Vitamin-C-Überdosis: Wenn es Eltern zu gut meinen

Es besteht die Gefahr einer Vitamin C Überdosierung
Viele Eltern meinen es zu gut mit ihren Kindern und verabreichen künstliche Vitamine. Was viele nicht wissen: Es besteht die Gefahr einer Vitamin-C-Überdosis © Imago

Kinder konsumieren häufig zu viele Vitamine. Forscher warnen davor, die gesundheitlichen Schäden durch eine Vitamin-C-Überdosis nicht zu unterschätzen.

Einer aktuellen Studie der US-amerikanischen Environmental Working Group zufolge nehmen Kinder erheblich zu viel Vitamin A, C, Zink und Niacin zu sich. Grund dafür sind in der Regel für die Ernährung von Kindern beworbene Lebensmittel, die künstlich mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert wurden.

Die Forscher bemängeln: Eltern orientieren sich dabei nicht nur an Nährwertangaben, die auf veraltete Tagesbedarfsberechnungen zurück gehen, sondern auch an Verzehrempfehlungen, die für Erwachsene berechnet wurden. Kinder, deren Tagesbedarf an Nährstoffen niedriger liegt, können so leicht bestimmte Substanzen überkonsumieren.

Konkret haben Erwachsene im Vergleich zu Kindern zum Beispiel einen mehr als dreimal höhren Bedarf an Vitamin A und C. Geregelt werden die Tagesbedarfsmengen in Deutschland von einer EU-Richtlinie aus dem Jahre 1990.

 

Vitamin-Überdosis durch angereicherte Lebensmittel

Die nun veröffentlichte Studie zeigt, dass Kinder durch künstlich angereicherte Lebensmittel täglich viel mehr Vitamine und Mineralstoffe zu sich nehmen, als sie benötigen. So zum Beispiel enthält „eine Portion“ Cornflakes in manchen Fällen die doppelte Menge an Niacin, die ein Kind als Tagesbedarf benötigt. Ernährungsexperten raten Eltern deswegen, gesunden Kindern keine zusätzlichen Vitamine oder Mineralstoffe zu verabreichen, da bereits eine ausgewogene Ernährung den Tagesbedarf abdeckt.

Eine US-amerikanische Studie errechnete zudem, dass normal ernährte Kinder im Schnitt 45 Prozent zu viel Zink, 8 Prozent zu viel Vitamin A und Niacin konsumieren. Werden Kinder mit zusätzlichen Vitamin-Präparaten versorgt – wie die sehr verbreiteten Vitamin-Tabletten – sind die Zahlen noch deutlich höher. Diese Kinder nehmen 84 Prozent zu viel Zink, 72 Prozent zu viel Vitamin A und 28 Prozent zu viel Niacin zu sich.

 

Unterschätze Gefahren einer Vitamin-C-Überdosis

Die Wissenschaftler warnen in ihrer Studie davor, die gesundheitlichen Folgen einer Vitamin-C-Überdosierung – besonders bei Kindern – nicht zu unterschätzen. Untersuchungen bei vier bis achtjährigen Kindern haben gezeigt, dass es bereits nach kurzer Zeit zu Magen-Darm-Erkrankungen und Stoffwechselproblemen kommen kann. Langfristig seien die gesundheitlichen Gefahren erheblich weitreichender. Ein dauerhafter Überkonsum von Vitaminen führe demnach zu Leber- und Skelettschäden, die Überdosierung von Zink beeinträchtige das Immunsystem und zu viel eingenommenes Niacin wirke langfristig wie Gift auf die Leber.

Weitere Informationen zum Thema Nährstoff-Aufnahme bei Kindern finden Sie hier.

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