Verzögertes Ertrinken – Mutter warnt andere Eltern

Verena Elson

Dass der kleine Junge auf diesem Foto noch lebt, verdankt er dem schnellen Handeln seiner Eltern. Denn er wäre beinahe ertrunken – Stunden, nachdem er für einige Sekunden unter Wasser getaucht war.

„Bitte seht euch dieses Foto an“ – so beginnt der berührende Aufruf einer Mutter an andere Eltern, nachdem ihr kleiner Sohn Ezra beinahe ertrunken ist. Als der Dreieinhalbjährige in einen Pool sprang, geriet er für weniger als 30 Sekunden mit dem Kopf unter Wasser, bevor er herausgezogen wurde. Doch in dieser kurzen Zeit atmete er Wasser ein – mit schweren Folgen.

Der kleine Junge hustete nach dem Vorfall zunächst eine Menge Wasser aus, doch ansonsten schien es ihm gutzugehen, er aß und sprach wie gewohnt. Doch Stunden später verschlechterte sich plötzlich sein Zustand: Während des Abendessens nickte er ständig ein – ein ungewöhnliches Verhalten für den kleinen Jungen. Schließlich bekam er Fieber und wurde bewusstlos. Seine Eltern brachten ihn ins Krankenhaus – glücklicherweise rechtzeitig, denn ihr Sohn wäre Stunden nach seinem Badeunfall beinahe ertrunken.

Ein Junge liegt in einem Krankenhausbett
Dieser Junge wäre Stunden nach seinem Badeunfall fast ertrunken© Facebook

Die Mutter des Jungen, Darcy McQueeney, postete das Foto ihres Sohnes auf Facebook und Instagram, um andere Eltern zu warnen.

 

Wie erkenne ich sekundäres und trockenes Ertrinken?

Über den Fall des dreijährigen Jungen wird in den Medien zurzeit ausführlich berichtet. Dabei werden die Begriffe „trockenes Ertrinken“ und „sekundäres Ertrinken“ häufig synonym verwendet. Tatsächlich besteht jedoch ein Unterschied zwischen den beiden Phänomenen.

Beide Arten des Ertrinkens entstehen, nachdem Wasser eingeatmet wurde. Beim „trockenen Ertrinken“ dringt das Wasser jedoch nicht bis zur Lunge vor. Die eingeatmeten Wassertropfen sorgen schon vorher dafür, dass sich die Kehlkopfmuskulatur verkrampft und es zu einem Verschluss der Atemwege kommt. Die Folge: Der Betroffene erstickt. Man spricht von trockenem Ertrinken, weil nach dem Tod kein Wasser in der Lunge auszumachen ist. Bei einem trockenen Ertrinken kommt es typischerweise augenblicklich zu Atemnot.

Beim „sekundären Ertrinken“ gelangt Wasser in die Lunge. Dort sorgt es in den folgenden Stunden für Schwellungen, Entzündungen oder Lungenschäden und schließlich zu einem lebensbedrohlichen Sauerstoffmangel. Dieser Vorgang kann bis zu 24 Stunden dauern

Typische Symptome des sekundären Ertrinkens sind Husten, eine ungewöhnlich schnelle Atmung, verfärbte Lippen und Teilnahmslosigkeit.

 

Warnung an andere Eltern

Da die Symptome bei dem kleinen Ezra erst mit rund vier Stunden Verzögerung einsetzten, handelte es sich bei ihm wohl um die ersten Anzeichen eines sekundären Ertrinkens.

Darcy McQueeneys Warnung an andere Eltern lautet: „Lasst eure Kinder niemals unbeaufsichtigt in die Nähe irgendeiner Wasserquelle. Auch wenn man alle Regeln befolgt, können Unfälle passieren. Selbst wenn es den Kindern nach einem Badeunfall scheinbar gut geht, bringt sie bitte ins Krankenhaus!“

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