Vom Rasenmäher überfahren – Gefahrenherd Gartenarbeit

Gefahrenherd Gartenarbeit
Jedes Jahr ereignen sich 200.000 Unfälle bei der Gartenarbeit. Geschätzte 7.000 teils schwere Verletzungen entstehen durch unsachgemäßen Einsatz von Rasenmähern. Aufsehen erregte zuletzt der Fall der siebenjährigen Sude, die beim Spielen von einem Rasenmä © Fotolia

Jedes Jahr passieren in Deutschland rund 200.000 Unfälle bei der Gartenarbeit. Besonders schwere Verletzungen entstehen vor allem im Zusammenhang mit motorisierten Gartengeräten wie Rasenmäher, Motorsägen oder Heckenscheren. Aufsehen erregte in den Medien zuletzt der Fall der siebenjährigen Sude, die beim Spielen von einem Rasenmäher überfahren wurde. Praxisvita.de verrät Ihnen, worauf Sie bei der Gartenarbeit besonders achten müssen und wo Gefahren lauern.

Rund 200.000 Unfälle ereignen sich in Deutschland pro Jahr bei der Gartenarbeit. Statistiken zeigen: Fast die Hälfte der Betroffenen verletzt sich dabei mit spitzen oder scharfen Gegenständen. Unfälle mit Gartengeräten wie Rasenmähern, Motorsägen oder Heckenscheren machen in etwa zehn Prozent aller Gartenunfälle aus – zumeist mit schlimmen Folgen für die Verletzten.

Studien zufolge sind besonders Hobbygärtner ab 55 von Unfällen bei der Gartenarbeit betroffen. Doch auch Kinder werden häufig Opfer schwerer Unfälle im Garten. Entweder weil sie selbst Gartengeräte nicht sachgerecht einsetzen oder von Erwachsenen einfach übersehen werden.

Ein Mann fällt Bäume mit einer Motorsäge
Rund 200.000 Unfälle passieren jedes Jahr in Deutschland bei der Gartenarbeit – meist mit Gartengeräten wie Motorsägen, Rasenmähern oder Heckenscheren© Fotolia
 

Die siebenjährige Sude wurde von einem Rasenmäher überrollt

Ein besonders tragischer Fall ereignete sich im Fall der kleinen Sude. Das siebenjähirge Mädchen war beim Spielen auf einer Wiese mit anderen Kindern hinter einem fahrenden Aufsitz-Rasenmäher hergerannt und unter das Schneidewerk geraten. Dabei zog sie sich so schwere Verletzungen zu, dass ihr rechtes Bein bis zur Wade amputiert werden musste. Der Fahrer des Rasenmähers hatte das herumtobende Kind übersehen.

 

Wichtige Tipps im Umgang mit motorisierten Gartengeräten

Wer die Gefahren beim Gärtnern kennt und aufmerksam beachtet, minimiert das Risiko von Verletzungen bei sich selbst und Unbeteiligten. Das gilt in besonderem Maße für motorisierte Gartengeräte. Denn bei Fällen – wie dem der kleinen Sude – bei denen schwere Verletzungen und Verstümmelungen die Folgen von Unfällen sind, waren in der Regel Gartengeräte mit elektrischen oder brennstoffbetriebenen Motoren im Einsatz.

 

Holen Sie sich fachmännischen Rat

Ob Rasenmäher, Heckenschere oder Motorsäge: Bevor Sie ein motorisiertes Gartengerät verwenden, sollten Sie sich immer durch einen Fachhändler oder anderen Experten einweisen lassen. Schließlich arbeitet man bei solchen Geräten immer mit „motorisierten Messern“.

 

Warten Sie ihr Gerät

Die regelmäßige fachgerechte Überprüfung der Funktionstüchtigkeit von Motorgeräten sollte dabei natürlich auch nicht vergessen werden. Ein gut gewartetes Gartengerät bedeutet nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch weniger Ärger beim Betrieb. Nicht selten kommt es gerade bei schlecht gewarteten Maschinen zu Stress-Situationen, die dann zu Unfällen führen.

Ein Mann repariert einen Rasenmäher
Bevor Sie Reparaturen an Ihrem Gartengerät durchführen: Schalten sie es aus und ziehen Sie den Netzstecker!© Shutterstock
 

Niemals in ein laufendes Gerät fassen

Bei Pannen oder Reparaturen dürfen Sie unter keinen Umständen in ein noch laufendes Gerät greifen. Schalten Sie das Gerät unbedingt aus und warten Sie einige Sekunden.

 

Den Stecker ziehen

Bei blockierten Elektrogeräten ist in jedem Fall zuerst der Netzstecker zu ziehen, bevor Sie sich daran machen, nach der Problemquelle zu suchen. So vermeiden Sie gefährliche Stromschläge.

 

Nicht bei Nässe

Elektromäher und andere elektrisch betriebene Gartengeräte sollten Sie auf keinen Fall bei Nässe verwenden.

 

Schäden ernst nehmen

Schäden an den Schneidwerken oder Isolationsschäden an Kabeln sollten Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Lassen Sie solche Reparaturen nach Möglichkeit von einem Fachmann ausführen.

 

Schutzkleidung tragen

Wenn Sie mit motorisierten Geräten arbeiten, verwenden Sie schützende Kleidung und bei lauten Geräten einen Gehörschutz. Bei dem Gebrauch von Motosägen empfehlen sich Schnittschutzhosen, spezielle Kettensägen-Handschuhe und Schutzbrillen. Rasenmäher sollten am besten nur mit Sicherheitsschuhen verwendet werden. Achten Sie unbedingt auch darauf, dass Personen, die sich im Gefahrenbereich aufhalten – wie beispielsweise Gartenhelfer – über eine entsprechende Schutzkleidung verfügen. Kinder sollten sich generell nicht in der Nähe laufender Schneidwerkzeuge wie Rasenmäher oder Motorsägen aufhalten. 

 

Ordnung muss sein

Behalten Sie Ihr Umfeld aufmerksam im Auge, damit Sie reagieren können, bevor Unfälle passieren. Gemeint sind hier nicht nur umherstehende Personen, sondern auch herumliegende Gegenstände und Gartengeräte, die zu Stolperfallen oder Geschossen werden könnten.

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.