Viel mehr als nur Bauchschmerzen

Unerfüllter Kinderwunsch aufgrund von Endometriose
Bleibt der Kinderwunsch unerfüllt, sollten Frauen sich auch auf Endometriose untersuchen lassen © Fotolia

Bei Endometriose wird die Regel zur Höllenqual. Doch oft erkennen Ärzte die Krankheit zu spät.

Die Schmerzen sind fürchterlich, ich würde alles tun, damit sie aufhören! Das sagen die meisten Frauen, die an Endometriose – einer Wucherung von Gebärmutterschleimhaut – leiden. Mit etwa 40 000 Neuerkrankungen pro Jahr ist sie das zweithäufigste gutartige gynäkologische Leiden. Dennoch haben viele Betroffene eine Odyssee von Arzt zu Arzt hinter sich, bis endlich die richtige Diagnose gestellt wird.

 

Was ist eigentlich Endometriose?

Die Erkrankung bezeichnet das Vorkommen von gebärmutterähnlicher Schleimhaut außerhalb der Gebärmutter, vor allem im Bauchraum, in der Darmwand oder der Blase.

 

Was weiß man über die Ursachen einer Endometriose?

Die gängige Theorie ist, dass während der Regel etwas Blut in den Bauch gelangt. Darin sind immer Schleimhautzellen enthalten. Werden sie von der Abwehr nicht ,,entsorgt", können sie sich dort ansiedeln und Blutungen auslösen. Treffen kann es jede Frau im gebärfähigen Alter. Mit Eintritt der Wechseljahre macht die Endometriose keine Probleme mehr

 

Welche Beschwerden treten bei Endometriose auf?

Die Wucherungen verursachen oft massive Schmerzen, meist während der Regel. Beschwerden treten aber auch kurz vor der Menstruation oder danach auf. Hinweis können zudem Schmerzen beim Verkehr, beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang sein.

 

Warum tun die abgewanderten Zellen weh?

Weil sie im Bauchraum Nerven aktivieren und Entzündungen verursachen. Das Gewebe gehört dort nicht hin, wird als Fremdkörper empfunden und löst einen chronischen Entzündungsreiz aus. Was vielen nicht bekannt ist: Die Krankheit kann zu Unfruchtbarkeit führen, bei unerfülltem Kinderwunsch sollte daher auch darauf untersucht werden.

 

Warum ist der Nachweis einer Endometriose so schwierig?

Eine Diagnose ist nur per Bauchspiegelung möglich, und die kann nicht jeder Arzt durchführen.

 

Wie verläuft die OP bei einer Endometriose?

Bei der Bauchspiegelung (Laparoskopie) werden spezielle Instrumente durch kleine Hautschnitte eingeführt. Je nach Größe und Lage der Zellen werden sie entweder mit Laser verdampft oder herausgeschnitten. Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose, die Patientin bleibt einige Tage in der Klinik.

Leider kann die Endometriose immer wieder kommen. Deshalb bekommen Frauen nach der Operation Medikamente, die ein erneutes Auftreten der Krankheit verhindern sollen. Außerdem lassen sich die Schmerzen durch die Pille vermindern, die dann ohne Pause eingenommen wird.

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