Verletzungen vermeiden – gezieltes Training verhindert Sehnenriss

Sehnen reißen
Sportmediziner fanden heraus, dass auch Sehnen wachsen können. Wenn Sie gezielt trainieren, können Sie diese Erkenntnis nutzen, um Ihre Sehnen um bis zu 10 Prozent stabiler zu machen © Fotolia

Sehnen können wachsen. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass gezieltes Training nicht nur die Muskelentwicklung stimuliert, sondern auch die Stabilität der Sehnen bewirkt. Sportler können nach Aussagen der Wissenschaftler auf diese Weise die eigenen Sehnen nicht nur effektiv verlängern, sondern auch stabiler machen. Das Risiko für einen Bänderriss wird dadurch deutlich verringert.

Es ist nicht nur das Wachstum der Muskeln, das durch Sport gefördert wird. Auch Sehnen wachsen durch gezielte Übungen. Sportmediziner der Humboldt-Universität Berlin entdeckten, dass Sehnen durch gezielte Übungen um vier bis fünf Prozent wachsen können. Diese Stimulation der Bindegewebsbündel macht die Sehne nicht nur länger, sondern auch stabiler.

Sportler können durch die Stärkung des Gewebes die Sehne belastbarer machen und die Gefahr für einen Sehnenriss damit deutlich reduzieren.

 

Sehnen sind Muskelfedern

Das Gewebe einer Sehne besteht aus sogenannten Kollagenfasern. Entgegen weitverbreiteter Meinung sind Sehnen nicht starr – weswegen sie reißen – sondern um zehn bis 15 Prozent in ihrer Gewebestruktur dehnbar. Sie fungieren dabei für die Umsetzung der Muskelkraft wie eine Feder.

Die Sehne signalisiert den Muskeln, wenn ihre Dehnungsgrenze erreicht ist. Dieser natürliche Schutz vor Sehnenrissen dient aber auch als Wachstums-Marker für das Sehnen-Gewebe. Erreicht die Sehne durch regelmäßiges Training ihr Dehnungsmaximum, beginnt sie zu wachsen. Die Struktur der Bindegewebsbündel wird dabei stabiler und kann größere Krafteinwirkungen abfedern.

Problematisch ist in dieser Hinsicht nur, dass das Sehnengewebe sehr langsam wächst – viel langsamer zum Beispiel als die Muskeln, die in bei normalen Bewegungen für die konkrete Krafteinwirkung verantwortlich sind. Sportler, die bestimmte Muskelbereiche zu stark und zu schnell stimulieren – wie z.B. Bodybuilder –,  besitzen deswegen die größte Gefahr für einen Sehnenriss.

 

Gezieltes Training kann die Sehnen stählern

Der Sehnenriss gehört zu den langwierigsten und schmerzhaftesten Sportverletzungen. Zumeist dauert es acht bis 12 Monate, bis eine Sehne nach einem Riss wieder voll belastbar ist. Um das Sehnengewebe um bis zu 10 Prozent stabiler zu machen, sollten Sie je nach Muskelpartie mindestens 10 Wochen nur bis zu einer Belastungsgrenze von 80 Prozent trainieren. Durch die so erreichte Annährung an das Dehnungsmaximum der Sehen, wird das Wachstum schonend stimuliert.

Hamburg, 2. Juni 2014

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