Verstehen Sie Ihren Rücken-Experten?

Mann beim Rücken-Experten
Bei Rückenschmerzen, die länger als drei Tage andauern, sollten Sie einen Rücken-Spezialisten aufsuchen © Fotolia

Rund 80 Prozent der Deutschen leiden im Laufe ihres Lebens an Rückenschmerzen. Die Ursachen sind zahlreich: Zu wenig Bewegung durch vieles Sitzen, körperlich belastende Tätigkeiten oder Fehlhaltungen sind nur einige von ihnen. Damit Sie für Ihren Besuch beim Rücken-Spezialisten gut gerüstet sind, erklärt Dr. Reinhard Schneiderhan wichtige Fachausdrücke.

 

Dorsalgie

Bezieht sich auf Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule. Mögliche Ursachen: Muskel-Verspannungen, Wirbelgelenk-Blockierungen oder Bandscheiben-Vorwölbungen. Dauern die Beschwerden länger als drei Tage, ist eine weiterführende Untersuchung beim Orthopäden ratsam.

 

Lumbalgie

Wird im Volksmund auch "Hexenschuss" genannt. Dieser Begriff steht für Schmerzen des gesamten Rückens oder der Lendenwirbelsäule. Hier sind oft unspezifische Rückenschmerzen mit vielfältigen Ursachen gemeint – von der Muskel-Verspannung bis zur Bandscheiben-Vorwölbung.

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Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde und Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga aus München© privat
 

Lumboischialgie

Treten Kribbelgefühle oder Lähmungs-Erscheinungen in den Beinen auf, weist dies meist auf stark gereizte Nerven im Wirbelsäulen-Bereich infolge eines Bandscheibenvorfalls hin. Dieses sogenannte Wurzelreiz-Syndrom heißt in der Fachsprache auch Lumboischialgie.

 

Nukleotomie

Entfernung eines Bandscheibenvorfalls. Sie kann mikrochirurgisch über einen kleinen Schnitt mithilfe des Operations-Mikroskops erfolgen oder endoskopisch durch ein Arbeitsröhrchen mit Video-Übertragung.

 

Spinalkanal-Stenose

Eine Einengung des Wirbelkanals. Sie tritt vor allem bei älteren Menschen auf. Verengt sein können zum einen der Rückenmark-Kanal und zum anderen die Nervendurchtritts-Stelle. Ursachen sind Veränderungen der Bandscheiben und der Wirbelkörper.

 

Spondyl-Arthrose

Der Verschleiß eines Wirbelgelenks. Er kann auf eine anhaltende Fehlbelastung, eine Fehlstellung oder altersbedingte Abnutzung zurückzuführen sein.

 

Thermokoagulation

Um Schmerzen an der Wirbelsäule zu lindern, stehen unterschiedliche Therapiemöglichkeiten bereit. Eingriffe lassen sich meist minimalinvasiv, etwa über einen kleinen Stich durch die Haut, durchführen. Vor jeder Behandlung erhalten Patienten eine Narkose. Die Thermokoagulation kommt u. a. bei chronischen Rückenschmerzen zum Einsatz. Dabei werden schmerzauslösende Nerven durch Hitze verödet.

Infos zur Person

Dr. Reinhard Schneiderhan ist durch die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) als Algesiologe anerkannt und zur Behandlung chronischer Schmerzpatienten von der Kassenärztlichen Vereinigung zugelassen. Er ist Leiter des Regionalen Schmerzzentrums DGS München/Taufkirchen und Präsident der Wirbelsäulenliga e.V.

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