Vitamin D: Dosis viel zu niedrig

Haben wir alle einen Vitamin-D-Mangel? US-Forscher haben jetzt herausgefunden, dass die bisher empfohlene Vitamin-D-Dosis weit unter der tatsächlich benötigten Menge liegt. Praxisvita hat die Fakten.

Vitamin D ist an vielen Prozessen im Körper beteiligt: beispielsweise reguliert es Kalzium- und Phosphoraufnahme – beides ist notwendig für gesunde Knochen und Zähne. Bisherigen Schätzungen zufolge leiden rund 40 Prozent der Deutschen an einem leichten Vitamin-D-Mangel und zwei Prozent an einem stärkerausgeprägtem.

 

Welche Vitamin-D-Dosis wird empfohlen?

Laut einer aktuellen Studie US-amerikanischer Forscher könnten es aber deutlich mehr sein: Statt der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen 800 Internationalen Einheiten (IE) oder 0,02 Milligramm Vitamin D müssten wir demnach 7.000 IE oder 0,175 Milligramm täglich über die Nahrung aufnehmen – das ist fast die neunfache Menge der empfohlenen Vitamin-D-Dosis. Wir beantworten dazu die wichtigsten Fragen.

 

Wie kann ich einen Vitamin-D-Mangel erkennen?

Ein leichter Vitamin-D-Mangel zeigt in den meisten Fällen keine Symptome. Sollte dieser sich verstärken, kommt es zunächst zu allgemeinen Beschwerden wie Schwindel, Übelkeit und Durchfall. Da diese sehr unspezifisch sind, lässt sich nur mit einer Blutuntersuchung beim Arzt ein Vitamin-D-Mangel sicher erkennen.

 

Was sind die Folgen eines Vitamin-D-Mangels?

Ein schwerwiegender Mangel an dem wichtigen Nährstoff begünstigt Erkrankungen wie Rachitis (Störungen des Knochenwachstums und Verformungen des Skeletts) bei Kindern, Muskelschwäche und Osteoporose. Außerdem weisen jüngere Studienergebnisse auf einen Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und Nierenschäden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einige Krebserkrankungen hin. Das Tückische dabei: Meist merkt man erst etwas, wenn es schon zu spät ist und irreversible Schäden aufgetreten sind.

 

Wie viel des Vitamin-D-Bedarfs wird über die Sonne abgedeckt?

Bis zu 90 Prozent des Vitamin D gewinnt der Körper durch die Sonne
Bis zu 90 Prozent des Vitamin D gewinnt der Körper durch die Sonne. Der Rest der empfohlenen Vitamin-D-Dosis kann über Lebensmittel bzw. Nahrungsergänzungspräparate erreicht werden© Fotolia

Etwa 80 Prozent des Vitamin-D-Bedarfs deckt der Körper über die Produktion in der Haut mithilfe der UVB-Strahlung des Sonnenlichts ab. Die restlichen 20 Prozent der Vitamin-D-Dosis müssen über die Nahrung aufgenommen werden. Durch Sonnenlicht kann es nicht zu einer Überdosis an Vitamin D kommen, da der Körper nach etwa 20 Minuten die Produktion runterfährt. Durch Vitamin-D-Präparate kann es hingegen schon zu einer Überdosis an Vitamin D kommen. Dies schädigt zum Beispiel die Nieren.

 

Muss ich im Sommer weniger Vitamin D zu mir nehmen?

Nur weil Sommer ist und die Sonne scheint, bedeutet das nicht automatisch, dass Sie auch Vitamin D produzieren können. Es ist möglich, dass der UV-Index (gibt die Strahlungsstärke der Sonne an) zu niedrig ist. Der UV-Index hängt von der Jahres- und Tageszeit, der geografischen Lage, der Luftverschmutzung, aber auch von Ihrem Umfeld ab (Schnee, Sand). Erst wenn der UV-Index höher als drei ist, sind die UVB-Strahlen für die Vitamin-D-Produktion ausreichend.

 

Wie kann ich die geforderte Vitamin-D-Dosis decken?

100 Gramm Lachs enthalten etwa 0,016 Milligramm Vitamin D – man müsste also etwa 1,1 Kilogramm Lachs essen, um die geforderte Vitamin-D-Dosis zu erreichen. Und Lachs gehört zu den besten Vitamin-D-Lieferanten. Über die Nahrung ist eine Tagesdosis von 0,175 Milligramm täglich also kaum zu decken – eine Aufstockung durch Nahrungsergänzungsmittel ist also notwendig.

Grundsätzlich gilt: Sie sollten Vitamin-D-Präparate nur in Absprache mit Ihrem Hausarzt einnehmen.

Hamburg, 23. März 2015

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