Vererbte Ernährungsleiden – Schlechtes Essen verändert DNA von Eltern

Ernährung verändert DNA
Die ,,westliche Ernährungsweise" führt nicht nur zu langfristigen Erkrankungen sondern beeinträchtigt auch die Immunfunktion massiv © Fotolia

Ungesunde Ernährungsgewohnheiten beeinträchtigen nicht nur die Gesundheit und das Immunsystem, sondern verändern auch die mikrobielle Zusammensetzung der Darmflora und Struktur der DNA. Das zeigt eine kürzlich veröffentlichte US-amerikanische Studie. Diese ernährungsbedingten Veränderungen führen zu langfristigen und nicht heilbaren Erkrankungen – zudem besteht nach Aussagen der Forscher die Gefahr, dass diese Leiden weitervererbt werden.

Die regelmäßige Aufnahme von Fett, Zucker und Salz ist ungesund. Diese Nachricht ist nicht neu. Eine aktuelle Studie des National Institute of Allergy and Infectious Diseases in Maryland zeigt aber nun, dass diese sogenannte „westliche Ernährungsweise“ die menschliche Physis beträchtlich angreift und diese Schäden sogar weitervererbt werden können.

 

Systematische Schwächung des Immunsystems

Die Forscher belegen mit ihrer Untersuchung, dass die kalorienreiche und unausgewogene „westliche Ernährungsweise“ nicht nur bestimmte Krankheitsbilder – wie ein erhöhtes Risiko von Herzkreislauferkrankungen – befördert, sondern auch die menschliche Immunfunktion massiv beeinträchtigt. So lässt sich im Zusammenhang mit ungesunder Ernährung und der damit einhergehenden systematischen Schwächung der Immunabwehr z.B. ein deutlich erhöhtes Risiko für Entzündungen feststellen. Ebenso steigt die Gefahr von Infektions-Zuspitzungen, erhöht sich die Krebsrate sowie das Risiko für allergische und autoentzündliche Krankheiten.

 

Unumkehrbare Krankheiten und vererbte Ernährungsleiden

Besonders problematisch seien die ernährungsbedingten Beeinträchtigungen der menschlichen Immunfunktion, da sie die mikrobielle Zusammensetzung der Darmflora und Struktur der DNA nachhaltig verändern. Aus diesem Grund sind die so ausgelösten Ernährungsleiden nicht nur unumkehrbar – sogenannte irreversible Leiden –, sondern vor dem Hintergrund der microbiomen Veränderungen an den DNA-Gerüsten auch vererbbar.

Studienautor Professor Ian Myles nannte die beobachtenden DNA-Veränderungen „überraschend.“ Niemand konnte bisher absehen, dass man durch eigene Ernährungsfehler auch „die Gesundheit der Nachkommen“ beeinflusst. Nach Aussagen des Mediziners zeige die Studie, dass die einzige effektive Maßnahme gegen diese Beeinträchtigungen durch ungesunde Ernährung eine Verbesserung der Ernährungsgewohnheiten sein.

Hamburg 7. Juli 2014

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