Verrückte Nerven

Wenn das Augenlied unruhig zuckt, hilft häufig Magnesium
Wenn das Augenlid unruhig zuckt, hilft häufig Magnesium © Fotolia

Das kennt fast jeder: Das Lid zuckt plötzlich oder man wacht nachts auf und hat einen Krampf in der Wade. Praxisvita erklärt, wie Mineralien und bestimmte Übungen helfen Muskelzuckungen zu lindern.

Es ist unangenehm, aber selten etwas Ernstes: Muskelkrämpfe, Lidzucken oder so genannte Tics. Nach Angaben der Deutschen Gesundheitshilfe werden 40 Prozent der Menschen hierzulande – vorwiegend Frauen – von unkontrollierten Muskelzuckungen heimgesucht. Bei manchen wird es allerdings so schlimm, dass sie kaum mehr eine Nacht durchschlafen können.

 

Die Muskulatur braucht Vitamine

Die Symptome entstehen durch ein fehlgeleitetes Zusammenspiel von Nerven und Muskeln. Die Körpermuskulatur besteht aus feinen, rund 30 Zentimeter langen Muskelfasern, die von Bindegewebe umhüllt sind. Nervenzellen ziehen zu ihnen und ermöglichen uns normale Bewegungen, indem sie den Botenstoff Acetylcholin freisetzen. Dann greifen einzelne Eiweiße der Muskelfasern ineinander, der Muskel verkürzt sich und wir können zum Beispiel zur Kaffeetasse greifen. Fehlen in der Muskulatur wichtige Mineralien oder sind die Nervenbotenstoffe nicht ausreichend vorhanden, kann es zu unwillkürlichen Bewegungen wie Muskelkrämpfen kommen.

 

Magnesium hilft bei seltenen Krämpfen

Zum Zucken eines Lides kommt es meist, wenn die Augen durch ungünstige Beleuchtung bei der Bildschirmarbeit oder lange Autofahrten überlastet sind. Auch Überlastung fördern die Bereitschaft für das Lidzucken, denn das Stresshormon Adrenalin regt die Muskulatur an, sich zusammenzuziehen. Wen das zuckende Augenlid über mehrere Tage plagt, kann durch die Einnahme von Magnesium dem Muskel das fehlende Mineral zuführen.

Bei gelegentlich auftretenden Krämpfen in der Wade hilft neben Magnesium, sofort den Muskel zu dehnen: Ziehen Sie im Sitzen oder Stehen die Zehen zu sich heran. Treten die Krämpfe allerdings häufiger und länger auf, lindert die Einnahme von Chininsulfat die Beschwerden. Ebenfalls hilfreich ist die Verabreichung von B-Vitaminen (aus der Apotheke), wenn man öfter als dreimal pro Woche an solchen Krämpfen leidet. Intensive Beschwerden kann das Nervengift Botulinumtoxin, das gegen Zornesfalten in die Stirn injiziert wird, lindern.

 

Arzt sollte die Ursachen abklären

Generell sollte niemand die Zuckungen einfach ignorieren. Denn hinter häufigen Wadenkrämpfen oder Lidzuckungen können auch Krankheiten stecken. Häufig treffen diese Beschwerden Menschen mit Nierenerkrankungen oder Durchblutungsstörungen. Auch Diabetiker leiden wegen der meist unzureichenden Blutversorgung oft daran. Selbst Leberschäden können zu solchen Symptomen führen.

Stellt der Arzt keine Erkrankung fest, sollten Sie für ausreichend Bewegung sorgen, Stress vermeiden oder diesen durch Autogenes Training abbauen. Während langer Autofahrten sowie bei der Bildschirmarbeit müssen ausreichend Pausen eingelegt werden. Informationen und Tipps gibt auch die Broschüre "Krämpfe, Verspannungen und Muskelschmerzen" der Deutschen Gesundheitshilfe. Sie ist im Internet unter www.gesundheitshilfe.de oder telefonisch unter 069/78 00 42 erhältlich.

 

VIDEO: Eingeklemmter Nerv – So unterstützen Sie die Selbstheilung

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