Verspannung oder Krankheit? Diese Anzeichen sind gefährlich!

Nackenverspannung oder Hirnhautentzündung? Rückenschmerzen oder Nierenschmerzen? Anhand dieser Merkmale lassen sich harmlose Verspannungen von ernsthaften Erkrankungen abgrenzen.

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Der neue Arbeitsalltag im Home-Office und pandemiebedingter Bewegungsmangel lassen die Wartelisten der Physiotherapie-Praxen zurzeit überlaufen: Denn verspannungsbedingte Beschwerden dürften so verbreitet sein, wie noch nie zuvor.

In den allermeisten Fällen sind Beschwerden wie Nacken-, Rücken- oder Kopfschmerzen harmlos und lassen sich mit einfachen Hausmitteln behandeln. Doch es gibt Warnzeichen, die jeder kennen sollte – denn treten diese Symptome auf, kann eine ernsthafte Erkrankung hinter den Beschwerden stecken.

Nackenschmerzen: Harmlose Verspannung oder Hirnhautentzündung?

Wer stundenlang in relativ unbeweglicher Haltung am Schreibtisch sitzt, kriegt die Quittung häufig in Form von Nackenschmerzen – denn die Muskeln im Schulter-Nacken-Bereich sind dabei ständig angespannt, werden überlastet und reagieren mit Schmerzen.

Diese vergleichsweise harmlosen Nackenverspannungen sind weit verbreitet. Nur sehr selten weisen Nackenschmerzen auf eine ernstzunehmende Ursache wie eine Hirnhautentzündung hin. Warnzeichen sind folgende Begleitsymptome:

  • Fieber
  • Starke Kopfschmerzen
  • Nackensteifigkeit  
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schwindel
  • Lichtempfindlichkeit
  • Verwirrtheit  
  • Starkes Krankheitsgefühl mit Gliederschmerzen und Schwäche

Treten neben den Nackenschmerzen eines oder mehrere dieser Symptome auf, sollte ein Arzt kontaktiert werden.

Rücken, Nacken und Kiefer: Vorsicht bei diesen Symptomen!

In seltenen Fällen können plötzliche, starke Nackenschmerzen auch ein Symptom eines Herzinfarkts sein – dasselbe gilt für starke Schmerzen im Kiefer, Rücken oder Arm. Treten diese Schmerzen in ungewohnter Heftigkeit auf, sollte der Notarzt gerufen werden. Dasselbe gilt bei folgenden Begleitsymptomen:

  • Schmerzen im Oberkörper (auch Oberbauch)
  • Schwindelattacken oder Ohnmacht
  • Starkes Engegefühl im Brustkorb
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Atemnot
  • Angst und kalter Schweiß

Rückenschmerzen oder Nierenschmerzen?

Rücken- und Nierenschmerzen werden mitunter verwechselt – der Grund dafür ist die Lage der Nieren im hinteren Bauchraum auf Höhe der untersten Rippen. Während Rückenschmerzen in den meisten Fällen jedoch nicht akut gefährlich sind, ist bei Nierenschmerzen spätestens nach einigen Tagen ein Arztbesuch angeraten – denn es können potenziell schwerwiegende Erkrankungen hinter den Beschwerden stecken.

Nierenschmerzen äußern sich häufig durch Flankenschmerzen, Schmerzen im mittleren oder unteren Rücken oder im Unterbauch. Um herauszufinden, ob es sich bei den Beschwerden um Nierenschmerzen handelt, eignet sich folgender Test: mit der Handkante ca. 5 cm oberhalb des Beckenkamms klopfen. Werden so Schmerzen ausgelöst, sind die Nieren als Auslöser wahrscheinlich.

Im Unterschied zu Rückenschmerzen sind Nierenschmerzen zudem in der Regel nicht bewegungsabhängig und treten meist nicht durchgängig, sondern eher krampfartig auf.

Zusätzlich sprechen folgende Begleitsymptome für eine Beeinträchtigung der Nieren:

  • Blut im Urin
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Fieber
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schwindel und Abgeschlagenheit

Kopfschmerzen: Spannungskopfschmerz oder ernste Ursache?

Stress und Anspannung in Kombination mit unergonomischen Möbeln im Home-Office können leicht zu Spannungskopfschmerzen führen. Diese können auf Dauer ganz schön zermürbend sein, sind aber zunächst harmlos.

Spannungskopfschmerzen sind die häufigste Art von Kopfschmerzen, gefolgt von Migräne – wesentlich seltener sind Kopfschmerzen ein Warnzeichen für schwerwiegende Erkrankungen oder medizinische Notfälle wie eine Hirnblutung oder Hirnhautentzündung.

Ein Fall für den Arzt sind neu auftretende, heftige Kopfschmerzen sowie folgende Begleiterscheinungen:

  • Hoher Blutdruck
  • Neurologische Ausfallerscheinungen
  • Schwindel
  • Fieber

Bei einem Hirntumor dagegen sind Kopfschmerzen nur in Ausnahmefällen das erste Warnzeichen – in der Regel treten zunächst andere Symptome wie Sehstörungen oder epileptische Anfälle auf.

Quellen:

Herzinfarkt rechtzeitig erkennen: Auf diese Anzeichen sollten Sie achten, in: herzstiftung.de

Krankheitsbild der Meningokokken-Erkrankung, in: internisten-im-netz.de

How to tell the difference between kidney pain and back pain, in: medicalnewstoday.com