Vergiftung: Erste Hilfe ist der erste Schritt der Behandlung

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei einer Vergiftung gehören zu den ersten Schritten der Behandlung zunächst verschiedene Erste-Hilfe-Maßnahmen, die möglichst schnell – schon vor dem Eintreffen eines Arztes – durchgeführt werden sollten. Sprechen Sie zunächst den Betroffenen an und beruhigen Sie ihn. Verständigen Sie den Notarzt. Wenn der Vergiftete sich erbrechen muss, geben Sie ihm dabei Hilfestellung, allerdings sollte kein Erbrechen herbeigeführt werden.

Ist der Betroffene bewusstlos, legen Sie ihn in die stabile Seitenlage, damit Erbrochenes nicht in die Atemwege gelangen kann. Stellen Sie sowohl Erbrochenes als auch gegebenenfalls vorhandene Giftreste sicher und geben Sie sie dem Rettungsdienst mit.

 

Der Betroffene darf bei einer Vergiftung auf keinen Fall Milch trinken

Wenn das Gift verschluckt wurde, sollten Betroffene Wasser, Tee oder Saft in kleinen Schlucken und Mengen trinken. Vor allem bei Vergiftungen mit Säuren oder Laugen muss dies möglichst schnell erfolgen. Geben Sie dem Vergifteten aber auf keinen Fall Milch zu trinken, da sie kein Gegengift ist, sondern in vielen Fällen die Aufnahme des Gifts durch den Darm sogar noch beschleunigt.

Wurde das Gift eingeatmet, bringen Sie den Betroffenen an die frische Luft beziehungsweise öffnen Sie Fenster und Türen weit. Bei Hautkontakt mit einem Gift, entfernen Sie benetzte Kleidungsstücke sofort und spülen Sie die betroffenen Hautstellen ausgiebig unter fließendem Wasser ab. Ist Gift in die Augen gelangt, sollten diese sofort mindestens zehn Minuten lang unter fließendem Wasser gespült werden. Die Augenlider sollten dabei offen gehalten und der Wasserfluss direkt auf das Auge gerichtet werden, um vorhandene Giftreste so schnell wie möglich zu verdünnen.

 

Medizinalkohle kann die aufgenommenen Giftstoffe binden

Die weitere Behandlung der Vergiftung wird dann durch einen Arzt durchgeführt. Um die Aufnahme eines Giftstoffs über den Magen-Darm-Trakt zu verhindern, kann zunächst eine Entleerung des Magens durch eine Magenspülung beziehungsweise durch Absaugen des Mageninhalts erreicht werden. Mithilfe schnell wirkender Abführmittel wie beispielsweise Natriumsulfat, Mannit oder Rizinusöl lässt sich die Darmpassage des Gifts beschleunigen. Je nach Art des Gifts folgen weitere Maßnahmen. Zu diesen zählt zum Beispiel die Gabe von sogenannter Medizinalkohle, an welche die aufgenommenen Giftstoffe binden. Fettlösliche Gifte können durch spezielle, vom Arzt verabreichte Fettlösungsmittel gebunden werden.

Für verschiedene Gifte existieren außerdem Gegengifte, sogenannte Antidota, welche das Gift im Magen-Darm-Trakt unschädlich machen können. Beispiele hierfür ist die Gabe von Essig- oder Zitronensäure bei Laugenvergiftungen oder die Gabe von Kalkmilch bei einer Säurevergiftung.

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