Vitamin D: Das Vitamin für starke Knochen

Dr. med. Dierk Heimann Facharzt für Allgemeinmedizin

Meine 38-jährige Patientin ist beunruhigt. In ihrer Familie kommt Osteoporose vor, also Knochen, die im Laufe der Zeit an Stabilität verlieren – einer der Gründe: zu wenig Vitamin D. Die Verkäuferin hat nun Bedenken, dass auch bei ihr dieses Vitamin knapp sein könnte. „Gibt es eine Möglichkeit, das zu kontrollieren?“, fragt sie.

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Gerade ältere Menschen leiden häufig an Vitamin-D-Mangel. Foto:  iStock/NatchaS
Inhalt
  1. Das Sonnenvitamin
  2. Wozu brauchen wir Vitamin D?
  3. Wann besteht ein Mangel?
  4. Die Therapie
  5. Zahlt das die Kasse?
  6. Bitte vorbeugen!
 

Das Sonnenvitamin

Die meisten Vitamine nehmen wir ausschließlich über unsere Nahrung auf. Beim Vitamin D ist das anders! Da werden nur maximal 20 Prozent des Tagesbedarfs natürlich über die Ernährung gedeckt, den Rest kann der Körper selbst bilden. Treffen Sonnenstrahlen auf unsere oberste Hautschicht, wird mit Hilfe der UV-B-Strahlung aus Cholesterin das Vitamin D.

Das Problem: Leider haben wir bei uns in Deutschland meist nur im Sommer rund um die Mittagszeit genug davon im Sonnenlicht. Außerdem lässt die Vitamin D-Bildung im Laufe der Jahre nach. Deshalb entwickeln gerade ältere Menschen oft einen Mangel.  

 

Wozu brauchen wir Vitamin D?

Die Wirkungen von Vitamin D im Organismus sind bislang nur zum Teil verstanden. Fest steht, dass es gebraucht wird, um stärkendes Kalzium in die Knochen zu bringen. Außerdem stärkt Vitamin D das Immunsystem: Fehlt das Vitamin im Körper, können zum Beispiel die T-Zellen, die sogenannten Killerzellen des Immunsystems, nicht richtig arbeiten.

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Unbestritten ist auch, dass Vitamin D die Produktion verschiedener Hormone anregt und steuert. Deshalb wird immer wieder ein Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz und Depressionen diskutiert.

 

Wann besteht ein Mangel?

Zwar kann die Leber das im Sommersonnenlicht gebildete Vitamin D etwa ein halbes Jahr lang speichern, doch bei vielen ist der Spiegel im Winter dennoch zu niedrig. Zwischen 35 bis 60 Nanogramm pro Milliliter Blut gelten als optimal.

Sinkt der Spiegel unter 20, spricht man von einem Mangel. Bei meiner Patientin messe ich sogar nur 15 Nanogramm pro Milliliter. Ihr Gefühl hat sie also nicht getrogen.

 

Die Therapie

Ich rate meiner Patientin, über acht Wochen hinweg pro Woche 20.000 Einheiten Vitamin D zu sich zu nehmen – als Tabletten. Und am besten in Kombination mit einer fetthaltigen Mahlzeit, weil das die Aufnahme verbessert.

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Anschließend sollten wir erneut den Vitamin-D-Spiegel kontrollieren. Der Grund: Vitamin D ist fettlöslich. Eine Überdosierung ist daher möglich – es drohen unter anderem Nierenschäden! Auch wenn man immer wieder anderes hört…

 

Zahlt das die Kasse?

Die Kontrolle des Vitamin-D-Spiegels (ohne konkrete Anhaltspunkte) ist leider keine Kassenleistung und kostet etwa 30 Euro. Die Therapie wird nur dann bezahlt, wenn ein tatsächlicher Mangel vorliegt. 

 

Bitte vorbeugen!

Damit meine Patientin nach der Behandlung nicht wieder in einen Mangel rutscht, empfehle ich ihr weiterhin eine tägliche Einnahme von 1.000 bis 2.000 Einheiten Vitamin D. Zumindest bis zum Sommer…

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