Was kann Vitamin K?

Redaktion PraxisVITA

Sie gehören zu den wichtigsten Bausteinen unserer Gesundheit: Vitamine regulieren den Stoffwechsel, stärken das Immunsystem und sind gut für die Nerven. Die Vitamine A, B, C oder D kennen viele von uns. Doch was kann eigentlich Vitamin K?

Mangold mit viel Vitamin K liegt auf einem Tisch
Mangold zählt zu den Toplieferanten von Vitamin K Foto:  iStock/corners74
Inhalt
  1. Was ist Vitamin K?
  2. Wie hoch ist der Tagesbedarf an Vitamin K?
  3. Wo ist Vitamin K enthalten?
  4. Wie kommt es zu einem Vitamin K-Mangel?
  5. Woran erkenne ich ein Vitamin-K-Defizit?
 

Was ist Vitamin K?

Unter dem Sammelbegriff „K“ verbergen sich viele Verbindungen, hauptsächlich wirksam sind die Vitamine K1 und K2.

Vitamin K ist essenziell für die Bildung von Gerinnungsfaktoren, bestimmten Eiweißen, ohne die eine Blutgerinnung nicht möglich wäre. Das Vitamin aktiviert in der Leber die Vorstufe von Gerinnungsfaktoren, die zum Stoppen von Blutungen benötigt werden.

Zudem löst Vitamin K Ablagerungen in den Gefäßen auf. Eine Studie aus den Niederlanden mit mehr als 4800 Teilnehmern zeigt, dass Menschen, die sich von Lebensmitteln mit einem hohen Anteil an natürlichem Vitamin K2 ernährten, weniger Ablagerungen in den Arterien aufwiesen als andere, damit ihr Herz schützen und einem Infarkt vorbeugen.

Darüber hinaus reguliert und optimiert Vitamin K den Kalziumspiegel. Und Kalzium benötigt der Körper für gesunde Zähne und Knochen sowie zahlreiche Stoffwechselvorgänge.

Es wurde lange unterschätzt, dass Vitamin K ebenso wichtig für den Aufbau der Knochen ist wie Vitamin D. Das Sonnenvitamin D, das die Wirkung von Kalzium unterstützt, ist zudem auf die Hilfe von Vitamin K2 angewiesen. Erst dieses transportiert das Kalzium in die Knochen.

 

Wie hoch ist der Tagesbedarf an Vitamin K?

Der tägliche Bedarf eines erwachsenen Menschen ab 15 Jahren liegt laut der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) bei ungefähr 60 bis 80 Mikrogramm (in etwa 25 g Spinat).

 

Wo ist Vitamin K enthalten?

Natürliches Vitamin K1 wird von Pflanzen gebildet und steckt in grünem Gemüse wie zum Beispiel Brokkoli oder Rosenkohl, in Kräutern wie Schnittlauch und in Avocados. Zu den Toplieferanten gehören darüber hinaus Grünkohl, Mangold und Spinat.

K2 dagegen wird sowohl durch Bakterien im menschlichen Darm aus K1 gewonnen oder aus Nahrungsquellen wie beispielsweise Fleisch, Joghurt, Käse und Eiern. Spinat mit Rührei und Parmesan wäre ein optimales Gericht, um sich mit beiden K-Vitaminen zu versorgen.

 

Wie kommt es zu einem Vitamin K-Mangel?

Neben einer zu geringen Zufuhr durch Mangelernährung gibt es auch andere Ursachen, die weit häufiger Auslöser für eine Vitamin-K-Mangelerkrankung sind. Dazu gehören beispielsweise Stoffwechselstörungen, Alkoholmissbrauch oder verschiedene Darmerkrankungen wie Morbus Crohn. Zudem kann das Defizit durch Medikamente wie Antibiotika verursacht werden, die die Darmflora negativ beeinflussen.

Säuglinge haben einen Vitamin-K-Mangel, der zu einer erhöhten Blutungsneigung führen kann. Zur Vorbeugung bekommen sie deshalb das wichtige Vitamin sofort nach der Geburt oral verabreicht.

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Woran erkenne ich ein Vitamin-K-Defizit?

Da Vitamin K die Blutgerinnung reguliert, kann ein Mangel zu Blutungen führen, die sich beispielsweise an einer Anfälligkeit für blaue Flecke und an einem stärkeren Nachbluten von kleineren Verletzungen zeigen können. Auch häufiges Nasenbluten und Zahnfleischbluten beim Zähneputzen können Anzeichen für ein Vitamin-K-Defizit sein. Doch allzu große Sorgen sollte man sich nicht machen, denn jeder gesunde Erwachsene, der sich nicht einseitig ernährt, hat in der Regel keine Probleme mit seinem Vitamin-K-Spiegel.

Der Vitamin-K-Smoothie

Die beste Quelle für Vitamin K1 ist grünes Blattgemüse. Ein Smoothie mit Grünkohl und Spinat zum Beispiel garantiert einen leckeren Kick mit dem wichtigen Vitalstoff.

Zutaten (1 Portion): 1 gehäufte Tasse Spinatblätter, 1 Tasse entstielte Grünkohlblätter, 1/2 Birne, 1 gefrorene Banane, 1 1/2 Tassen kalte Mandelmilch (oder Sojamilch oder Orangensaft), 1 Esslöffel Honig.

Zubereitung: Kohlblätter von ihrem Stiel befreien und grob hacken. Grünkohl, Spinat und Mandelmilch in einen Mixer geben. Mischen, bis keine großen Kohlstücke mehr vorhanden sind. Dann Banane, Honig und Birne hinzufügen.

Was Vitamin K sonst noch kann

Vitamin K hat vielfältige positive Wirkungen auf unseren Körper:

Strafft die Haut

Da Vitamin K zudem Rötungen mildert, kommt es in Cremes zum Einsatz. Die beiden Hauterkrankungen Rosacea und Couperose werden oft von Hautärzten mit hoch dosiertem Vitamin K behandelt.

Beugt Krebs vor

In zahlreichen Untersuchungen konnte eine krebshemmende Wirkung von Vitamin K festgestellt werden. So fanden Wissenschaftler aus Heidelberg in einer Studie mit etwa 25 000 Teilnehmern im Alter zwischen 35 und 64 Jahren heraus, dass durch eine hohe Aufnahme von Vitamin K2 das Krebsrisiko sinkt und das durchschnittliche Lebensalter steigt.

Schützt vor Osteoporose

Da Vitamin K wichtig ist bei der Einlagerung von Kalzium in Knochen und Zähnen, enthalten viele Präparate für die Prophylaxe und Therapie von Osteoporose den vielseitigen Vitalstoff.

Wie nimmt man Vitamine richtig ein?

Bei der Aufnahme der Vitalstoffe sollte Folgendes beachtet werden:

Zeitpunkt

Die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K sollten immer mit oder direkt nach dem Essen eingenommen werden. Denn erst mithilfe des Nahrungsfettes können sie vom Körper verarbeitet werden. Ein Tropfen Öl oder ein wenig Butter reicht.

Dosierung

Bitte nicht zu viel des Guten! Eine zu hohe Dosis an Vitamin-D-Präparaten (längere Zeit mehr als 4000 I.E. täglich) kann laut Experten z. B. eine erhöhte Kalziumkonzentration im Blut verursachen und schlimmstenfalls Nierenversagen hervorrufen. Und eine zu hohe langfristige Einnahme von Vitamin A kann zu Bluthochdruck oder Vergrößerung der Leber führen. Die Tagesdosis an Vitamin A für Erwachsene: rund ein Milligramm. Provitamin A: zwei Milligramm am Tag.

Kombination

Vitamin K schwächt die Wirkung blutverdünnender Mittel wie Marcumar. Wer mit sogenannten Vitamin-K-Antagonisten behandelt wird, darf Vitamin-K-Präparate nicht ohne ärztliche Rücksprache einnehmen.

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