischen zu den am häufigsten durchgeführten Operationen in Deutschland. Bei richtiger Diagnose, moderner Lasertechnologie und erfahrenem Operateur ist das Risiko für Verletzungen sehr gering.

 

Schadet die Arbeit am Computer den Augen?

Computerarbeit kann tatsächlich Kurzsichtigkeit oder trockene Augen fördern. Vorbeugen können Sie am besten durch regelmäßige Pausen und häufiges Blinzeln.

 

Harte oder weiche Kontaktlinsen – welche sind besser?

Beide Linsenarten schwimmen auf einem Tränenfilm auf der Hornhaut und passen sich den Augenbewegungen an. Bei harten Kontaktlinsen leidet die Versorgung der Hornhaut mit Sauerstoff weniger. Weiche Linsen bieten mehr Tragekomfort und verursachen seltener das Gefühl eines Fremdkörpers. Jeder Patient muss für sich entscheiden, welche Linsen-Variante für ihn die beste ist.

 

Wie schnell gewöhne ich mich an eine Gleitsichtbrille?

Die meisten Patienten brauchen vier bis sechs Wochen, bis Sie sich auf die Gleitsichtbrille eingestellt haben. Anfangs kann es zu kurzzeitigen Schwindelanfällen und Übelkeit kommen. Nach ein paar Wochen sollten sich die Augen aber an die neue Sicht gewöhnt haben.

 

Können Lebensmittel die Sehkraft stärken?

Ja, bis zu einem gewissen Maß. Besonders ungesättigte Fettsäuren aus Lachs, Olivenöl und Lebertran sowie das Vitamin A aus Karotten, Paprika und Brokkoli unterstützen die Augengesundheit. Ein Vitamin-A-Mangel kann zum Beispiel zu Nachtblindheit führen.

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