Vermehrtem Harndrang vorbeugen

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Diagnose
  4. 4. Behandlung
  5. 5. Vorbeugung
  6. 6. Das sagt der Experte

Um vermehrtem Harndrang vorzubeugen, sollten Sie die möglichen Auslöser im Blick behalten. Dazu zählen Infekte, eine gutartige Prostatavergrößerung, Blasenentzündungen und eine Reizblase.

 

Infektionen vorbeugen

Ihr Immunsystem stärken Sie, indem Sie für einen gesunden, ausgewogenen Lebenswandel sorgen. So kann Ihr Körper dem Angriff durch Krankheitserreger besser trotzen. Deswegen gilt es

  • sich gesund, vitaminreich und ausgewogen zu ernähren: Essen Sie viel Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte. Fleisch und Fisch gehören maximal zwei- bis dreimal pro Woche auf den Speiseplan.
  • ausreichend zu trinken: mindestens 1,5 Liter pro Tag. Achten Sie dabei darauf, die Flüssigkeitsaufnahme gut über den Tag zu verteilen – so bleiben die Atemwege immer feucht.
  • sich regelmäßig zu bewegen: Planen Sie drei- bis viermal pro Woche für mindestens eine halbe Stunde Bewegung ein, beispielsweise Walking, Schwimmen oder Rad fahren.
  • Stress nach Möglichkeit zu vermeiden. Entspannungsübungen sind ein sinnvoller Ausgleich. 15 Minuten täglich können bereits reichen (z. B. Achtsamkeitstraining, Autogenes Training, Yoga, Meditation, Progressive Muskelentspannung).
  • nur wenig Alkohol zu trinken (höchstens einen Viertelliter Wein bzw. einen halben Liter Bier täglich, für Frauen gilt etwa die Hälfte).
  • mit dem Rauchen aufzuhören. Ihr Arzt kann Sie bei diesem Schritt begleiten.
  • durch Kalt-/Warme-Wechselduschen die Immunkräfte anzuregen. Abwehrzellen bewegen sich nachweislich schneller und arbeiten dadurch besser.
Ausgewogene Ernährung kann Harndrang vorbeugen
Vermehrtem Harndrang können Sie vorbeugen, indem Sie Ihr Immunsystem stärken und sich gesund, vitaminreich und ausgewogen ernähren© Fotolia

Einer Infektion vorbeugen bedeutet darüber hinaus, bestimmte Hygiene- und Verhaltensregeln zu beachten:

  • mehrmals täglich Ihre Hände sorgfältig mit Wasser und Seife waschen.
  • nicht aus von anderen benutzten Tassen, Gläsern oder Flaschen trinken.
  • keine Essutensilien wie Löffel, Gabel oder Messer mit anderen Menschen teilen.
  • Waschutensilien wie Zahnbürste, Waschlappen oder Handtücher ebenfalls nicht teilen.
 

Prostata-Vergrößerung vorbeugen

Trinken auch bei vermehrtem Harndrang
Auch bei vermehrtem Harndrang sollten Sie ausreichend trinken (mindestens 1,5 Liter täglich)© Fotolia

Eine wirksame Prävention ist hier kaum möglich. Studien weisen jedoch darauf hin, dass tierische Eiweiße eine Prostatavergrößerung begünstigen können. Pflanzliche wirken sich dagegen eher positiv aus. Für jeden Mann ist es ratsam, ab dem Alter von 45 Jahren die gesetzliche Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Prostatakrebs in Anspruch zu nehmen. Dadurch kann auch eine Prostatavergrößerung frühzeitig erkannt werden. Die Kosten für die Untersuchung übernimmt einmal pro Jahr die Krankenkasse.

 

Blasenentzündungen vermeiden

Neben den üblichen Maßnahmen zur Vermeidung von Infektionen (siehe oben) belegen Studien die Wirksamkeit von Cranberry-Saft zur Vorbeugung von Blasenentzündungen.

 

Reizblase verhindern

Um der Entstehung einer Reizblase als Ursache des Harndrangs vorzubeugen, helfen folgende Maßnahmen:

  • Verwenden Sie für die Zubereitung Ihrer Speisen wenig Kochsalz.
  • Auf Cola, Limonade, Zigaretten und Alkohol weitgehend verzichten.
  • Vermeiden Sie Situationen, die für Sie mit Stress verbunden sind.
  • Legen Sie im Laufe des Tages bewusste Pausen ein.
  • Regelmäßiger Sport stärkt Rücken-, Bauch- und Beckenbodenmuskulatur – das ist wichtig für eine stabile Blase.
  • Regelmäßige Entspannungsübungen (z.B. Yoga, autogenes Training) können sich positiv auf die Blasenfunktion auswirken.
 

Blutzuckerspiegel beachten

Bei einem bestehenden Diabetes mellitus können Sie vermehrtem Harndrang vorbeugen, wenn Sie auf einen richtig eingestellten Blutzuckerspiegel achten. Menschen, die sehr häufig unter Blasenentzündungen leiden (mehr als drei bis vier Infekte pro Jahr) können durch niedrig dosierte Antibiotika, die sie für etwa sechs Monate einnehmen, weiteren Infektionen und damit vermehrtem Harndrang vorbeugen. Anderen Erkrankungen, die häufig gesteigerten Harndrang verursachen, lassen sich dagegen nicht vorbeugen – etwa einer gutartigen Prostatavergrößerung bei Männern.

Auch wenn Sie unter vermehrtem Harndrang leiden, sollten Sie immer darauf achten, ausreichend zu trinken – mindestens 1,5 Liter täglich.

Das sagt der Experte
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