Versteckte Depression: 5 Symptome, die darauf hindeuten

Eine versteckte Depression ist nicht leicht zu erkennen. Doch es gibt einige psychische und körperliche Symptome, die auf eine psychische Erkrankung hindeuten können.

JW Video Platzhalter
Zustimmen & weiterlesen
Um diese Story zu erzählen, hat unsere Redaktion ein Video ausgewählt, das an dieser Stelle den Artikel ergänzt.

Für das Abspielen des Videos nutzen wir den JW Player der Firma Longtail Ad Solutions, Inc.. Weitere Informationen zum JW Player findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bevor wir das Video anzeigen, benötigen wir Deine Einwilligung. Die Einwilligung kannst Du jederzeit widerrufen, z.B. in unserem Datenschutzmanager.

Weitere Informationen dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Eine Depression ist oft nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Oft ist es ein schleichender Prozess, bei dem mit der Zeit immer mehr psychische und körperliche Symptome hinzukommen – bis irgendwann gar nichts mehr geht. Umso wichtiger ist es, eine lavierte bzw. versteckte Depression rechtzeitig zu erkennen. Einige Anzeichen sollten als Warnsignale verstanden werden.

Versteckte Depression: Was hat es damit auf sich?

Menschen, die an einer Depression leiden, sieht man ihre Erkrankung nicht immer an. Die Gründe dafür sind vielfältig. Es kann zum Beispiel sein, dass sie gewisse Glaubenssätze aus der Kindheit prägen, wie zum Beispiel „Du musst immer funktionieren“ oder „Nur wenn ich etwas leiste, bin ich etwas wert“.

Diese Glaubenssätze können dazu führen, dass Betroffene nach außen hin ihr Bild von einer strebsamen, fleißigen und gut gelaunten Person aufrechterhalten wollen – und dadurch ihre innere Welt zu verbergen versuchen. Dies geschieht nicht absichtlich, sondern unterbewusst.

Das „Verbergen“ der eigenen Gefühlswelt war vielleicht in der Kindheit eine Art Bewältigungsstrategie, um sich nicht angreifbar zu machen. Gründe, warum die Depression „versteckt“ ist, gibt es allerdings viele und die sind sehr individuell.

Darüber hinaus gibt es auch Menschen, die ständig unter Schmerzen leiden und deshalb eine Depression entwickeln, die jedoch von Ärzt:innen nicht immer als solche erkannt wird, weil die körperlichen Symptome im Fokus stehen.

Daraus folgt: Man kann nicht jedem Menschen mit Depression ansehen, dass er oder sie darunter leidet. Umso wichtiger ist es, sensibel für körperliche und psychische Symptome zu werden, um anderen – oder sich selbst – aus der Misere helfen zu können, am besten mit professioneller Unterstützung in Form einer Psychotherapie. Bei diesen Anzeichen sollten Sie hellhörig werden:

Übrigens: Auf unserem YouTube-Kanal "Gefühlssache" gibt es noch mehr zum Thema Depressionen.

Versteckte Depression: Körperliche Symptome stehen oft im Vordergrund

Bei einer versteckten Depression ist der Körper permanent unter Stress bzw. Anspannung. Das führt zu Schlafstörungen, da Körper und Geist nicht abschalten können. Durch den Schlafmangel – und auch durch das permanente Gedankenkarussell – leiden Betroffene häufig unter chronischer Erschöpfung.

Dabei stehen die körperlichen Beschwerden oft im Vordergrund einer versteckten Depression; der Fachbegriff ist dafür „psychosomatisch“. Das bedeutet, dass sich die psychische Erkrankung zunächst durch körperliche Beschwerden äußert und das seelische Leiden „überschatten“.

Auch diese körperlichen Symptome können durch eine versteckte Depression entstehen:

  • Kopf- und Rückenschmerzen

  • Infektanfälligkeit

  • Magen-Darm-Probleme wie Durchfall, Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen

  • Herzklopfen, Atemnot und Schwindel

  • Libidoverlust und Potenzschwierigkeiten

  • Tinnitus

  • Sehbeeinträchtigungen

  • Haarausfall

Gefühlsschwankungen als Depression-Symptom

An einer Depression erkrankte Menschen können den einen Moment sehr niedergeschlagen sein – kurze Zeit später sind sie wütend, ungeduldig oder erleben ein Hochgefühl. Es kann auch sein, dass sie sensibler sind und schneller in Tränen ausbrechen. Betroffenen fällt es bisweilen schwer, ihre Emotionen zu kontrollieren, weil sie sich ihnen ausgeliefert fühlen. Extreme Gefühlsschwankungen können deshalb ein Hinweis auf eine versteckte Depression sein.

Unzuverlässigkeit deutet auf versteckte Depression hin

Menschen, die unter einer versteckten Depression leiden, können auch Phasen haben, in denen es ihnen gut geht. In solchen Zeiten schmieden sie viele Pläne und strotzen vor Energie. Doch in den schlechten Phasen schaffen sie es nicht, diese Pläne umzusetzen. Sie sagen Termine ab oder vergessen diese. Der Antrieb könnte sein, dass sie sich scheuen, anderen niedergeschlagen gegenüberzutreten. Hinzu kommt, dass eine Depression mit extremer Müdigkeit und Antriebslosigkeit einhergehen kann. Die „Unzuverlässigkeit“ ist dann nicht absichtlich, sondern dem Krankheitsbild geschuldet.

Einsamkeit als Symptom einer versteckten Depression

Depressive Menschen ziehen sich häufig zurück. Auch hierbei kann der Prozess schleichend sein. Es kann passieren, dass man Betroffenen auf der Arbeit nichts anmerkt. Am Wochenende schaffen sie es jedoch nicht, die Wohnung zu verlassen und kapseln sich von ihren Mitmenschen ab. So beginnt eine soziale Isolation, die das Krankheitsbild schnell verschlimmern kann.

Gewichtsschwankungen als Symptom einer versteckten Depression

Extreme Gewichtsveränderungen können ein deutliches Anzeichen einer versteckten Depression sein. Dabei kann es sich in beide Extreme entwickeln. Manche Menschen mit Depressionen essen vermehrt und nehmen demnach zu. Anderen fehlt die Kraft zum Essen und sie nehmen immer mehr ab.

Versteckte Depression: Test kann erste Hinweise liefern

Selbsttests liefern erste Anhaltspunkte für Betroffene – aber können keinesfalls eine ärztliche Diagnose ersetzen. Wenn Sie bei sich depressive Symptome bemerken, wenden Sie sich an eine:n Ärzt:in.

Diese Fragen können Ihnen dabei helfen, Ihren Gesundheitszustand einzuschätzen:

  • Haben Sie nur noch wenig bis keine Freude und Interesse an Ihren Hobbys und Ihrer Arbeit?

  • Fühlen Sie sich oft niedergeschlagen – oder gar hoffnungslos?

  • Fällt es Ihnen schwer, morgens aus dem Bett zu kommen? Fühlen Sie sich morgen erholt?

  • Haben Sie das Gefühl, keine Energie mehr zu haben?

  • Leiden Sie unter Schlafproblemen?

  • Wie denken Sie über sich selbst? Fühlen Sie sich als Versager?

  • Haben Sie Konzentrationsschwierigkeiten, zum Beispiel beim Lesen?

  • Ist Ihr Appetit höher oder weniger als sonst?

  • Haben andere an Ihnen Veränderungen in der Sprache oder in Bewegungen bemerkt?

  • Haben Sie Gedanken, sich etwas anzutun?

Gut zu wissen: Auf der Website der Deutschen Depressionshilfe finden Sie einen Selbsttest mit ähnlichen Fragen. Dort können Sie Ihre Antworten auch direkt auswerten lassen und erhalten weiterführende Informationen über mögliche Behandlungsschritte.

Was hilft bei einer versteckten Depression?

Wer mehrere Anzeichen bei sich wahrnimmt, sollte therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Je früher Depressionen behandelt werden, desto eher kann die Krankheit überwunden werden. Wie Sie einen Therapeuten finden, erfahren Sie hier. Vielen Betroffenen helfen auch Antidepressiva, die ein Psychiater verschreiben kann.

Darüber hinaus haben sich diese Maßnahmen bei einer Depression bewährt:

  • Bewegung hilft vielen Betroffenen, ihre depressiven Symptome zu lindern, denn sportliche Betätigung kurbelt die Produktion von Glückshormonen an. Man fühlt sich daher automatisch besser und ausgeglichener – und hat auch kleine Erfolgserlebnisse, wenn man seine Joggingrunde geschafft hat. Hilfreich kann es sein, Sport mit anderen Menschen zu machen

  • Wer nachts unter Gedankenspiralen leidet und daher nicht zur Ruhe kommt, kann seine Gedanken aufschreiben. So können die Gedanken sortiert werden. Das hilft beim Abschalten.

  • Wer unter einer versteckten Depression leidet, sollte versuchen, sich seinem Umfeld zu öffnen und sich nicht zurückzuziehen. Das kostet zwar Mut, aber hilft den Mitmenschen, sich in die Lage des Betroffenen hineinzuversetzen und Hilfe anbieten zu können.

Gut zu wissen: Wenn die versteckte Depression überwunden ist und Betroffene sich psychisch wieder besser fühlen, verschwinden in der Regel auch die körperlichen Symptome wieder.

Quellen:

Versteckte Depression, in: internisten-im-netz.de

Was ist eine Depression?, in: deutsche-depressionshilfe.de

Lavierte Depression, in: pschyrembel.de