Vom großen Bruder (9) gerettet – So geht es dem kleinen Rudolf inzwischen

Rettungshubschrauber
Der kleine Rudolf wurde nach seinem Unfall umgehend in die Uniklinik Marburg geflogen (Symbolbild) © Fotolia

Ein unerschrockener kleiner Junge hat am Wochenende viele Herzen erobert. Er hatte seinen zweijährigen Bruder Rudolf aus dem elterlichen Pool gerettet und ihn anschließend erfolgreich wiederbelebt.

Wie verschiedene Medien berichteten, hatte der neunjährige Markus am Samstag Nachmittag zusammen mit seiner Großmutter entdeckt, dass sein kleiner Bruder reglos im Pool trieb. Nachdem er ihn mit seiner Großmutter aus dem Wasser gezogen hatte, reanimierte er ihn mit Hilfe telefonischer Anweisungen eines Sanitäters. Kurz darauf konnte sein kleiner Bruder wieder selbstständig atmen. Anschließend wurde er von einem Rettungshubschrauber in die Uniklinik Marburg geflogen.

Die Stuttgarter Nachrichten zitieren einen Polizeisprecher, der mitteilte, dass der Zweijährige noch am Sonntag von der Intensiv- auf die Normalstation verlegt worden war. „Er bleibt noch eine Woche zur Beobachtung in der Klinik und kann dann sicherlich nach Hause“, so der Sprecher.

Was sich nun viele Leser, die die Geschichte verfolgt haben, fragen: Warum muss der kleine Patient noch weiter im Krankenhaus bleiben, wenn er doch schon längst wieder eigenständig atmet?

 

Unbekannte Gefahr: Sekundäres Ertrinken

Was viele nicht wissen: Auch wenn ein Kind, nachdem es eine Zeit unter Wasser war, wieder bei Bewusstsein ist und es ihm gut zu gehen scheint – aus der Gefahrenzone ist es noch lange nicht. So auch im Fall des kleinen Ezra aus den USA. Der Dreieinhalbjährige war nur für eine halbe Minute unter Wasser gewesen, als ihn seine Eltern aus dem Pool retteten. Und obwohl er viel Wasser wieder aushustete und normal essen, trinken und sprechen konnte, wurde er wenige Stunden später bewusstlos und mit Fieber ins Krankenhaus eingeliefert. Der Grund: Das sogenannte sekundäre oder verzögerte Ertrinken. Wasser, das sich unbemerkt in der Lunge gesammelt hat, kann auch Stunden später zu Schwellungen, Entzündungen und Lungenschäden führen. Im schlimmsten Fall zu einem lebensbedrohlichen Sauerstoffmangel. Dieser Vorgang kann bis zu 24 Stunden dauern.

 

Kinder nach Unfall nicht unbeobachtet lassen

Genau deshalb ist es wichtig, Kleinkinder, die in einen Pool oder Teich gefallen sind, auch nach einer erfolgreichen Reanimation nicht unbeobachtet zu lassen. Informieren Sie in jedem Fall einen Arzt und lassen Sie Ihr Kind der folgenden Nacht auch nicht allein schlafen. Wer nicht mehr genau weiß, wie man ein Kind nach einem Badeunfall reanimiert, kann sein Wissen in Erste-Hilfe-Kursen beim ADAC nachholen. Auf PraxisVITA finden Sie ebenfalls eine Anleitung.

Im Fall des kleinen Rudolf haben die Ärzte zum Glück inzwischen Entwarnung gegeben, er schwebt nicht mehr in Lebensgefahr. Sein Retter soll nun mit einer Auszeichnung für seinen mutigen Einsatz belohnt werden.

Hamburg, 05. September 2016

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