Vitamin D für Kinder und Babys: Bedarf decken und Mangel erkennen

Veronika Toth Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Vitamin D spielt für Kinder und Babys eine wichtige Rolle: Es stärkt das Immunsystem, macht Zähne und Knochen fest und schützt die Nervenzellen des Gehirns. Wie lauten die Empfehlungen zur Dosierung von Vitamin D? Und welche Symptome treten bei einem Vitamin-D-Mangel bei Kindern auf?

Inhalt
  1. Welche Symptome verursacht ein Vitamin-D-Mangel bei Kindern?
  2. Babys brauchen Vitamin D
  3. Empfehlung für Dosierung von Vitamin D für Kinder und Babys
 

Welche Symptome verursacht ein Vitamin-D-Mangel bei Kindern?

In den ersten Lebensjahren ist die Nährstoff-Versorgung entscheidend für die kindliche Entwicklung, denn ein Mangel kann zu dauerhaften geistigen und körperlichen Schäden führen. Das gilt besonders für Vitamin D, das für Kinder und Babys unerlässlich ist.

Vitamin D kann als einziges Vitamin überhaupt selbst vom Körper produziert werden. Dafür braucht es lediglich Sonnenlicht sowie eine sogenannte Vitamin-D-Vorstufe, die aus Cholesterin gebildet wird. Auf diese Weise werden 80 bis 90 Prozent des Bedarfs an Vitamin D produziert.

Ein Vitamin-D-Mangel betrifft vor allem den Kalzium- und Phosphathaushalt und führt bei Babys und Kindern durch das schnelle Wachstum des Knochenskeletts zu Verformungen. Typische Anzeichen für eine solche Rachitis sind

  • Kleinwuchs
  • verbogene und verkürzte Knochen
  • O-Beine und
  • aufgetriebene Knorpel-Knochengrenzen der Rippen am Brustbein (Rachitischer Rosenkranz).

Eine ausgeprägte Rachitis zeigt sich auch an der Wirbelsäule, wenn diese sich immer mehr zum Buckel formt. Die Kinder leiden außerdem an einer schwachen Muskulatur, haben Gelenk- und Knochenschmerzen und bekommen erst spät Zähne.

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Babys brauchen Vitamin D

Babys gelten als Risikogruppe für einen Vitamin-D-Mangel, da sie keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden dürfen. Außerdem enthalten sowohl Muttermilch als auch Säuglingsnahrung wenig Vitamin D. Deshalb benötigen alle Babys ein Vitamin-D-Präparat während der ersten zwölf Lebensmonate. Dies schützt sie vor Verformungen der Knochen (Rachitis), indem es den Einbau von Kalzium in die Knochen und somit die Knochenmineralisation fördert.

 

Empfehlung für Dosierung von Vitamin D für Kinder und Babys

Die Empfehlung hinsichtlich Vitamin D für Kinder der Deutschen Gesellschaft Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) lautet, dass sowohl gestillte als auch nicht gestillte Babys Vitamin D vorbeugend gegen Rachitis täglich bis zum Ende des ersten Lebensjahres verabreicht bekommen sollen.

Säuglinge ab dem Ende der ersten Lebenswoche bis zum Ende des ersten Lebensjahres erhalten täglich eine Tablette mit 10 bis 12,5 Mikrogramm Vitamin D.

Häufig wird die Dosierung des Vitamins für Kinder auch in sogenannten Internationalen Einheiten (IE) angegeben. Ein Mikrogramm entspricht dabei 40 IE. Ein Säugling im ersten Lebensjahr erhält somit täglich 400 bis 500 IE Vitamin D.Abhängig vom Geburtstermin des Babys wird die Vitamin-D-Dosierung für Kinder im ersten Lebensjahr bis zum zweiten erlebten Sommer weitergeführt. Im Winter geborene Babys bekommen das Vitamin D also eineinhalb Jahre lang, im Sommer geborene lediglich das ganze erste Lebensjahr.

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Verschiedene Erkrankungen, vor allem jene des Skeletts, erfordern bei Kindern auch über dem ersten oder zweiten Lebensjahr hinaus Vitamin-D-Gaben. In allen anderen Fällen ist eine Nahrungsergänzung nicht mehr notwendig – auch dann nicht, wenn das Kind phasenweise weniger Tageslicht sieht.

Kinderärzte empfehlen, die Dosierung von Vitamin D für Kinder über Tabletten sicherzustellen. Zwar gibt es Vitamin D auch in Tropfenform, allerdings lassen sich diese weniger genau dosieren, weil die Tropfengröße je nach Umgebungstemperatur unterschiedlich sein kann. Darüber hinaus werden aus einem zu verabreichenden Tropfen auch schnell einmal zwei.

Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D für Kinder sollte also vor allem also im ersten Lebensjahr sichergestellt werden – am besten in Beratung mit der behandelnden Kinderärztin/dem behandelnden Kinderarzt. 

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Quellen:

Biesalski, Hans Konrad (2019): Vitamine, Spurenelemente und Minerale: Indikation, Diagnostik, Therapie, Stuttgart: Georg Thieme Verlag

Mayatepek, Ertan (2019): Pädiatrie: Grundlagen, Klinik und Praxis, München: Elsevier Health Sciences

Vitamin-D-Mangel / Rachitisprophylaxe, in: kinderaerzte-im-netz.de 

Warum brauchen Säuglinge zusätzlich Vitamin D?, in: gesund-ins-leben.de

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