Vitamin-B12-Mangel: Wer ist gefährdet, und was kann man tun?

Redaktion PraxisVITA

Sinkt im Körper der Vitamin-B12-Spiegel, führt dies zu recht unspezifischen Beschwerden wie Müdigkeit, Haarausfall oder Konzentrationsstörungen. Ein Vitamin-B12-Mangel tritt häufig bei Menschen auf, die sich vegan ernähren, die bestimmte Arzneimittel einnehmen oder die Magen-Darm-Erkrankungen haben.

Frau lehnt gestresst an einer Glaswand
Ein Vitamin-B12-Mangel äußert sich unter anderem in ständiger Müdigkeit Foto:  istock/Cecilie Arcurs
Inhalt
  1. Symptome: Wie macht sich ein Vitamin B12-Mangel bemerkbar?
  2. Risikogruppen: Wer ist besonders gefährdet für einen Vitamin-B12-Mangel?
  3. Wie sieht die Behandlung bei einem Vitamin-B12-Mangel aus?
 

Symptome: Wie macht sich ein Vitamin B12-Mangel bemerkbar?

Wer längere Zeit gut mit Vitamin B12 versorgt war und – etwa aufgrund einer Ernährungsumstellung – in eine Mangelsituation kommt, wird davon anfangs nichts merken. Denn der Körper speichert das Vitamin bis zu mehrere Jahre lang, vor allem in der Leber. Sind diese Vorräte erschöpft, kommt es schleichend zu Beschwerden.

Zu den Symptonen eines Vitamin-B12-Mangels zählen Müdigkeit, Gedächtnisschwäche, aber auch Haarausfall, eine trockene Haut und trockene Schleimhäute. Bei diesen Symptomen denkt man nicht zwangsläufig an einen Vitamin-B12-Mangel. Der Arzt wird außerdem bei Untersuchungen vielleicht eine Blutarmut feststellen. Das heißt: Im Blut befinden sich pro Milliliter zu wenige rote Blutkörperchen. Vitamin B12 ist nämlich für deren Bildung und Reifung erforderlich, aber auch für die Teilung von Haarwurzel-, Haut- oder Schleimhautzellen. Und im Stoffwechsel von Nervenzellen spielt der Mikronährstoff ebenfalls eine Rolle. Ein Mangel kann daher auch zu Beschwerden wie depressiven Verstimmungen und Gedächtnisschwäche führen.

 

Risikogruppen: Wer ist besonders gefährdet für einen Vitamin-B12-Mangel?

Menschen, die sich vegan ernähren und keine Supplemente mit dem Vitamin B12 einnehmen, entwickeln verhältnismäßig schnell einen Mangel. Denn nur tierische Lebensmittel, also Fleisch, Fisch und Milchprodukte, enthalten eine ausreichende Menge, um den Tagesbedarf an Vitamin B12 zu decken. Vegetarier sind weniger gefährdet, wenn sie genug Milchprodukte und Eier zu sich nehmen. Dennoch gelten Lebensphasen mit hohem Bedarf, etwa die Schwangerschaft und die Stillzeit, auch bei ihnen als kritisch.

Medikamente können ebenfalls zu einem Vitamin-B12-Mangel führen, etwa Säureblocker (Protonenpumpenhemmer). Sie verhindern bei Sodbrennen oder einer Magenschleimhautentzündung, dass Magensäure gebildet wird, und ohne Magensäure wird weniger Vitamin B12 aus der Nahrung freigesetzt. Hinzu kommt: Die Medikamente verhindern, dass Magenzellen ein spezielles Eiweiß bilden. Ohne diesen sogenannten intrinsischen Faktor gelangt kaum noch Vitamin B12 aus dem Darm in den Körper. Zu ähnlichen Effekten führt Metformin, ein häufig eingesetztes Medikament zur Behandlung des Typ-2-Diabetes. Es hemmt einen Transportweg, über den Vitamin B12 in den Darm gelangt. Nicht zuletzt können verschiedene Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts oder chirurgische Eingriffe wie Magenverkleinerungen zu einem Vitamin-B12-Mangel führen.

 

Wie sieht die Behandlung bei einem Vitamin-B12-Mangel aus?

Zunächst ist es wichtig, dass ein Arzt die Diagnose Vitamin-B12-Mangel stellt. Dafür nimmt er Blut ab und lässt im Labor das sogenannte Holo-Transcobalamin (holoTC), also die stoffwechselaktive Form des Vitamins, bestimmen. Dieser Wert gilt als genauer, verglichen mit dem Gesamt-Vitamin B12. Werden Normwerte des Vitamins im Blut unterschritten, raten Ärzte im ersten Schritt, die Ernährung umzustellen. Ist das nicht möglich oder liegen starke Defizite vor, müssen Patienten Vitamin B12 als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Nur bei einem sehr schwerwiegenden Vitamin-B12-Mangel erhalten sie das Vitamin als Spritze.

Quellen:

  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin B12, Abrufdatum: 07.12.2019
  • Uwe Gröber (2018): Mikronährstoff-Beratung. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart
  • Uwe Gröber (2018): Arzneimittel und Mikronährstoffe. Medikationsorientierte Supplementierung. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart
  • Uwe Gröber / Klaus Kisters (2018): Mikronährstoff-Räuber: Säureblocker, Wissenswertes zu Arzneimitteln und Mikronährstoffen. Medikationsorientierte Supplementierung. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart
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