Vitamin B1-Mangel: An welchen Symptomen lässt er sich erkennen?

Redaktion PraxisVITA

Zahlreiche pflanzliche und tierische Lebensmittel enthalten Vitamin B1. Zu einem Mangel kann es unter anderem bei einseitiger Ernährung, in der Schwangerschaft oder bei Magen-Darm-Erkrankungen kommen. Er kann unter anderem zu Beschwerden im Nervensystem führen.

Älterer Mann fasst sich angestrengt an den Kopf
Vitamin-B1-Mangel kann unter anderem zu Konzentrationsstörungen führen Foto:  istock/mediaphotos
Inhalt
  1. Was sind häufige Ursachen eines Vitamin-B1-Mangels?
  2. Zu welchen Symptomen führt ein Mangel an Vitamin B1?
  3. Behandlung: Was können Sie gegen einen Vitamin-B1-Mangel tun?

In unserem Stoffwechsel spielt Vitamin B1 eine wichtige Rolle. Zahlreiche Enzyme benötigen den Mikronährstoff, auch bekannt als Thiamin, um ihre Aufgaben erfüllen zu können. Speziell geht es um die Verwertung von Kohlenhydraten zur Energiegewinnung. Ein Mangel äußert sich vor allem im Bereich des Nervensystems.

 

Was sind häufige Ursachen eines Vitamin-B1-Mangels?

Da unser Körper nur geringe Mengen des Vitamins speichern kann, müssen wir ständig Thiamin über Lebensmittel zuführen. Starke Defizite kennt man vor allem aus Regionen mit Ernährungsmangel – aus Asien stammt der Begriff Beri-Beri für Vitamin-B1-Defizite. Zwar enthalten viele Lebensmittel dieses Vitamin. Es ist allerdings hitzeempfindlich und geht beim Kochen teilweise verloren oder landet im Kochwasser. Zudem kann eine einseitige Ernährung dazu führen, dass von vornherein zu wenig Vitamin B1 aufgenommen wird – vor allem in Phasen mit erhöhtem Bedarf wie der Schwangerschaft. Weitere Risikogruppen für einen Vitamin-B1-Mangel sind Menschen mit Magen-Darm-Erkrankungen oder einem Leberleiden. Auch Alkoholmissbrauch lässt den Spiegel an Vitamin B1 rasch sinken.

 

Zu welchen Symptomen führt ein Mangel an Vitamin B1?

Zu Beginn eines Vitamin-B1-Mangels leiden die Patienten meistens an recht unspezifischen Beschwerden wie Schlafstörungen, Müdigkeit, Gedächtnisstörungen oder Appetitlosigkeit. Neurologische Symptome kommen später mit hinzu, etwa Wadenkrämpfe, Muskelschmerzen oder ein Brennen und Jucken im Bereich der Extremitäten. Phasen mit depressiver Verstimmung oder Reizbarkeit können ebenfalls auf eine Unterversorgung mit dem wichtigen Vitamin hindeuten. Bei einem chronischen Vitamin-B1-Mangel entwickelt sich eine sogenannte Wernicke-Enzephalopathie, bei der Nervenzellen im Gehirn geschädigt werden. Auch das Herz-Kreislauf-System kann durch eine unzureichende Versorgung mit Vitamin B1 Schaden nehmen.   

 

Behandlung: Was können Sie gegen einen Vitamin-B1-Mangel tun?

Bei Symptomen, die auf einen Vitamin-B1-Mangel hindeuten, sollte man sich zuerst beim Arzt gründlich untersuchen lassen, damit keine Erkrankungen als mögliche Ursache übersehen werden. Ein ernährungsbedingter, geringer Mangel kann durch Vitamin-B1-reiche Lebensmittel ausgeglichen werden, etwa Vollkorn-Produkte, Hülsenfrüchte, Kartoffeln oder Fleisch. Um den Vitaminverlust beim Kochen zu verringern, rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Man sollte Speisen vorab nur kurz waschen, nicht einweichen, und anschließend in wenig Wasser dünsten. Diagnostiziert der Arzt einen gravierenden Mangel an Vitamin B1, wird er Nahrungsergänzungsmittel, die größere Mengen an Thiamin enthalten, empfehlen. Da Schwangere und Stillende einen erhöhten Tagesbedarf haben, ist eine Supplementation generell sinnvoll. Schädliche Effekte durch eine Überdosierung kennt man bei der Aufnahme von Vitamin B1 in Form von Tabletten derzeit nicht.

Quelle:

  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Thiamin (Vitamin B₁), Abrufdatum: 12.12.2019
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Ausgewählte Fragen und Antworten zu Thiamin, Abrufdatum: 12.12.2019
  • Uwe Gröber (2018): Mikronährstoff-Beratung. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart
  • Uwe Gröber (2018): Arzneimittel und Mikronährstoffe. Medikationsorientierte Supplementierung. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart
Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2020 praxisvita.de. All rights reserved.