Viel Zucker und krebserregend – wie ungesund ist Nutella wirklich?

Phyllis Kuhn Medizinredakteurin
Nutella
Über 50 Prozent Zucker sowie potentiell krebserregendes Palmöl - wie sicher ist es noch, Nutella zu essen? © Reddit/MrFlow

Der weltbekannte Nuss-Nougat-Aufstrich kommt im Moment nicht heraus aus den negativen Schlagzeilen. Was steckt hinter den Vorwürfen, Nutella sei krebserregend?

Ein Foto, das eigentlich nur einen typischen Brotaufstrich zeigt, schockiert im Moment das Internet. Abgebildet ist ein Nutella-Glas – einmal so wie wir es kennen und einmal im Längsschnitt, in dem die Bestandteile der beliebten Nuss-Nougat-Creme je nach Verhältnis in Schichten dargestellt sind. Warum Nutella weder gesund noch figurfreundlich ist, zeigt sich auf den ersten Blick: Die Hälfte des Glasinhaltes besteht aus reinem Zucker, dazu Magermilchpulver, Kakao, Haselnüsse und in einem hohen Anteil Palmöl. Diese Substanz ist nicht nur aus moralischen Gründen sehr umstritten. So werden für die Gewinnung des Rohstoffes jährlich riesige Flächen von Regenwald gerodet und offenbar auch Kinder als Arbeiter im Herstellungsprozess eingesetzt. Auch gesundheitlich schneidet Palmöl schlecht ab: So warnte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kürzlich vor sogenannten Prozesskontaminanten, die bei der Verarbeitung von Palmöl entstehen. Einige davon, wie Glycidyl-Fettsäureester (GE), wurden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „wahrscheinlich karzinogen beim Menschen“ eingestuft. Da Palmöl im Vergleich mit anderen Ölen den höchsten Anteil an Glycidyl-Fettsäureester und anderen Schadstoffen enthält, ist es somit krebserregender als jedes andere Speiseöl.

 

Warum muss es Palmöl sein?

Das Bild wurde ursprünglich auf der Internetplattform Reddit veröffentlicht und verbreitete sich von dort innerhalb kurzer Zeit zehntausendfach. Da die genaue Zusammensetzung der Nuss-Nougat-Creme auf einem geheimen Rezept des Herstellers Ferrero basiert, sind zumindest die Anteile der einzelnen Inhaltstoffe nicht eindeutig. Dass allerdings große Mengen an Zucker und Palmöl in dem Produkt verarbeitet werden, ist unbestritten. So findet sich unter den Inhaltsstoffen die Angabe, dass ein Esslöffel (15 g) Nutella 8,5 g Zucker enthalte. Dies entspricht 227,2 g Zucker pro 400 g-Glas und somit einem Zuckeranteil von über 50 Prozent. Dieser hohe Zuckergehalt sorgt unbestritten auch für den guten Geschmack des Brotaufstrichs. Aber was ist mit dem Palmöl? Kann man es nicht gegen ein anderes Öl ersetzen? Laut Ferrero sorgt gerade das Palmöl für die streichzarte Textur von Nutella. Es gibt aber offensichtlich auch noch einen weiteren Grund: Palmöl ist das preiswerteste Öl auf dem Markt im Vergleich mit anderen Ölsorten wie Rapsöl oder Sonnenblumenöl. Dass es offenbar krebserregend ist, hat Ferrero bisher nicht zu einer Änderung der Rezeptur veranlasst.

 

Lösung: Nutella einfach selbst machen!

Wer trotz der beunruhigenden Neuigkeit nicht auf seinen Schokoladen-Aufstrich verzichten möchte, muss dennoch nicht seine Gesundheit aufs Spiel setzen. Denn eine leicht abgewandelte Variante von Nutella lässt sich auch einfach selbst herstellen. Hier ein Rezept, das ganz ohne schädliches Palmöl und Zucker auskommt:

Zutaten (am besten in Bio-Qualität):

400 Gramm Haselnüsse (ohne Schale)

7 Esslöffel Kokosöl oder Sonnenblumenöl

5 Esslöffel Kakaopulver

1/2 Teelöffel Vanillepulver

9 Esslöffel Agavendicksaft oder Honig

1 Prise Salz

Haselnüsse im vorgeheizten Backofen bei 170 Grad (Ober-Unter-Hitze) etwa zehn Minuten erhitzen. Anschließend die Nüsse in einem leistungsstarken Mixer fein mahlen, bis sie eine cremige Masse bilden. Die restlichen Zutaten hinzugeben und noch einmal gut durchmixen, bis eine streichfeste Creme entstanden ist. Den Aufstrich in ein sauberes Glas mit Schraubverschluss umfüllen und vor Gebrauch noch einmal kräftig umrühren.

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