Vitamin-B3-Mangel: Warum er so oft unerkannt bleibt

Julia Klinkusch Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Ein Vitamin-B3-Mangel wirkt sich negativ auf den ganzen Körper aus. Müdigkeit, Entzündungen und sogar Depressionen können die Folge sein. Oft bleibt aber ein Vitamin-B3-Mangel unentdeckt.  Umso wichtiger ist es, die Symptome richtig zu deuten.

Inhalt
  1. Was sind mögliche Ursachen für einen Vitamin-B3-Mangel?
  2. Welche Symptome verursacht ein Vitamin-B3-Mangel?
  3. Wie sieht die Behandlung eines Vitamin-B3-Mangels aus?
 

Was sind mögliche Ursachen für einen Vitamin-B3-Mangel?

Ein Vitamin-B3-Mangel ist in Deutschland sehr selten. Dafür sorgt schon der hohe Konsum von Fleisch. Denn Vitamin B3, auch Niacin genannt, ist in großer Menge in vielen Fleischsorten enthalten. Jedoch kann beispielsweise die Einnahme von Medikamenten, wie bestimmte Psychopharmaka oder Krebsmedikamente (Zytostatika), einen Vitamin-B3-Mangel begünstigen.

Auch einige spezielle Tumoren können Ursache für einen Mangel sein, weil sie die Aufnahme von Vitamin B3 stören. Gleiches gilt für das Hartnup-Syndrom. Bei dieser Krankheit kommt es zu einem Mangel an Tryptophan, das wiederum für die körpereigene Herstellung von Vitamin B3 benötigt wird. Sie kommt jedoch sehr selten vor.

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Darüber hinaus gibt es Risikogruppen, die aufgrund von Vorerkrankungen, Verhaltensweisen oder Lebensumständen einen Vitamin-B3-Mangel entwickeln. Dazu gehören Alkoholerkrankte und Senioren. Bei letzteren kann ein verringerter Appetit Ursache für eine verminderte Aufnahme von Vitamin B3 sein.

Auch Frauen sind häufiger von einem Vitamin-B3-Mangel betroffen, da Östrogene die Bildung von Vitamin B3 durch Tryptophan hemmen können.

 

Welche Symptome verursacht ein Vitamin-B3-Mangel?

Ein geringer Vitamin-B3-Mangel verursacht so gut wie keine Symptome. Deshalb ist er nicht einfach zu erkennen. Erste leichte Anzeichen sind Schlaflosigkeit, Schwäche oder Appetitverlust. Erst bei einem stärkeren Mangel an Vitamin B3 treten deutlichere Symptome auf, beispielsweise:

  • schuppige Haut
  • Entzündungen der Mundschleimhaut
  • entzündliche Hautveränderungen (Dermatitis)
  • Schmerzen oder Taubheitsgefühl in Armen und/oder Beinen
  • depressive Verstimmungen
  • erhöhte Reizbarkeit

Bei einem sehr starken Vitamin-B3-Mangel tritt mitunter die Niacin-Mangelerkrankung Pellagra auf. Zu ihren Symptomen gehören die drei „D's": Durchfall, Dermatitis und Demenz.

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Sie kommt jedoch in der Regel nur in Entwicklungsländern vor, wo überwiegend unbehandelte Mais- und Hirseprodukte gegessen werden. Diese enthalten eine Vitamin-B3-Verbindung, die der Körper nicht aufschlüsseln und verwerten kann.

 

Wie sieht die Behandlung eines Vitamin-B3-Mangels aus?

Die Behandlung eines Vitamin-B3-Mangels hängt von der Ausprägung der Symptome ab. Ein leichter Mangel kann über eine Ernährungsumstellung ausgeglichen werden. Bei einem starken Vitamin-B3-Mangel muss Niacin in höheren Dosen als Nahrungsergänzung eingenommen werden. Doch Vitamin B3 kann man auch überdosieren.

Wird es beispielsweise in Form von Nicotinsäure eingenommen, kann es schon ab 100 Milligramm zu Symptomen wie Hautrötungen (Niacin-Flush), Hitzegefühl, Hautjucken und Magen-Darm-Beschwerden führen. Die Behandlung eines Vitamin-B3-Mangels sollte also nur unter Rücksprache mit einem Arzt geschehen.

Quellen:

Biesalski, Hans Konrad (2016): Vitamine und Minerale, Stuttgart: Georg Thieme Verlag 

Ausgewählte Fragen und Antworten zu Niacin, in: Deutsche Gesellschaft für Ernährung

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